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Full text of "Sammlung architektonischer Entwürfe : enthaltend Theils Werke welche ausgeführt sind, Theils Gegenstände, deren ausführung beabsichtigt wurde"

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EX LIBRIS 

CooPER Union Museum 

FOR THE ArTS OF DeCORATION 

GIVEN BY 

E.F. Jonson 

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1886 



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SAMMLUNG 



ARCHITEKTONISCHER ENTWÜRFE 



ENTHALTEND 



THEILS WERKE, WELCHE AUSGEFÜHRT SIND, THEILS GEGENSTÄNDE, DEREN AUSFÜHRUNG 

REARSICHTIGT WURDE 



VON 




CARL FRIEDRICH SCHINKEL. 




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NEUE VOLLSTÄNDIGE AUSGABE 



IN CLXXIV TAFELN. 




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BERLIN MDCCCLVIII. 

VERLAG VON ERNST & KORN. 

(GROPIUS'SCHE BUCH- UND KÜNSTHANDLUNG.) 




KÖNIGLICHE BAUAKADEMIE 12. 



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Blatt 1. 2. 3. 4. 

Zwei Entwürfe zu einem neuen Wachtgebäude in Berlin. 

Blatt I. Perspectivische Ansicht eines früheren Entwurfs zum neuen Wacht- 
gchäude in Berlin. Der Plan desselben ist ganz dem später zur Ausführung gewählten 
gleich; die äufsere Form aber ist einfacher angenommen. Statt der Säulen stehen 
viereckige Pfeiler, über jedem deutet der Kopf eines Kriegers in einem Clypeus 
den nach der Tiefe hineingehenden Steinbalken an. Die Eckthürme sind mit Tro- 
phäen gekrönt, welche in Kupfer getrieben werden sollten. 

Blatt 2. Die perspectivische Ansicht des ausgeführten neuen Wachtgebäu- 
des in Berlin. 

Blatt 3. Die an dem Wachtgebäude befindlichen Sculpturen. 

Blatt 4. Im obern Theile des Blattes die geometrische Ansicht des Gebäudes, 
der Gnindrifs und die einzelnen Theile der Architektur. 

Der Plan dieses, ringsum ganz freiliegenden Gebäudes ist einem römischen 
Castrum ungefähr nachgeformt, de^shalb die vier festeren Eckthürme und der in- 
nere Hof Letzterer ist nützlich, um die Oekonomie gegen den ringsum laufenden 
Platz zu verbergen, auch nimmt er den Abf-\11 sämmtlicher Bedachungen auf, und 
fiihrt das Flegenwasser von den Dächern unmittelbar in den, unter dem Gebäude 
fortlaufenden, übenvölbten Kanal. Das Aeufsere des Gebäudes gewinnt durch die 
Einrichtung der im Hofe verborgenen Dächer an Form. Der vorne angebrachte 
Porticus, auf 10 freien Säulen und den damit in Verbindung stehenden Wand- 
pfeilern ruhend, ist aus sächsischem Sandstein construirt, die Architi*ave bestehen 
ans Steinblöcken, diö van einer Säule zur andern reichen, und die viereckigen Cas- 
sctten zwischen denselben sind ebenfalls mit Steinplatten bedeckt. In dem auf 
Blatt 4. angegebenen Gnmdrisse ist der grolse Raum ^ die Wachtstube, B die 
Officierstube, C ein Arrestzimmer. D und die übrigen Räume haben ökonomische 
Bestimmungen. 

Rechts neben dem erwähnten Gnmdrifs ist das Capital und das Hauptgesims 
in gröfserem Maafsstabe angegeben, dazu gehört das unter dem Grundrifs gezeich- 
nete Wand pfeiler- Capital. 

Links ist das Hauptgesims des ganzen Gebäudes mit seiner Attica nach 
gröfserem Maafsstabe aufgetragen. 

Die Sculptur im Giebel, auf Blatt 1., stellt einen Kampf dar, eine Victoria 
entscheidet in der Mitte für den rechts kämpfenden Helden, links ist dargestellt: 
letzte Anstrengimg, Aufmunterung zum Kampfe, Flucht, Raub, und Schmerz der 
Familie, die ihr Schicksal envartet; rechts sieht man üeberwältigung und Trauer 
um einen gefallenen Helden. Der Fries ist mit Victorien geziert, die über jeder 
Säule statt der Triglyphen den Steinbalken andeuten. 

Der Bau des Gebäudes ward im Jahr 1817 begonnen und 1818 vollendet. 
Auf der perspectivischen Ansicht sind die beiden kolossalen Marmor- Statuen der 
Generale Scharnhorst und Bülow angedeutet, welche Se. Majestät der König 
durch den Professor Rauch arbeiten liefs, und welche im Jahr 1822 aufgerichtet 
wurden. 



Blatt 5. 

Entwurf zum Anbau des RaÜihauses in Berlin. 

Die perspectivische Ansicht eines Entwurfs zum Anbau des Rathhauses in 
Berlin, welcher seit dem Jahr 1817 in Anregung ist. Auf Blatt 4. ist unterhalb der 
Gmndrifs des dritten Geschosses dazu angegeben, in welchem alles Schwarz-ange- 
legte alte, alles Grau -angelegte neue Mauer bezeichnet. Die Veranlassung zu diesem 
Bau-Project gab die Baufilligkeit des alten Thurms an der Ecke der Königsstrafse 
und der danmter befmdlichen Gewölbe, so wie die längst gewünschte Abstellung 
der sehr beengten Königsstrafse, in welche dieser alte Theil des Gebäudes bedeu- 
tend hineintritt. Bei dem Project ward zur Bedingung gemacht, niöglichst wenig 
von dem alten Gebäude nicderzureifsen. Ein glücklicher Zufall war es, dafs die 
Fenstereintheilung an dem in der Königsstrafse stehenden Theil des alten Gebäudes 
mit der des in der Spandau erst rafse stehenden ziemlich gleich befunden wurde, so 
dafs eine Uebcreinstimmung dieser Fagade erreicht und das jetzt ganz zerstückte 



Gebäude zu einem Ganzen umgeformt werden konnte. Es ward hierdurch nur 
der Anbau einer neuen Mitte nöthig; damit dieser nun zwischen den beiden, einen 
Winkel bildenden, Flügeln um so mehr verbindend wirken möchte, ward die Ecke 
abgestumpft und an dieser abgestumpften Seite das Portal des Gebäudes angelegt, 
durch welches man im untern Geschofs von A nach B zu auf eine neue, sehr 
bequeme und ganz feuerfeste massive Treppenanlage gelangt, welche dem alten 
Gebäude ganz fehlt. Die perspectivische Ansicht giebt unterhalb eine kleine Durch- 
sicht auf diese Treppe, welche im Grundrifs deutlicher angegeben ist; der Flur bis 
zur Treppe hin kann auf letzterem, wegen des Saales D, welcher über demselben 
sowohl in dem dritten Geschofs als im zweiten liegt, nicht ganz sichtbar werden, 
es bleibt demnach nur der kleine Vorflur C der Treppe sichtbar, dessen Form, so 
wie die der Treppe, in jedem Geschofs dieselbe ist. Die Treppe fjuigt einarmig 
an und theilt sich nach den beiden Flügeln hin doppelarmig. An dieser stumpfen 
neugebauten Ecke entsteht in jedem Geschofs ein sechseckiger Saal D mit zwei 
Cabineten EE zur Seite. Im dritten Geschofs ist auf der Seite der Königsstrafse 
ein grofser Bürgersaal F eingerichtet, in welchem die Feueressen, welche aus der 
unteren doppelten Zimmerreihe hinaufgeführt sind, regelmäfsig als Mittelpfeiler zu- 
sammengezogen wurden, und hier, durch volle Pfeiler verstärkt, den Unterzug für 
die Balkenlage des Saales unterstützen. Die abgestumpfte Ecke giebt noch den 
Vortheil eines geräumigen Platzes vor dem Gebäude, welcher bei der Lebhaftigkeit 
der Gegend hier sehr wünschenswerth ist. Das Aeufsere ist in einem festen alter- 
thümlichen Charakter gehalten, die Mitte hat durch zwei Seitenthürme, welche die 
hier gewünschten Uhren tragen sollen, etwas Burgartiges. Ein starkes Gesims mit 
Zinnen krönt die Fagade, und die Mitte ist durch einen breiten, aus Gufseisen 
construirten Altan über dem Portal noch mehr herausgehoben. 



Blatt 6. 

Entwurf zu einem öffentlichen Brunnen in Berlin. 

Der Entwurf zu einem Monumente, wozu der Auftrag gleich nach dem 
Kriege im Jahr 1814 durch eine Corporation von Ständen gegeben wurde, welches 
aber späterhin so allgemein aufgefafst ward, dafs auch das Jahr 1815, in welchem 
der Krieg unverhofft wieder anfing und glücklich beendigt wurde, mit aufgenom- 
men werden konnte. Um das Lebendige der Anlage zu erhöhen, war der Gedanke: 
einen öffentlichen Brunnen mit einem stets ausströmenden Wasser damit zu ver- 
binden, wozu die Wasserkunst des Schlosses und dessen Höhe für einen grofsen 
Wasserbehälter benutzt werden sollte. Deshalb war das Monument vor dem SchloFs- 
portal, der breiten Strafse gegenüber, auf der Mitte des Schlofsplatzes errichtet ge- 
dacht, wo es zugleich hinreichend umschlofsen war, um durch zu grofse Weiten 
nicht den Charakter der Kolossalität zu verlieren. 

Die Sculpturen, in Bronze gegossen, ruhen auf einem Fufse von Granit, 
aus welcher letzten Masse auch die Wasserbecken gearbeitet sein sollen. In der 
Mitte thront in kolossaler Gröfse der Genius Preufsens, dargestellt mit aufgehobe- 
nem Schwerdte, als stets wachsam ftir die Erhaltung seines Kriegsruhmes. Am 
Fufse des Thrones liegen die vier Gruppen: die Wissenschaft und die Kriegskunst, 
die Religion und die schöne Kunst, das Gesetz und die Freiheit, der Ackerbau und 
der Handel. Zwischen je zweien dieser Figuren stürzt das Wasser aus Delphinen 
hervor und theilt dadurch das darunter befindliche grofse, mit Basreliefs versehene 
Podium in vier Theile. Auf diesem ist vorgestellt: 1) der Aufruf zum Kampfe; 
2) der Kampf selbst; 3) die siegreiche Heimkehr; 4) die Früchte des Sieges im 
Frieden. Ueber der Mitte eines jeden dieser vier Theile steht zwischen den oben 
erwähnten Gruppen ein kleiner Genius mit einer Inschrifttafel in Beziehung des 
darunter befindlichen Gegenstandes. So stehen z. B. auf der Tafel desjenigen, 
welcher über der Vorstellung des Aufrufs zum Kampfe angebracht ist, dieselben 
Worte des Aufrufs, welche der König im Jahr 1813 ergehen liefs. Noch andere 
Inschrifttafeln, mit Figuren geziert, theilen unter jedem Wasserfall die Basreliefs 
selbst. Eine Hauptinschrift läuft an dem Gesimskranz über den Basreliefs um 
das Ganze. 



Blatt H. 8. 9. lO. 11. 19. 13. 14. 15. 16. IV. 18. 

Das neue Schauspielhaus in Berlin. 

Dfis Urtheil über ein Bauwerk von bedeutendem Umfange erhält erst dann 
einen festen Grund, wenn man die Uebersicht der Bedingungen hat, aus denen die 
inneren und äufseren Formen hervorgegangen sind. Für die vorliegenden Pläne 
des neuen Schauspielhauses in Berlin halte ich, an diesem Orte, die Aufzählung 
dieser Bedingungen um so nöthiger, als wohl selten bei einem Bauwerke deren 
so viele und so verwickelte zusammentreten können. Am fertigen Werke glauben 
viele sich berufen, nach dunklem und einseitigem Gefühl das Einzelne ändern zu 
können, weil Unwissenheit und Mangel an Fähigkeit, ein vielfach und verschieden- 
artig Gegebenes auf Einheit zu bringen, sie gegen die Zerstörungen blind macht, 
welche diese Aenderungen in den Zusammenhang des Ganzen bringen würden. 
Je einfacher die Aufgabe für die zunächst in die Augen fallenden äufseren Formen, 
bei einem sehr verwickelten Werke, gelöst ist, um so weniger wird in der Regel, 
vom grofsen Haufen, der künstlerische Werth erkannt, der gerade hierin zu 
suchen ist. 

Zuvörderst waren für das neue Schauspielhaus in Berlin folgende räumliche 
Verhältnisse gegeben: 

1) Drei Strafsen, die Cbarlottenstrafse auf der Seite lU (Blatt 9. Grundrisse), 
die Jägerstrafse auf der Seite GH, die Taubenstrafse auf der Seite IK, 
schliefsen den Bauplatz so ein, dafs keine Erweiterung möglich ist. Die Seite 
KG liegt gegen den Platz; hier war zwar eine Erweiterung zulässig, jedoch 
wurde dieser eine Grenze gesetzt durch die zu beiden Seiten des Platzes 
liegenden Peristyle der Kirchen, gegen welche das Peristyl des Schauspiel- 
hauses nicht vortreten durfte 

2) Die Benutzung der aus dem Brande übrig gebliebenen Mauern des vor- 
maligen Theaters wurde anbefohlen. Nach einer Untersuchung waren 
davon brauchbar: die Fundamente unter den Umfassungsmauern von IT, 
UH, HG, IK, KO, QG, und die Theile des Unterbaues IK und GH 
auf etwa 12 bis 16 Fufs über der Erde. 

In den durch diese Verhältnisse bestimmten Raum mufsten nachstehende 
Haupttheile, höherer Bestimmung zufolge, so hineingepafst und geordnet werden, 
dafs ein architektonisches Ganze, mit einem den Bestimmungen entsprechenden, und 
für die Umgebungen des Platzes schicklichen Charakter, daraus hervorgehen sollte: 

Erstens, das Theater mit der Scenerie in einer raäfsigen Gröfse, um vor- 
züglich für das Drama geeignet zu sein, aus welchem Grunde die Weite des Pro- 
sceniums auf 36 Fufs, Allerhöchsten Orts, festgestellt wurde. Da zugleich auch die 
kleinere Oper hier stattfinden sollte, so ward die Scenerie in der Vollkommenheit 
und mit allen den Vortheilen verlangt, wodurch die Aufführung von reich ausge- 
statteten Stücken in jeder Art erleichtert wird. Bedeutende Höhe über der Scene 
und Tiefe unter derselben folgten hieraus. Geräumige und sichere Vorplätze mit 
getrennten Eingängen für die Fufsgänger und die Wagen, für die letzteren die 
Vorrichtung, um in bedecktem Räume aussteigen zu können, wurden wünschens- 
werth gefunden. 

Ztceitens, die Magazine für Decorationen, für das Lampenöl und für die 
Utensilien aller Art in feuersicheren Räumen. 

Drittens, die Werkstätte der Theatermaler, der Zimmerleute und Tischler, 
welche an den Decorationen arbeiten. 

Viertens, das Local fiir die Garderobe, die Ankleidezimmer, die Uebungs- 
und Probe-Säle, alle diese Bestimmungen so grofs angenommen, dafs, bei dem be- 
schränkten Raum im Opernhause, diese Locale für die dortigen Aufführungen mit 
benutzt werden könnten. 

Fünftens, Piestaurations-Säle und Foyers. 

Sechstens, das Fest- und Concert-Local, mit den dazu gehörigen besonderen 
Eingängen, Vestibülen, Treppen, Vorsälen, Restaurations- Sälen, Zimmern zur Ver- 
sammlung der Musiker und Aufbewahrung der Musikalien, mit den nöthigen Küchen 
und Kellereien. 

Siebentens endlich, die Wohnung des Castellans, die feuersicheren Räume 
für Wasserhebe -Maschine und Reservoirs, für die Feuerungen, um sämmtliche 
grofse Räume des Gebäudes zu heizen etc. 



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Um allen diesen Anforderungen Genüge zu leisten, und zugleich Ordnung 
und Charakter in das Ganze zu bringen, war es nöthig, sie unter Hauptabthcilungen 
zu stellen, und es fanden sich deren drei, welche die Hauptform des Gebäudes 
bestimmten: 

1) alles das. was zum Theater und der Scenerie gehörte, 

2) alles das, was zur Theater- Oekonomie gerechnet werden konnte, 

3) alles das, was das Concert- und Fest-Local bilden sollte. 

Wie diese drei llauptabtheilungen neben einander geordnet werden mnfsten, 
ergab sich theils aus ihrer Bestimmung selbst, theils aus der Architektur des ganzen 
Platzes, auf welchem das Gebäude, mit den benachbarten beiden Domen überein- 
stimmend, gegen den Platz mit der Hauptfa<jade gestellt werden mufste. 

Das Theater und die Scene, als Haupttheil des Ganzen, und seiner Natur 
nach — wie oben bemerkt — der höchste unter den dreien, konnte keinen andern 
Platz eiiuiehmen, als den in der Mitte der beiden anderen. 

Indem nun durch diese Ordnung der Vortheil für das nothwendig lange 
und breite Gebäude entstand, dafs die Mitte sich hervorhob und das ganze die 
Pyrantidalform erhielt, dafs ferner der mittlere Haupttheil seinen Giebel und sein 
Peristyl, so wie die Peristyle der zu beiden Seiten liegenden Thürme, dem Platze 
zukehren konnte, dafs zugleich drei ganz gesonderte, unter eigenen Dächern liegende 
Gebäude entstanden, wodurch die Feuersgefahr sehr gemindert wird, so entstand 
doch auch zugleich fiir den Arckitekten die Schwierigkeit, bei der oben angefiihrten 
nothwendigen Beschränkung des Bauplatzes, alle geforderten Räume, so wie sie 
ihrer Bestimmung nach zusammen gehörten, in diese nunmehr ganz genau be- 
grenzton drei Abtheilungen einzupassen. 

Indem ich mich begnüge, nachfolgend die Bestimmung der einzelnen Räume 
nach den beiliegenden Grundrissen, Blatt 9, anzugeben, überlasse ich es einem 
jeden, den speciellen Grund der Anordnung selbst zu finden, der sich aus dem 
Zusauuuenhange leicht ergeben wird. 

1) Grundrifs des Unterbaues *^, 
•^Llfi. Unterbau des Peristyls und der Treppe, enthält Keller für Brennmaterial, 
eine Kalkgrube für die Unterhaltung des Gebäudes, und einen alten vor- 
gefundenen Brunnen. 
LRMS, Unterfahrt für Wagen, die auf dem vorgcpflasterten Wege \i. LR und 
14. jmS dabin gelangen. Die Unterfahrt ist wagerecht mit Steinen überdeckt. 
I*Kr*. Portale, die in die gewölbte Halle XX führen. 
QPG 15. und jyOK 1.5. Vorplätze für die Fufsgänger. 
M* und IP. Vestibüle für die Fufsgänger. 

f*'W\ Portale, durch welche das Publikum aus der Halle XX in den Kassen- 
flur % tritt, wo in 1. und 1. zwei Kassen angebracht sind. 
3. 3. Gewölbter Raum, worin die Controlle 2. Hier theilt man sich nach beiden 

Treppen 4. und 4., die zum Parquet führen. 
3. C. FF. Passagen, die beim Herausgehen von dem Publikum benutzt werden. 
5. 5. Kassenzimmer. 

7. Treppe, welche zur Gallerie oder zum obersten Range führt. 

8. Küche, welche für das Fest-Local benutzt wird. 

9. 9. Raum zur Aufbewahrung von Utensilien unter der Scene, 

10. Massive Treppe ii'ir Theater -Leute. 

11. II. Treppe an der Seite des Anbaues der hinteren Facade. Hier werden 

lange Decorationen von und nach der Scene transportirt, ohne dafs während 
dieser Arbeit der Strafsenverkehr gesperrt und gehindert werden darf, weil 
man dicht an der Fronte des Gebäudes bleibt. 

12. Treppe zu den Gallerien auf der Scene. 
1.3. Heizungs- Anlagen. 

16. Wohnung des Castellans. 

17. Eingang und Vestibül für das Fest- und Concert -Local. 

17'. Besonderer Eingang f(ir Seine Majestät den König, von wo man durch die 
Treppe 19. 19. in die kleine Königl Loge am Proscenium gelangt. 

18. Aufgang zum Fest- und Concert- Local. 

20. Passage vom Vestibül des Concert- und Fest-Locals nach dem Vestibül des 

Theaters. 

21. Gewölbtes Zimmer zur Versammlung der Musiker und Aufbewahrung der 

Musikalien, welches den eigenen Aufgang von 21'. hat. Unter diesem Zimmer 
ist eine gewölbte Hauptküche für das Fest- und Concert- Local. 

22. 22". Gewölbte Zimmer für die Theaterlampen, welche hier gelullt werden, und 

durch die Passage unter der Treppe 23. 23. nach der Scene zu bringen sind. 
Ueber 22'. ist ein mit Glasfenstern bedeckter Hof, welcher Licht auf die 
Scene, auf die Passagen und anliegenden Zimmer giebt. 

23. Besondere Treppen für das Fest- und Concert -Local zum Gebrauch der 

Dienerschaft, der Choristen, der Musiker, und, bei besonileren Gelegenheiten, 
iiir die abge.sonderten Plätze der Hofchargen. 



24. Zimmer des Portiei*s, am Eingange 25. für die Schauspieler und für jeden, 
der auf der Scene zu thun hat. 

26. 26. Raum, der zum Transport aus der Scene und zu interimistischer Auf- 

bewahrung von Decorationen gebraucht wird. 

27. Gewölbter Raum, worin die W'asserhebe- Maschine und ein Brunnen ange- 

bracht ist. 

Ueber diesem ist eine Comniunication mit mancherlei Bequemlichkeiten 
für die Schauspieler, über diesen ein mit Glasfenstern überdeckter Hof, 
welcher Licht auf die Scene und die angrenzenden Zimmer giebt, zugleich 
zum Aufenthalt für die Choristen während der Aufführung dient. 

28. Gewölbte Decorations- Magazine. 

29. Tischler- und Zimmer -W^erkstatt für die Scene. 

30. Abtritte. 

2) Grundrifs B. 

Zwischen diesem Plan und dem Plan C ist der erste Piang der Logen ein- 
gebaut, in welchem die gröfsere Königl. Mittelloge angebracht ist. Die Einrichtung 
ist ganz dieselbe wie im Plane C, ausgenommen dafs die Königl. Loge bis auf den 
Balcon hinaus tritt und drei Cabinete hinter sich über dem Corridor hat. 
LM. Peristyl mit der grofsen Treppe, nach B hinab auf den Platz führend, welche 
bei Schlufs der Vorstellung von dem Publikum benutzt wird. Aus dem 
Corridor 2. tritt man unmittelbar durch die Portale 2. 2. 2. auf den PeiTon 
L 1. und geht von da über die Treppe hinab. Da beim Ausströmen des 
Publikums aus dem Schauspielhause Ausgänge in Menge wünsch enswerth 
sind, so steht es hier einem jeden frei, entweder aus dem Corridor gleich 
über die Peristyltreppe auf den Platz zu gehen, oder durch die Treppen 4. 4. 
bedeckt in den Unterbau zu steigen, wo dann durch die Vestibüle der Fufs- 
gänger und der Wagen verschiedene Wege auf die Strafse führen. 

5. 5. Die massiven Logentreppen. 

6. 6. Die Logen, zu denen durch die massive Corridorwand immer zu je zweien 

Logen ein getheilter Eingang führt. 

7. Eingänge ins Parquet. 

8. Orchester. 

9. Scene. 

10. Kleine Königl. Seitenloge. 

11. Logen im Proscenium. 

12. Treppe, die ins Orchester hinabführt. 

13. Foyer und Conditorei. 

14. Treppe zum obersten Rang. 

15. Ankleidezimmer der Schauspieler. 

16. Versammlungszimmer der Schauspieler mit einer Glasthüre, die unmittelbar 

auf die Scene hinter den Vorhang führt. 

17. Langer Raum zur Unterbringung schnell gebrauchter oder abzubauender Setz- 

stücke auf der Scene. 

18. Treppe der Schauspieler. 

19. Passage von den Ankleidezimmern auf den hinteren Theil der Scene. 

20. Raum, wo die Choristen sich aufhalten. 

21. Passage und Communication zwischen den Ankleidezimmern. 

22. Treppe nach der Garderoben -Etage, welche zwischen den Plänen B und C 

eingebaut ist, und welche feuerfest überwölbt wurde. 

23. Innerer Hof mit Glasfenstern überdeckt, welcher ringsum Licht in die an- 

stofsenden Piäume giebt. 

24. Vorsaal des Fest- und Concert-Locales, in welchen man durch die drei Thüren 

bei 24'. unmittelbar von der Haupttreppe (18. Plan •^) tritt. 

25. Zweiter Saal für das Büffet. 

26. Concert- und Fest -Saal, durch zwei Geschosse gehend. Aus dem unteren 

Saal gelangt man durch die beiden offenen Treppen 27. 27. zu den in der 
oberen Region des Saales liegenden Gallerien und Nebensälen. 

28. Eine Treppe, die ebenfalls nach jenen oberen Räumen, jedoch unmittelbar 

von der Haupttreppe 24'. aus, hinauf führt. 

29. Passage, durch welche die Musiker von dem unten liegenden Versammlungszim- 

mer auf das Orchester des Saals treten. Das Orchester wird jedesmal bei 
Concerten gegen die Seite der Passage hin aufgebaut, bei Festen aber auf- 
geräumt und die Baustücke desselben in einem Entresol der Passage 29. 
aufbewahrt. 

30. Die Communications- Treppe, welche bei dem Plane .^ unter 23. schon er- 

wähnt worden. 

31. Ein Theil des mit Glasfensteni überdeckten Hofes, der oberhalb von weiterem 

Umfange ist. 

3) Der Grundrifs C. 

1. 1. Ein Corridor, welcher mit dem Corridor 2. 3. der Logen zusammenhängt. 



aber besonders dazu dient, das Fest-Local aus dem Saal 15. mit der andern 
Seite des Gebäudes zu verbinden, so dafs bei stark besuchten Festen die 
Räume 4. 8. 9. 10. 11. zum Speisen mit benutzt werden können, welche 
ursprünglich eine andere Bestimmung haben. 

2. Logen -Treppen am Corridor des zweiten Ranges. 

3. Eingänge zu dem Balcon von der Loge des zweiten Pianges. In gleicher Art 

ist die Einrichtung im ersten Piange. 

4. Saal des Restaurateurs, zugleich Foyer. 

5. Zuschauerraum, über diesem ist die W^erkstatt der Theatermaler angelegt. 

6. Piaum über der Scene, in welchem sämmtliche Gardinen ausgespannt und 

unaufgeroUt hinaufgezogen werden und daselbst hängen bleiben, wodurch 
nicht allein viel Raum zum Hängen derselben gewonnen und die Einrichtung 
der Scene erleichtert wird, sondern die Malerei längere Dauer gewinnt, und 
bei Vei*wandlungen der Scene Verwirrungen und Stockungen vermieden 
werden. Die hier nothwendige Höhe gleicht sich mit der für die Maler- 
werkstatt über dem Raum 5. aus, und beide Räume bilden den höheren 
mittleren Aufbau des Gebäudes. 

7. Gewölbte Garderobe für die Choristen. 

8. Passage. 

9. Zimmer für die Theater -Direction. 

10. Corridor, welcher mit Garderobeschränken bestellt ist. 

11. Grofser Probesaal , welcher durch drei hohe und breite Flügelthüren mit dem 

Corridor 10. ganz verbunden werden kann, um bei Festen in beiden Räumen 
Speisetafeln stellen zu können. 

12. Passage von der Treppe 12'. der Schauspieler. 

13. Garderoben -Magazin zur Aufbewahrung der Rüstungen. 

14. Hof mit Glas bedeckt. 

15. Festsaal, zu dem man aus der untern Fiegion des grofsen Concertsaales mit- 

telst der Treppe 17. in die Höhe steigt, welche die Fortsetzung der Treppe 
27. (Grundrifs j?) ist. Von 17. aus kann man durch 19. in das Zimmer 20. 
gelangen, welches an der Königl. Loge des Concertsaales liegt. Zu diesem 
führt die Treppe 16. 16. aus der kleinen Königl. Loge des Theaters hinauf, 
von der man auch gleich durch die Thüre 18. in den Saal 15. gelangen kann. 

22. Eine Tribüne, von welcher man durch die Reihe von sechs jonischen Säulen 

in den grofsen Concertsaal hinabsehen kann. 

23. Eine Gallerie von gleicher Einrichtung und Bestimmung wie 22. 

24. 24. Gallerien von Consolen getragen, welche die Räume 22. und 23. mit ein- 

ander verbinden, so dafs das Publikum in der oberen Piegion des Saales sich 
auch ganz um denselben ausbreiten kann. 
21. 21. Eine mit Purpurgehängen angeordnete Abtheilung der Gallerie, welche 
die Königl. Loge bildet. 

25. Ein Platz in dem mit Glas bedeckten Hofe, von welchem man in das Königl. 

Zimmer 20. gelangt, auch durch die Brücke 26. zur Treppe 27. und zur 
Tribüne 23. kommen kann. Auf diesem Platz sind vielerlei Bequemlich- 
keiten angebracht. 



Ueber den Styl der Architektur, welchen ich dem Gebäude gab, bemerke 
ich nur im Allgemeinen, dafs ich mich, so viel es ein so mannigfach zusammen- 
gesetztes Werk irgend zulassen wollte, den grrechischen Formen und Constructions- 
weisen anzuschliefsen bemühte. Alle Gewölbe in Bogenlinien sind deshalb im 
Aeufseren sowohl als in den Haupträumen des Inneren vermieden, und die Con- 
struction horizontaler Architrave überall durchgeführt. (Siehe Blatt 8.) 

Die Construction der Pilaster, wie sie an den griechischen Monumenten, 
z. B. an dem des Trasyllos zu Athen, vorkommt, schien mir dem Charakter eines 
öffentlichen Gebäudes mehr zu entsprechen und mit dem Peristyl der Hauptfa^ade 
mehr in Harmonie zu treten, als gewöhnliche Fenster, wobei noch der Vortheil 
entstand, dafs mehr Licht li'ir das, wegen seiner bedeutenden Tiefe, sonst sehr 
schwer im Innern zu beleuchtende Gebäude gewonnen wurde. Der Schmuck, 
welchen das Gebäude im Aeufsern hat, besteht in reichen architektonischen Glie- 
derungen und in Sculptur, letztere krönt die verschiedenen Giebel und füllt die 
Felder derselben, und wird die Wangen der grofsen Treppe des Peristyls zieren. 
Auf Blatt 12. ist die Ausfüllung des Giebelfeldes über dem Peristyl angegeben: die 
Geschichte der INiobe, gröfstentheils nach den antiken Motiven von dem Herrn 
Professor Tieck frei und mit frischem Studium der Natur sowohl des Nackten 
als der Gewänder modellirt. Die Krönung des Giebels bilden die ebenfalls auf 
Blatt 12. angegebenen drei Musen Polyhymnia, Melpomene, Thalia. Im nördlichen 
Giebel ist ein Triumphzug des Bachus, im südlichen die Befreiung der Euridice 
aus der Unterwelt, durch die Musik des Orpheus, ausgeführt. 



Perspectivisclie Ansicht des Zuschauerraums von der Scene aus 
gesellen. Blatt 13. 

Perspectivische Ansicht aus dem ZuschaueiTaum auf die Scene mit 
der Vorstellung der heim Ein weihungs- Prolog aufgesteUten 
Decoration, Blatt 14. , . ° ° 

Platfond-Verzierung des Zuschauerraums. Blatt 15. 

Um mit den hier gegebenen Darstellungen und Formen näher vertraut zu 
ivprden, ist cmRüclcblick nöthig auf Blatt 9., welches die Gmndrisse des Theaters giebt 
. -m^'r^ Grimdris^e wurden, was zunächst die Scene und den Zuschauerraum 
betritil, durch folgende Bedingungen bestimmt und gestaltet: 

Es war die Absicht, in dem neuen Theater das höhere Drama, das Lustspiel 
und die kleine Oper zu geben, die Aufführung der groisen Oper, des Ballets und 
aller anderen mit Scenenprunk ausgestatteten Stücke sollten dem Königlichen 
OpcrnhAuse verbleiben. Hieraus entsand nun der Wunsch, dafs die Scene nur iu 
einer mäfsigen Gröfse gefialten wfirde, um die Vortheile zu haben, die Stimme 
des Schauspielers überall gut zu verstehen, und von seiner Mimik nichts zu ver- 
lieren, ferner die Gröfse des Raums dem Charakter der Stücke angemessen zu 
sehen, und endlich Ersparungen für die Theater- Oekonomie zu gewinnen in Be- 
ziehung auf geringere Beleuchtung und geringere Masse der scenischen Austattung 
in aller Art, Um diesen Zweck zu eiTcIchen, wurde die Breite des Prosceniums 
Allerhöchsten Orts auf .36 Fufs festgesetzt. 

Dieses festgesetzte Maafs wurde nun der Modul für alle übrigen Abmessungen; 
es traten dabei aber, gleich mehrere Schwierigkeiten ein. So viele Vortheile ^lus 
dieser mäfsigen Gröfse auch für die Darstellung erwuchsen, so entstand dagegen 
für die Theaterkasse der IVachtheil. dafs bei so geringer Scenenöffiiung auch der 
Zuschauerraum nur eine mäfsige Gröfse haben konnte, wenn man nämlich beab- 
sichtigte, jedem an seinem Platz den vollen Genufs der Scene zu verschaffen. Mit 
der Länge kann man sich in solchem Falle nicht helfen, denn ein sehr langer Zu- 
schauerraum entfenit die besten Logenplätze/ nämlich die im Hintergrund, der 
Scene gerade gegenüber, zu weit von der scenischen Handlung, wobei der Zu- 
schauer das deutliche Verstehen der Rode enlbelirt, und, wenigstens ohne bewaff- 
net<\s Auge, auch von der mimischen Kunst keinen Genufs hat: tiefe Seitenlogen 
in einer solchen langen Form geben völlig unbrauchbare Räume, weil von da aus 
nur ein sehr kleiner Thcil der Scene übersehen werden kann, und aufserdem ist 
selbst auf den vordersten Plätzen dieser Seitenlogen das beständige Seitwärtsdrehen 
des Kopfes nach der Scene hin, höchst unbequem und ermüdend. Je melir sich 
die Form dem Halbkreise nähert, desto vort heilhafter ist sie fürs Sehen und Hören, 
wie dies schon die antiken Theater beweisen; es ward deshalb auch bei diesem 
Entwürfe die Form des Halbkreises zum Grunde gelegt. Die Logen mirden fast 
alle in ihrer Stellung so gewonnen, dafs der Zuschauer geradeaus auf die Scene 
sieht. Die Logen mufsten, um überall gute Plätze fi'ir's Sehen zu haben, gegen die- 
Seiten hin weniger Tiefe erhallen als gegen die Mitte zu. Rücksicbllich des voll- 
ständigen Uebersehens der scejiischen Handlung ist hierdurch der Zweck ganz er- 
reicht worden, indefs komite, bei dem durch die Form des Halbkreises bestimmten 
kuraen Raum und bei der obengedachten geringen Oeffnung des Prosceniums, 
nicht die verlangte Anzahl der Zuschauer in da§ Theater gebracht werden, und 
woihe man nicht alle bedeutende andere Vortheile dieser Form aufgeben, so war 
kein anderes Mittel für Platzgewinnung da, als dafs sogenannte Balcons vor die 
Logen und etwas tiefer als diese gelegl wurden. Diese Balcons nehmen nun freilich 
eiue gröfse -Menge von Zuschauern mehr auf, und bieten die angenehmsten Plätze 
dar, indefs ist von der andern Seite nicht zu leugnen, dafs die Logen selbst dadurch 
in sofern verlieren, als sie mehr in den Hintergrund zuriicktreten und die darin 
befmdlicheri Personen weniger vom übrigen Publikum gesehen werden, und selbst 
weniger dasselbe übersehen können, wodurch wenigstens die Zwischenacte für viele 
Zuschauer auf diesen Plätzen weniger erfreulich sind. Dagegen mögen diese Räume 
der Logen für andere, welche gern unbemerkt und zurückgezogen sich nur dem 
Genüsse der Darstellung hingeben wollen und Zerstreuungen nicht lieben, viel 
Angenehmes haben. Eitelkeit und Zei-streuungssucht wohnt dem gröfseren Theil 
des Iheaterlicbenden Publikums bei, und deshalb hatte man sich im Anfange häufig 
gegen die mehr versteckt liegenden Logenplätze erklärt, mit der Zeit aber hat sich 
auch eine andere Partei gebildet, und es sind gerade die aller verstecktesten Logen- 
plätze im P.'u'terre-Rang die gesuchtesten geworden. 

Durch die Anordnung der ßakons uhd der im Hintergrund legenden Logen 
ward es möglich, dafs dieses Theater unter allen, im Verhältnifs der Grundfläche 
des Theatersaals, die gröfste Anzahl von Zuschauern in sich aufnehmen kann. 

Eine andere Schwierigkeit war die Anbringung einer hinreichend grofsen 
Königlichen MiUelloge, wenn dadurch die Eintheilung der Logen möglichst wenig 
gestört und am wenigsten Plätze fürs Publikum verloren gehen sollten. Die Tiefe 
der mittelsten Logen und die des Balcons im ersten Rang ward hierzu benutzt. 



und der zweite Rang geht ununterbrochen darüber fort. Eine ausgespannte Decke 
von Purpursammet. mit Hermelin gefüttert, an der Brüstung des Balcons vom 
zweiten Rang angebracht und unter demselben an der Decke fortgezogen, so wie 
ein Purpurteppich, mit gesticktem goldenem Wappen über der Brüstung der Loge 
selbst mi ersten Range, geben eine bedeutende Auszeichnung für die Königliche Loge. 

Es ist nicht zu leugnen, dafs der Eindruck des ganzen Theatersaals an Frei- 
heit gewonnen hätte, wenn es möglich gewesen wäre, den Balcon des zweiten 
Ranges fortzulassen, wodurch freilich wieder eine gröfse Anzahl der schönsten 
llatze lortfielen, womit die Theaterkasse sich nicht einverstanden erklären würde. 

Um im Sehen möglichst wenig Hindernisse zu erbalten, sind die Säulchen 
zur Unterstützung der sehr weit vortretenden Logen und Balcons in gegossenem 
Eisen ausgeführt worden; der ganze Saal hat eine wcifse Farbe, welche auf den 
Flachen der Bogenbrüstungen und den Täfelungen des Prosceniums aus einem 
sauber geschliffenen Lack besteht. Die Säulchen, so wie alle übrigen Ornamente, 
smd in Vergoldung gehalten. Das Ganze wird in dieser licbteir Haltung durch 
einen mit einem Kreis von Argand'schen Lampen versehenen Kronleuchter sehr 
leicht und stark beleuchtet. 

Die Einrichtung dieses Kronleuchters ist zuerst von mir für die Erleuchtung 
des Locals in und neben dem Concertsaal angeordnet worden, und hat sich so 
vortheilhaft bewährt, dafs seitdem fast in allen Räumen, für welche man eine starke 
Erleuchtung wünschte, nicht allein in Beriin, Sondern in vielen andern Städten, 
diese Einrichtung nachgeahmt ist. Das Wesentlichste in der Einrichtung des Kron- 
leuchters besteht darin, dafs aufser den sogenannten Druckschirmen von Blech, 
deren innere Flächen, mit einem blendend weifsen Ueberzug versehen, durch Reflex 
das Licht der Lampenflammen erhöhen, noch ein über den ganzen Kronleuchter 
gespannter Gazeschirm so angebracht ist, dafs derselbe das ganze Licht der Flamme 
auflangt und als Transparent durchläfst, wodurch dann auch über dem Kronleuchter 
an der Decke ein schönes mildes Licht verbreitet wird, und nirgend ein dunkler 
Schlagschatten von den blechenen Druckschirmen entsteht. Unmittelbare Beleuch- 
tung, Transparents und Reflex erzeugen, gemeinschaftlich wirkend, ein überall 
gleichförmig verbreitetes Licht, dessen wohlthätige Wirkung bei dieser Einrichtung 
ganz allgemein empfunden und wohl aufgenommen wurde. 

Bei der angeordneten Verzierung der Platfonds, sowohl im Concertsaal als 
im Theateisaal, durch Malereien von unseren ausgezeichnetsten Künstlern, war es 
mir ganz besonders wichtig, die Beleuchtung so zu halten, dafs beim Hinaufsehen 
kein Blenden durch die Lampen und kein störender Schlagschatten entstand, und 
ich fand in der eben beschriebenen Anordnung das einzige Mittel hierzu. Die 
Form eines solchen Kronleuchters ist einfach und angenehm, indem man über den 
Flammenkranz wie in einen schönen grofsen Blumenkelch hineinsieht, den der 
Gazeschirm bildet, in seiner Zusammensetzung mit feinen- goldnen Leistchen, die 
sich im Scheitelpunkt vereinigen. 

Die Decke des Theatersaals ist, so wie ebenfalls die des Prosceniums, flach 
gehalten, beide sind mit einer dünnen Holztäfelung überzogen, die auf einem fei- 
nen Rostwerk von Holz befestigt ist, durch, welches sie vor dem Reifsen und 
Ziehen gesichert, und zugleich zur Resonnanz geschickt gemacht wird, wodurch 
die Deutlichkeit und Schönheit der von der Bühne kommenden Töne sich merk- 
lich vermehrt. 

Der von dem Logen -Kranz umgebene Hauptplatfönd ist in Form eines Ve- 
lariums verziert, welches über dem vergoldeten Kranzgesims der Logen und um 
einen Innern Ring, der die Oeffnung für den Kronleuchter umschliefst; angespannt 
ist, und in seinen neun Abtheilungen die Bilder der Musen trägt. Die Räume 
aufserhalb desVelariums, welche als neun Kreisstücke an dem Kranzgesims der Logen 
und als zwei Dreiecke am Kranzgesims des Prpsceniums hinlaufen, sind in blauer 
Farbe gehalten, um den Himmel anzudeuten, den man hinter dem aufgespannten 
Zelte wahrnimmt. Das Velarium selbst ist weifs und hat in flacherhobener Arbeit 
goldene Verzierungen, die eine starke Stickerei nachahmen. • Die Figuren der Musen 
sind in schönen lebendigen Farben sehr glücklich von dem Herrn Professor Wach 
ausgeführt. Der Platfond des Prosceniums theilt sich iu zwei Theile, der erste 
zwischen den Seitenwänden, in welchem sich die gewünschten Seiten-Logen des 
Prosceniums befinden; der zweite gehört dem eigentlichen Proscenium an, welches 
sowohl an den Seiten als am Platfond in ruhigen weifsen Massen die- Scene als 
Rahmen umgiebt. 

Die sämmtlichen Flächen sind hier mit weifsem, geschliffenem Lack über- 
zogen und mit Goldleisten umfafst; in einer grofsen Füllung der ersten Abtheilung 
ist das Bild eines. Bachaiials in schönen Farben durch den Herrn Professor Schadow 
ausgeführt. Ursprünglich war dazu von mir eine Fieihe tanzender und musizirender 
Gestalten componirt auf einem einfachen weifsen Grunde, wie die Musen des 
Hauptplatfonds in Farben ausgeführt gedacht, um an diesem hohen und für eine 
ganz genaue Betrachtung nicht geeigneten Orte mehr nur eine bedeutende Ver- 
zierung, als ein für sich bestehendes Kunstwerk zu bilden. Vielleicht wäre dadurch 



noch mehr Harmonisches in das Ganze gekommen, als durch das gegenwärtige ah 
sich sehr schön, aber mehr in mannigfaltiger dramatischer Form und mit einem 
Himmel und Hintergrunde ausgeführte Werk, welches auf besonderes Veriaiigen 
des Künstlers angenommen wurde, und welches im Ganzen vielleicht zu schwer 
an diesem Platze ist. 

Als Verzierung des eigentlichen Prosceniums ist in der Mitte des Platfonds 
ein Clypeus mit dem in Hautrelief gearbeiteten Bildwerk des Pegasus, an jeder Seiten- 
wand gleichfalls ein Clypeus mit einem Kopf des Bachus und des Apollo, angeordnet. 
Der Vorhang bildet einen grünen, mit stark erhabener goldner Stickerei 
verzierten Teppich. Die auf Blatt 14. dargestellte Scenen-Verzierung hatte ich für 
den schönen Einweibungs-Piolog von Göthe augegeben; sie stellte einen an zwei 
.Seiten von Säulenhallen eingeschlossenen hochliegenden Platz dar, dessen Front- 
seite über eine Brustwehr fort eine freie Aussicht über Beriin gestattete, aus dessen 
Mitte sich das neue Schauspielhaus zwischen den beiden, von Friedrich dem 
Grofsen gebauten Kirchthürmen in seiner ganzen Hauptform hervorhob, und dem 
Zuschauer auch die äuisere Form des eben eingeweihten Gebäudes vergegenwärtigte. 

Perspectivische Darstellung des Concertsaals. Blatt 16. 

Aufrils einer langen Wand des Concertsaals. Blatt 17. . ' . 

Platfond-Verzierung des Concertsaals. Blatt 18. 

Um sich in den Zusammenhang der Anordnungen des Concertsaals zu 
finden, wovon die hier gegebenen drei Blätter theilweise Darstellungen enthalten, 
ist ein Rückblick auf die Grundrisse (Blatt 9.) und DurchschniUe (Blatt 10.) nöthig 

Durch -einen besondern Eingang an der südlichen. Giebelseite des Gebäudes 
gelangt man in ein Vestibül, dessen Decke durch zehn dorische Säulen unterstützt 
wird; dem Eingang gegenüber, im Hintergrunde des Vestibüls, liihrt eine breite 
Treppe in den ersten Vorsaal; von diesem tritt man in einen zweiten Saal, aus 
welchem drei Thüren in den Concertsaal führen. Der Concertsaal hat die Höbe 
der zwei Hauptgeschosse des Gebäudes; man steigt der Fensterwand gegenüber 
durch breite Treppen in die Säle und Gallerien, welche den Saal in der Region 
des oberen Geschosses umgeben. Diese oberen Locale liegen mit dem Corridgr 
des zweiten Ranges der Logen im Theatersaal in gleicher Höhe, und dieser Cor- 
ridor macht die Verbindung dieser Locale mit andern grofsen Localen auf der 
entgegengesetzten Giebelseite des Gebäudes, welche man zusammen für die Feste 
benutzt, die während der Carnevalszeit im Saale gegeben werden. Die unmittel- 
bare Verbindung der unteren Locale mit den oberen durch die aus dem grofsen 
Saal hinaufführenden Treppen bringt eine gröfse Annehmlichkeit und Erleichterung 
des gesellschaftlichen Verkehrs in den gesammten, für die Feste bestimmten Räu- 
men hervor. 

Das Local ist an Wänden und Säulen in weifsem, künstlichem Marmor ge- 
halten, und die Ornamente und Glieder sind, wo es die Wirkung erfordert, ver- 
goldet. Die Platfonds sind auf gleiche Art in Weifs und Gold gehalten. Figuren, 
in leuchtenden Farben gemalt, ftillen die Cassetten aus. An den Wänden sind, in 
dem Concertsaal sowohl als in den beiden Vorsälen, runde Nischen angebracht, vor 
welchen im ersteren die berühmtesten Componisten, im letzteren berühmte Schau- 
spieler und Theaterdichter in Büsten aufgestellt sind. Im zweiten Vorsaal, zunächst 
dem grofsen Saale, wird aufserdem die sitzende Marmorstatue Iffland's, vom 
Professor Tieck gearbeitet, welche ein aus Beiträgen mehrentheils der Theater- 
künstler entstandenes Monument ist, errichtet werden. Die Arbeit ist ihrer Voll- 
endung nahe. 

Unter dem Deckengesimse des grofsen Saals tragen an jeder kurzen Seite 
sechs jonische Säulen den Architrav. Diese Säulen haben nur die Höhe des oberen 
Geschosses, und schliefsen an jeder Seite Hallen ab, aus denen man in den Saal 
hinab sehen kann. Gallerien, auf Consolen ruhend, verbinden diese Hallen an 
jeder langen Seite des Saals. Auf derjenigen Gallerie, welche der Fenstervvand 
gegenüber liegt, ist die Königl. Loge angebracht, die einen besonderen Aufgang und 
einen Zusammenhang mit den Königl. Logen im Proscenio des Theaters hat, auch 
mit einigen Zimmern in Verbindung steht, in welche man sich zurückziehen kann, 
um Erfrischungen zu nehmen oder bei Festen dort zu speisen. 

Die Pilasterstellung an den Wänden des Saals über der Gallerie ist dieselbe, 
welche im Aeufseren des Gebäudes an dem zweiten Hauptgeschofs sichtbar ist und 
welche die Fenster bildet. Der Raum, welcher zwischen den Pilastern und dem 
Gesimse der Saaldecke bleibt, ist mit hocherhobenen Figuren ausgefüllt, so dafs 
Pilaster und Figur zusammen der Höhe der jonischen Säulen im Saal gleich ist. 
Die Figuren an der Fensterwand stellen nach der Fieihe von der Linken zur 
Rechten dar: 

Die Hoffnung, Ganimed mit dem Adler, eine Victorie, einen Heros, Diana, 
Endymion, eine Tänzerin, Eros mit der Löwenhaut über dem Kopfe 
und mit der Herkuleskeule. 
V • - • 2 



Auf der gegenübersleheiulcii Wand: 

Eine Bachantin, einen Bachanten. Ariadnc. Bachiis, eine Nymphe, einen 
Hirten, eine Muse und Orpheus. 
Diese Figuren sind sämmüicb vom Prof. Tieck, zum Theil mit Benutzung 

antiker Motive, modellirt. 

Die Masken in den verschiedenen Cassetten der Decke steilen figürlich ver- 
schiedene Gattungen der Musik dar. die religiöse, die kriegerische, die bachische, 
ländliche elc; auch sieht man den Bellerophon mit dem Pegasus, und den Apollo 
auf einem Schwan. Sie sind, so wie zwei grofsc Wandbilder im unteren Räume des 
Saals, die Cäcilia und den Orpheus darstellend, von den Professoren Kolbe und 

Dähliug ausgeführt. 

In dem ersten Vorsaal bat der Maler von Klöber die Wände und die 
Decke mit mythologischen Darstellungen verziert. 

Im zweiten hat der Maler Hensel an den Wänden Scenen aus den be- 
rühmtesten Tnigödicn des Alterlhums und der neueren Zeit gemalt, und die Cas- 
setten der Decke mit Genien in verschiedener Stellung geschmückt. 

Die Wände des mit dem Saal und den oberen Räumen in Verbindung 
stehenden Treppen -Aufgangs sind mit bunten Arabesken auf Täfelungen gemalt, 
welche der Maler Stürmer ausgeführt hat. Der erste obere Saal ist an W^'inden 
und Decke mit mythologischen Vorstellungen durch den Maler Höcker verziert. 
In dem zweiten Saal, welcher die Säulenhalle im Concertsaal bildet, hat Professor 
Schumann Bachanalien in Kindergestalten ausgeführt 

Der Saal und die anstofsenden Räume werden Abends durch hängende 
Kronen erleuchtet, deren Einrichtung bereits beschrieben worden ist 

Das ganze Local wird mit erwärmter Luft geheizt, welche im grofsen Saal 
aus Candelabern strömt, die aus getriebenem Kupfer gearbeitet sind. 

Bei Conccrten wird ein besonderes Amphitheater für die Musiker in dem 
Saal aufgerichtet, dessen Verbandstücke in Räumen neben dem Saale aufbewahrt 
werden. 



Reihen von Kaufläden, welche die Strafse bilden, bei denen im Enlresol kleine 
Wohnungen eingerichtet sind; das Gebäude unter den Linden, mit der auf zwölf do- 
rischen Säulen ruhenden Durchfahrt, enthält im oberen Geschofs einen grofsen 
Saal und in den Seitenflügeln Raum, beides für eine öffentliche Bestimmung. 

Auf der Abtheilung A ist die Fa^ade des Gebäudes unter den Linden vor- 
<>estellt, aufl> eine perspectivische Ansicht der ganzen Anlage, von der Brücke aus 
gesehen. Der übrige Theil der Strafse von / bis zur Brücke (Abtheilung €T) ist 
an der Seite ck mit neuen Gebäuden für die Militair-Werkstätte versehen, auf der 
Seite /» sind Gärten und Bäder angelegt, der neue Theil der Dorotheenstrafse ce ist 
gleichfalls zu beiden Seiten mit neuen Militair-Gebäuden eingefafst worden, so dafs 
diese ganze Anlage als vollendet betrachtet werden kann. 

In t ist das auf einem der nachfolgenden Blätter dargestellte neue Gebäude 
der Ingenieur- und Artillerie-Schule im Plane angegeben. 



Blatt 19. 

Die neue Anlage der verlängerten Wilhelmsstrafse in Berlin. 

Gegen das Ende des Schiffbauerdamms befand sich in früherer Zeit eine 
hölzerne Lauf brücke, die denselben mit der Dorotheenstrafse in Verbindung setzte, 
indefs wurde das Bedürfnifs bald gefühlt, diese Verbindung auch für Wagen 
möglich zu machen, und das Ober-Hof-Bau-Amt erhielt, unter der Regierung 
Friedrich Wilhelms des Zweiten, den Auftrag zur Ausführung einer Brücke 
auf massiven Pfeilern in einer angemessenen Breite. Dieser Bau war bereits be- 
gonnen, ein Paar Pfeiler gegründet, auch die alte sehr schadhaft gewordene Lauf- 
brückc abgebrochen, als niancherlei Ereignisse den Fortgang des Baues unterbrachen. 
Eine Reihe von Jahren blieb diese langgedehnte Gegend der Stadt, zwischen der 
W'eidendammer- und Unterbaums-Brücke, ohne Brücken- Verbindung mit dem an- 
dern Ufer des Flusses. Im Jahr 1819 gewährte der König Friedrich Wilhelm 
der Dritte die Bitte der Bewohner des Schiff bauerdamms für die Fortsetzung 
<les Brückenbaues. Bei der Wiederaufnahme des Bau-Projects fand sich, dafs bei 
einer so wichtigen Anlage auch die weiteren Umgebungen Berücksichtigung ver- 
dienten, und dafs hiernach die Anlage der bereits gegründeten Brückenpfeiler nicht 
vortheilhaft war. Die Brücke würde durch eine schiefliegende enge Gasse in die 
Dorotheenstrafse geftihrt haben, welche letztere an dieser Seite keinen Ausgang hatte, 
indem die Räume des alten Pontonhofs und ein Grundstück No. 76. unter den 
Linden, die ganze Gegend von den Linden bis zum Wasser einnahmen. Der 
Ankauf dieses Grundstücks No. 76., und eine Abfindung mit den Militair-Behörden 
wegen eines Theils des gedachten Pontonhofs, liefs bei dieser Gelegenheit eine 
höchst vortheilhaftc Anlage fiir die Communication in diesem weitläuftigen, aber 
zu beiden Seiten des Wassers ganz geschlossenen Theile der Stadt zu. Der König 
genehmigte einen von dem Unterzeichneten entworfenen Plan, wonach man durch 
<las Haus No 76. unter den Linden, dem man eine diesem Zwecke entsprechende 
Form gab, eine Verlängerung der Wilhelmsstrafse bis zum Wasser erhielt. In der 
Richtung dieser Verlängerung verbindet hier die neue Brücke diese Strafse mit dem 
Schiffbauerdamm, und die Dorotheenstrafse erhielt durch eine gerade Verlängerung 
ebenfalls einen Ausgang in die verlängerte Wilhelmsstrafse; es wurden also drei 
Hauptstrafsen der Stadt in den be«piemsten Zusammenhang gebracht 

Der Gnmdplan C zeigt bei a die Verbindung unter den Linden, bei b mit 
dem Schiff bauerdamm, bei c mit der Dorotheenstrafse. Ferner ist darauf angegeben: 
bei fg die alte Lage der Brücke, bei fe die ehemalige kleine Wassergasse, und in 
dem Räume feich mit punctirten Linien die ehemals auf dem Poutonhofe gele- 
genen Gebäude. Die neue Anlage al wuixJe einem Entreprencur unter der Be- 
dingung, nach Vorschrift zu bauen, als Eigenthum übergeben; sie besteht aus zwei 



Blatt 20. 91. 

Entwurf zu einem Gel}äu(le für die Sing-Academie in Berlin. 

Die Sing- Academie benutzte bisher dieLocale, welche für die Academie der 
Wissenschaften bestimmt waren, mufste aber ihre üebungen einstellen, wenn öf- 
fentliche Sitzungen bei der Academie der Wissenschaften oder Kunstausstellungen 
bei der Academie der Künste eintraten. Diese regelmäfsigen Störungen wurden 
durch die, welche der Bau im academischen Gebäude seit einer Reihe von Jahren 
veranlafste, so sehr vermehrt, dafs der W^unsch ausgesprochen ward, dem Institute 
ein ganz eigenes Local zu verschaffen, dessen Bau auf Actien unternommen, und 
wozu vom Könige ein Platz erbeten werden sollte. Ein hiernach gemachter Antrag 
erhielt die Allerhöchste Gewährung der Bitte, es ward der Sing-Academie zu diesem 
Zwecke der Platz überwiesen, welcher durch Ausfüllung eines Theils des Grabens 
hinter dem neuen Wachtgebäude neben dem Finanz-Ministerium gewonnen ward. 
Dieser Platz ahcd (Blatt 20.) ist an der einen Seite ad von dem Graben ef, an der 
andern ch von den Gebäuden und dem Garten des Finanz-Ministeriums begrenzt; 
die Bedingung bei dem Entwürfe war: die Stellung und Gröfse des Gebäudes so 
zu wählen, dafs die Fenster des Finanz- Ministeriums von 6 bis Ar nicht bedeckt 
würden, dafs noch ein Communications- Gang ander Grenze von h nach c bliebe, 
und dafs das neue Gebäude bei de nicht über die Fluchtlinie der Dorotheenstrafse 
hinaus träte. Die Gröfse des Raums für das Gebäude war also hierdurch genau 
vorgeschrieben. Hiernach wurde angenommen, dafs der nach obigen Bedingungen 
nothwendig geforderte Vorplatz ahkl zu einer Gartenanlage benutzt werden sollte, 
durch welche man jedoch auch mit einem Wagen bis zum Haupteingange gelangen 
könnte. In Fig. w^ ist etwas blässer der Grundrifs des unter der Tribüne befind- 
lichen Theils des Gebäudes gezeichnet worden: man tritt in ein Vestibül m, von 
da in den Corridor n, welcher bei p, längs dem Saal hin, zum Amphitheater des 
Chors führt; diesen Weg nehmen die Mitglieder der Sing-Academie. Die Zuhörer 
steigen von dem Corridor n aus entweder die Treppen qq nach den Tribünen, 
welche an drei Seiten den Saal umgeben, oder gehen durch die Thüren o in den 
unteren Raum des Saals vor dem Amphitheater des Chors. Unter den Treppen qq 
sind Locale fi'ir den Portier und zum Ablegen der Hüte, Mäntel etc. angebracht. 
In Fig. B ist der vollständige Grundrifs des Gebäudes dargestellt. Die Decke des 
Hauptsaals ist von dorischen Säulen getragen, welche um drei Seiten des Saals 
laufen und hinter denen die Tribünen liegen; sie stehen auf einem ringsum laufen- 
den Socle von 12 Fufs Höhe, an welchen sich im Hintergrunde das Amphitheater 
für das Chor anlehnt, und in diesem Socle laufen die Corridore, welche oben er- 
wähnt wurden, um den Saal. Hinter dem Hauptsaal liegt ein kleinerer Saal r für 
die Vorübungen, welcher aber für aufserordentliche Gelegenheiten mit dem Haupt- 
saal zu verbinden ist, indem man die leichten Wände zwischen den vier Säulen 
und zwei Eckwandpfeilern herablässt Unter diesem Saale und in den Räumen 
sss, durch drei Geschosse, ist die Wohnung des Directors der Anstalt angebracht 
worden. Das Local sollte mit envärmter Luft geheizt werden. Sämmtliche hier 
angefi'ihrte Einrichtungen gehen aus dem Querprofil C (Blatt 20.) und dem 
Längenprofil (auf Blatte 21.) näher hervor. In D ist die Vorderfa^ade, in E das 
Portal nach gröfserem Maafsstabe, in F die mittlere Krönvmg des Giebels, und auf 
Blatt 21. die perspectivische Ansicht des Ganzen dargestellt Die Ausführung 
dieses Projects ist nicht unternommen worden, sondern es ist ein anderer, nicht 
von mir entworfener Plan zur Ausführung gekommen. 



Blatt 32. 

Das Kriegsdenkmal auf dem Kreuzberge bei Berlin. 

Nach den siegreichen Jahren 1813, 14, 15 hatte der König verordnet, dafs 
auf den Schlachtfeldern Denkmale von Eisengufs, im Styl des Mittelalters, errichtet 
würden; nachdem diese ausgeführt, sollte bei der Residenzstadt des Reichs ein 
gröfseres Monument die gesammten Begebenheiten jener denkwürdigen Jahre be- 
zeichnen, welches den Allerhöchsten Absichten gemäfs in gleicher Masse und in 
einem analogen Styl mit jenen einzelnen Denkmalen der Schlachtfelder entworfen 
werden sollte. Der Allerhöchst genehmigte, hier vorgestellte Entwurf, welcher von 
der Königl. Eisengiefserei vortrefflich ausgeführt wurde, bildet ein thurmartiges 
Gebäude, nach den Verhältnissen derer, welche in den Details am Dom zu Cöln 
gefunden werden. Der Grundrifs ist ein Kreuz mit gleichen Balken, ein jeder 
Balken hat in angemessener Höhe drei Nischen, so dafs im Ganzen zwölf Nischen 
um das Denkmal angebracht sind; jede derselben ist mit einer kolossalen Statue 
ausgefüllt, in welcher der Genius einer Hauptschlacht charakterisirt ist Der Aus- 
druck des Kopfes, das gewählte Alter, das Costume, die aus den Ereignissen ent- 
lehnten Attribute, und endlich auch manche Portrait Aehnlichkeit, haben die Motive 
zu einer sehr mannigfaltigen Charakteristik und Bedeutsamkeit dieser Gestalten 
hergegeben, über welchen die Architekturmasse des Denkmals nur den schützenden 
und zur Verehrung errichteten Baldachin abgiebt. An den Massen der Architektur 
unter den Nischen sind die Namen der Schlachten und die Tage des Ereignisses, 
so wie an der beim Hinaufsteigen des Berges sich darbietenden Vorderseite die 
Hauptinschrift angegeben. Die zwölf vorgestellten Schlachten sind in folgender 
Ordnung angebracht: An den vier Vorderfronten des Kreuzes stehen Grofs- 
Görschen, Leipzig, Paris und Belle -AUiance, in dem Winkel zwischen 
Grofs-Görschen stehen Cu Im und Denn ewitz, zwischen Leipzig und Paris stehen 
Wartenburg und La Rothiere, zwischen Paris und Belle -AUiance stehen Bar 
sur Aube undLaon, zwischen Belle-Alliance und Grofs-Görschen Grofs-Beeren 
und Katzbach. Die Ausführung der Statuenmodelle fiir den Gufs bearbeiteten 
die Herren Professoren Rauch, Tieck und Ludwig Wichmann. 

Die Masse des Eisens, von dem mit Steinplatten belegten, auf eilf Stufen er- 
hobenen Platze an bis zum obern Rande des Kreuzes, beträgt 64 Fufs, und die 
ganze Höhe des Monuments, vom Erdboden bis zur Spitze, 70 Fufs; der Durch- 
messer des erhobenen achteckigen Platzes, um welchen am obern Rande der eilt 
steinernen Stufen ein eisernes Gitter zwischen acht kleinen Eckthürmen läuft, beträgt, 
von der Mitte der einen Seite bis zur Mitte der gegenüberliegenden, 76 Fufs. 

Unter der geometrischen Ansicht des Denkmals auf dem vorliegenden Blatt 
ist im Kleinen der Grundrifs des Monuments angegeben. Der bezeichnete Maafs- 
stab bezieht sich auf die obere Ansicht. 



Blatt 23. 

Die vereinigte Ingenieur- und Artillerie -Schule unter den Linden 

in Berlin. 

Ehemals standen an dieser Stelle drei neben einander liegende, in den Mauern 
sehr niedrige, aber mit sehr hohen Dächern versehene Schuppen des Pontonhofs, 
welche für die schöne Strafse eine unangemessene Lage hatten und eine sehr stö- 
rende Lücke in der Reihe der Häuser machten. Bei dem Entwürfe zu diesem 
neuen Gebäude, welches die verschiedenen Lehrsäle des Instituts, die Locale für 
Bibliothek, Instrumenten-Sammlung, die Speisesäle, die Wohnungen vieler Zöglinge, 
der Directoren und Lehrer enthält, suchte ich die Verhältnisse unter den man- 
cherlei ungünstigen Bedingungen, welche die Einrichtung so verschiedenartiger 
Räume auf einem doch nur beschränkten Platze und die im allgemeinen gewünschte 
Sparsamkeit bei der Bauausft'ihrung forderten, möglichst so zu gestalten, dafs das 
Gebäude an seinem Orte durch eine einfache und, im Vergleich mit den neben- 
liegenden Privathäusern, durch eine grofsartige Architektur sich als ein öffentliches 
Gebäude ankündigen möchte. 



Blatt ^4. 

Entwurf zum Bau der neuen Sclilofs -Brücke in Berlin. 

Die ehemalige Hundebröcke am Zeughause war eine gewöhnliche hölzerne 
Jochbrücke, welche in der Umgebung von so imposanten Gebäuden, wie das Zeug- 
haus und das Königl. Schlofs, in der breitesten und schönsten Strafse der Stadt, 
ein höchst dürftiges Ansehen hatte, und diese in ihrer Art unvergleichlich schöne 
Strafse auf das Unschicklichste verengte und verunstaltete. Nachdem einige Jahre 
zuvor eine andere, zwar massive, aber auch diese Strafse verengende Brücke über 



(lern Ornben am Oponihnnso wcggcsrhafft und der Graben in einem Gewölbe 
unter dieser Shafse we^^rfuhrt worden vvnr, wotbiroh ein schöner und geräumiger 
Platz (ür das neue Wacbtgebaude und für Promenaden zu beiden Seiten der 
Strafse gewonnen ward, iebltc nichts zur VervoUkomninung der von dem Branden- 
burger Thor bis zum Sclilosse fiihrcnden Strafse, als der Bau einer neuen Brückt 
über den Fiufs an der Stelle der Hundebrücke. Es war der WillO; des Königs, 
dafs die Strafse durch die neue Anlage der Brücke keine Verengung erleiden sollte, 
weil hierdurch allein eine üebereinstinunung mit der groVsartigen Umgebung hervor- 
gebracht werden konnte. Hiernach erhielt die Brücke die vielleicht von keiner andern 
Brücke übertroflene Breite von 104 Fufs. Diese Breite, bei einer unvortheilhaften 
Lage der Strafse und folglich auch der Brücke gegen die Richtung des Flusses, 
der von derselben schiefwinklig geschnitten w^urde, so wie die höchst unbedeu- 
tende Höhe der Plufsufer, stellten dem Werke,' besonders da es ein Massivbau 
werden sollte, nicht geringe Schwierigkeiten entgegen. Eine der hauptsächlichsten 
dieser Schwierigkeiten, der Durchlafs der Schiffe durch die Brücke, konnte dadurch 
gehoben werden, wenn eine längst beabsichtigte Wasser-Conimunication aufserhalb 
um die Stadt durch die Schiffbainmachung des sogenannten Landwehrg!*abens gleich- 
zeitig mit dem Brückenbau ausgeführt wurde, und nachher die Vortheile eintraten, 
welche der von des Königs Majestät genehmigte, Von nur späterhin entworfene 
Plan für die Verlegimg der Packhöfe und Air die bequemere Einrichtung der 
Wasser- Communication innerlialb der Stadt, in Verbindung mit dem Bau eines 
neuen Museum -Qebäudes am Lustgarten, gewährte. 

Umstände verhinderten die Schiffbarmachung des Landwehrgrabens, und 
deshalb konnte die Brücke nicht vollkommen nach der auf vorliegendem Blatt ge- 
gebenen Ansicht ausgeführt werden. Der mittlere Bogen ist bei der Ausführung 
weggefallen, und statt dessen sind neben den Pfeilern ein Paar massive Vorlagen 
gebaut worden, welche theils dazu dienen, diese Pfeiler zu verstärken, um dem 
Schub des Bogens beiJser zu widei-stehen , welcher jetzt nur von einer Seite gegen 
den Pfeiler wirkt, theils um darin die Gegengewichte für die Aufzug-Klappen an- 
zubringen, welche die OelTnung zwischen jenen Vorlagen schliefsen. Auch wurde 
unter diesen Umständen, wo die Bogenspannung nicht ununterbrochen durch das 
ganze Werk fortläuft, ein höherer Bogen für die Wölbungen gewählt, der bei dem 
in der Darstellung angegebenen Wasserstande unmittelbar über dem Wasser seinen 
Anfang nimmt. Die drei Hanptabtheilungen der Brücke, welche mit Sculpturen 
auf liohen Fufsgest eilen bezeichnet sind, haben bei der Ausiührung das genaue 
Maafs des ursprünglichen Entwurfes behalten, so dafs in künfliger Zeit, bei ver- 
änderter Flufspassage, die Anordnung dreier gleich grofser Bögen, wHe sie in der 
hier gegebenen Ansicht erscheint, noch immer zur Ausführung kommen kann, in- 
dem der mittlere Bögen eingewölbt wird und die Vorlagen weggenommen werden. 

Das Geländer der Brücke besteht aus grofsen Füllungen von durchbrochener 
Eisengufs- Arbeit, ai'abeskenartig verschlungene Seepferde wechseln mit Tritonen 
und Delphinen ab. Die dazwischen stehenden Fufsgestelle sind aus feinpolirten 
grofsen Granitblöcken zusammengesetzt, deren Bearbeitung in Berlin in der gröfsten 
Vollendung ausgeführt ward. .Auf diesen Fiifsgestellen sind Gruppen gedacht, 
welche eine allgemeine Beziehung auf die Bestimmung dieser grofsen Stralse haben, 
an welclier die Denkmale der Helden aufgestellt werden. 

In den Gruppen sind Momente von Helden und Siegesgöttinnen ganz ideal 
aufgefafst; unter den hier gewählten Gegenständen sind folgende: Ein junger Held 
von einer Siegesgöttin in den Kampf geführt, ein Held von ihr gekrönt, ein Held 
im Kampf von ihr unterstutzt, ein sterbender Held in ihren Armen u. dergl. 



Blaf t 25. 96. 

Das Schlöftchen Tegel. 

Das Schlöfschen Tegel, eine Besitzung des Königl. Prcufs. Staats- Ministers 
Baron von Humboldt, liegt LJ Meilen von Berlin in einer von schönen Waldungen, 
Hügeln, Wiesen und S^en gebildeten, höchst angenehmen Gegend, welche von den 
Einwohnern Berlins auf ihren Landparticen häufig besucht wird. Die Liberalität 
des Besitüers hat den freien Eintritt in den Garten gestattet, dessen mannigfaltige 
Spaziergänge die schönsten Puncto für den Genufs der Landschaft berühren. Das 
Schlöfschen selbst, ehemals in einer alterthümlichen Bauart; mit einem ThÜrmchen 
versehen, von schattigen hohen Baumgruppen umgeben, trug wesentlich zur Schön- 
heit der Gegend bei, es mufste daher der W^unsch entstehen, dafs der durch die 
Bauf-illigkeit des Gebäudes herbeigeführte Neubau in einem Styl geRihrt würde, 
welcher für das Malerische der Gegend eine gleiche Wirkung hätte und zugleich 
den Charakter eines Schlöfschens behielte, welcher so lange schon dem alten Ge- 



bäude ein allgemeines Interesse gewährt hatte. Die gewünschte Erhaltung eines 
Theils dieses alten Gebäudes, an welches sich manche schöne Erinnerung eines 
alten Besitzthums knüpfte, und welches in diesem Theile gut fundamentirt und 
mit festgewölbten Kellereien versehen ist, trug besonders dazu bei, dem neuen Bau 
die eigenthümliche Form zu geben, welche in der hier gegebenen Darstellung her- 
austritt. Die perspectivische Ansicht, Blatt 25., giebt einen Begriff von der Haupt- 
form und zugleich von der Lage des Gebäudes; der Standpunct isi: auf einem 
Hügel genommen, der gegen die Ebene hinab mit Wein bepflanzt, oberhalb aber 
mit Wald bedeckt ist, in welchen sich ein Theil der Spaziergänge des Gartens hin- 
einzieht. Die unter diese perspectivische Ansicht gestellten Grundrisse des Schlosses 
zeigen in den grau bezeichneten Mauern den alten stehen gebliebenen Theil des 
Gebäudes, in den schwarz dargestellten Mauern den neuen Bau. Die brauchbaren 
Theile des alten Thurms sind die Veranlassung, das Gebäude an jeder Ecke mit 
einem Thurme zu versehen, und hierdurch besonders den Charakter eines Schlöfs- 
chens hervorzubringen. Diese Thürmchen, oberhalb durch dazwischen liegende 
Gallerien verbunden, enthalten Wohnungen, welche durch die verschiedenartigen 
Aussichten, die man aus ihren Fenstern auf die Gegend hat, höchst heiter und 
angenehm gemacht werden. Die Seitenfac^ade und Gartenfa^ade, Blatt 26., zeigen 
diese Einrichtungen näher; unter diesen ist die perspectivische Ansicht des Vestibüls 
gestellt, welches im untern Geschofs durch die ganze Tiefe des Gebäudes reicht 
und zugleich als Garten -Salon benutzt wird, indem eine solche Einrichtung der 
Treppen und Communicationen zum Theil im Souterrain getroffen ist, dafs dieser 
Fiaum, ob er gleich das ganze Gebäude durchschneidet, umgangen werden kann, 
und keine Passage für die Dienerschaft des Hauses wird. Ein Theil der schönen 
Sammlung von antiken Marmorsculpturen und Abgüssen classischer Werke schmückt 
dieses Vestibül; ein anderer ist in den übrigen Sälen und Zimmern des Schlöfschens 
aufgestellt. Diese Sammlung giebi dem Besitzthume einen ganz vorzüglichen Schmuck 
und gewährt ein Interesse, welches bei den Landsitzen unserer Gegenden bis jetzt 
noch einzig in seiner Art ist. Der Styl der Architektur ist in Beziehung dieses 
Schmuckes einfach gewählt und aus den Formen der Gebäude des griechischen 
Alterthums entlehnt. Unter den im Vestibüle aufgestellten Antiken fällt in der 
perspectivischen Zeichnung der kleine Brunnen in der Mitte des Raumes auf, um 
welchen ein bachisches Basrelief läuft; er stand in der Kirche des heiligen Calixtus 
zu Rom, und es war der Glaube, dafs dieser Märtyrer in demselben ersäuft worden 
sei. Herr Baron von Humboldt, vormals Preufs. Gesandte in Rom, erhielt vom 
Papst Pins VH. die Erlaubnifs, diese Antike ausführen zu dürfen. In einer auf den 
untern Gliedern eingegrabenen lateinischen Inschrift sind diese geschichtlichen No- 
tizen jetzt dem Monumente bleibend gemacht worden. Aufser den architektonischen 
Gliederungen der Gesimse, Balkenbänder, Pilaster und Architrave am Aeufseren 
des Gebäudes, ist kein anderer Schmuck als die Ausfüllung von vier Nischen in 
der Garteufa^ade mit antiken Statuen und eine Verzierung am obern Theile des 
Gebäudes, wozu die genaue Lage desselben gegen bestimmte Himmelsgegenden 
hin Veranlassung gab. Es sind nämlich auf den breiten Architraven, welche die 
obersten Thurmfenster decken, rings um das Schlofs die acht Winde nachgebildet 
und gegen die ihnen eigenthümliche Himmelsgegend angebracht, welche sich an 
dem alten Windthurme de5 Andronicus Cyrrhestes in Athen befinden. Dem Pro- 
fessor Rauch ward der Auftrag, diese Pieliefs in seiner Werkstatt bearbeiten zu 
lassen, welche, bei ihrer schönen Ausführung, der Architektur des Ganzen ein 
höchst zierliches Ansehen geben. 

Mit seiner heiteren Mauerfarbe und den hellen bläulichen Zinkdächern ist 
das Gebäude in der Umgebung der dunkeln Baumgruppen von der freundlichsten 
Wirkung und aus weiter Ferne bemerkbar. 

Der Ball ward im Jahre 1822 angefangen und im Jahre 1824 vollendet. 



Blatt 39. 38. 29. 

Das Jagdschlofs Antonin. 

In der dem Königl. Statthalter im Grofsherzogthum Posen, Fürsten Radzi - 
will, zugehörigen Herrschaft Przygodzice, unfern der Hauptstack Ostrovo, befindet 
sich eine schöne Waldgegend, von Seen und Wiesen durchschnitten, welche sich 
der Fürst wählte, um daselbst ein Jagdschlofs zu erbauen. Die Aufgabe hierzu 
ward so gestellt, dafs etwa vierundzwanzig Jagdfreunde in dem Schlosse ein Unter- 
kommen finden sollten, dafs ein grofser Saal, mit Caminen ausgestattet, die Gesell- 
schaft vereinigen, und das Gebäude hoch geführt werden müfste, um den Bewoh- 
nern aus den oberen Fenstern eine Uebersidit der weiten Waldgegend zu gestatten. 
Ferner ward verlangt, dafs der Bau in Holz geführt werde, theils weil dies Material, 



im Ueberflnfs vorhanden,' den geringsten Aufwand verlange, theils den Vortheil der 
Wärme und Trockenheit im Innern gewähre, welches bei der Lage desselben 
zwischen Wiesen und Waldung zu berücksichtigen sehr nöthig gefunden wurde. 

Nach diesen Bedingungen ist der Entwurf entstanden, welcher auf Blatt 
27. 28. 29. dargestellt ist. Der Bau bildet ein Achteck von vier Geschossen, an 
vier Seiten desselben sind viereckige Pavillons von drei Geschossen angebaut, das 
Ganze ruht auf einem hohen massiven Unterbau, um die Feuchtigkeit des Bodens 
von dem Holze zu entfernen und die Küchen und Keller aufzunehmen. Durch 
drei Geschosse hindurch reicht der mittlere grofse Saal, welcher das ganze Achleck 
füllt und mit Gallerien, auf Pfeilern ruhend, umgeben ist, welche rings in die Ge- 
schosse der Pavillons führen. In jedem Geschosse eines Pavillons befindet sich ein 
Zimmer für zwei; auch drei Gäste, mit einem Schlafcabinet und einem Vorzimmer, 
neben welchem das Bett eines Dieners verdeckt angebracht ist. Der Grundrifs auf 
Blatt 29. zeigt das Nähere. In diesem Grundrifs sieht man einen Pavillon für die 
Treppe des Gebäudes benutzt, neben welcher eine Portierstube und in den oberen 
Geschossen Domestiquenstuben liegen. In einem anderen Pavillon ist im unteren 
Geschosse die Abtheilung der Cabinete nicht eingebaut, sondern der ganze Raum 
für einen gröiseren Wohnsalon benutzt; in der Mitte dieses Salons steht eine mas- 
sive Säule, welche die Feuerungen trägt, die in den oberen Geschossen lür die 
Heizung der Cabinete nöthig ist, welche daselbst mit gesprengten Wänden con- 
struirt sind. Der grofse achteckige Saal in der Mitte des Gebäudes, dessen getä* 
felter Fufsboden in der einen Hälfte des Grundrisses, dessen Balkendecke in der 
anderen Hälfte des Grundrisses angegeben ist, hat eine starke Mittelsäule, die, wie 
das Profil darstellt, bis zur Spitze des Gebäudes hinausgeführt ist. An dieser Säule 
sind unten von zwei Selten Camine angebracht, um welche sich die Jagdgesellschaft 
versammelt; die Essen dieser Camine laufen in der Säule zur Dachspitze hinaus. 
Auf der starken Mauer dieser Säule ruht in der Mitte die Balkendecke des grofsen 
Saals über dem dritten Geschofs und die oberste Balkendecke in dem achteckigen 
Mittelbau des vierten Geschosses, so wie zugleich die schrägstehenden Dachstuhl- 
Säulen an. dieser Mauersäule Unterstützung finden. Die Architektur im Innern des 
Saals, welche aus der perspectivischen inneren Ansicht (Blatt 28.) deutlich heraus- 
tritt, ist ganz In polirten Holzarten ausgeführt; zwischen den sichtbaren Balken der 
Gallerien und der Decken sind Täfelungen mit arabeskenartigen Verzierungen au- 
gebracht. An vier Seiten des Saals gehen durch alle drei Geschosse hindurch 
Fenster, welche den Saal und die Gallerien erleuchten, auf den vier anderen Seiten 
liegen in jedem Geschosse je zwei Thüren, welche in die Abtheilungen der Cabi- 
nete führen ; zwischen diesen Thüren sind die Wände mit Bildern von Jagdgegen- 
ständen ausgefüllt. Im ersten Geschofs bleibt zu jeder Seite eines Fensters bis zur 
nächsten Thür der Fiaum zusammen für acht Glasschränke, in welchen die Jagd- 
gewehre aufgestellt sind, oberhalb stehen zur Verzierung Büsten auf diesen Schrän- 
ken. Hinter den grofsen Caminen der Mittelsäule sieht man auf Blatt 29. davon 
etwas angedeutet. Das um die Mittelsäule fortgeführte Kranzgesims der Camine 
ist mit Trink- und Prunkgefäfsen bestellt. Die Säule selbst ist in drei Regionen 
mit Hirschköpfen verziert, deren natürliche Geweihe von ausgezeichneter Schönheit 
unter vielen Exemplaren ausgesucht wurden. Ueber dem grofsen Saal sind noch 
vier geräumige Zimmer und drei Kammern, letztere in den Dächern des Pavillons, 
angelegt; mittelst Leitern steigt man bis zur kleinen Gallerie an der Spitze des 
hohen achteckigen Daches, auf welcher die oben angebrachte Flagge des Schlosses 
aufgezogen und herunter gelassen werden kann. 

Um diesem grofsen Holzbaue einige Feuersicherheit zu verschaffen, sind die 
inneren Seiten der Dachflächen mit einem starkeu Lehmüberzuge versehen, die 
sämmtlichen Balkenlagen und alle inneren Wände zwischen den Stielen und Streben 
mit Lehm ausgefüllt, geröhrt und geputzt, auch die Zimmer aller Domestiquen mit 
Estrichen versehen, so wie unter allen Oefen der übrigen Zimmer dergleichen an- 
gebracht sind. Auf Blatt 29. sind die Details der Architektur des inneren Saales 
und des Aeufseren des Schlosses angegeben. Im Grundrisse sieht man zwischen 
den Pavillons die Blumen-Amphitheater- angedeutet, welche sich bis zu den unteren 
Fenstern des grofsen Saales erheben, die in ihrer Mittelpartie als Thüren benutzt 
werden können, aus denen man unmittelbar über diese Amphitheater in den Garten 
gelangt. Die perspectivische Ansicht (Blatt 27.) giebt hiervon etwas Näheres an; 
man sieht hier auf der Sonnenseite ein Zelt über dieses Amphitheater ausgespannt. 
Die Anlage des Schlosses und die Gegend wird dadurch noch angenehmer, dafs 
unfern auf einem Hügel im Eichenwalde die Försterei mit Stallungen für die Herr- 
schaft, im Styl der Schweizerhäuser, angelegt ist, dafs an anderen Puncten, vom 
Schlosse gesehen, zwei Schweizerhäuser für die Prinzessin Elisa, älteste Tochter 
des Fürsten, und deren ältere Brüder, so wie eine kleine Meierei mit einem herr- 
schaftlichen Salon errichtet werden sroUen. ' ^ ^ 

Der Bau dieses Schlosses begann im Jahre 1822, und ist im Jahre 1824 
beendet. 



niatt; 30. 

Der Mineral -Trinkbrunnen auf dem Friedrich -Wilhelms -Platze 

za Aachen. 

Die neu angelegten Pronienailen , welche den Friedrich -Wilhelms -Platz in 
Aachen sehr verschönert haben, erregten den Wunsch, in dieser angenehmen Ge- 
gend der Stadt eine bequemere und anständigere Anlage für den Mineral-Trink- 
brunnen zu gründen, als dieser bisher gehabt hatte. Diese Anlage hatte Schwie- 
rigkeiten, weil das warme Mineralwasser aus bedeutender Ferne hierher geleitet 
werden mufste, und dabei an seinem Wärmegrad verlieren konnte. Genaue Ver- 
suche der Baumeister in Aachen ergaben, dafs der Verlust an Wärme unbedeu- 
tend sei, und die Leitung ward in ausgelaugten eichenen Röhren geführt, welche 
in einem ausgemauerten überwölbten Kanal liegen, der mit Bequemlichkeit begangen 
werden kann, um bei vorkommenden Ausbesserungen zu allen Puncten der Piöhr- 
leitung gelangen, und daselbst arbeiten zu können. 

Der auf Blatt 30. im Grundrifs angegebene Platz ab cd ward iiir das Gebäude 
als der schicklichste erkannt; bei diesem Platze .iber waren folgende Umstände be- 
schränkend: Rückwärts hinter der Grenze von ah durfte nicht weiter, als die hin- 
austretende Rundung und der zmschen dieser und einem fremden Grundstücke 
liegende Winkel im Grundrisse angiebt, mit der Anlage hinausgerückt werden; 
seitwärts, bei a sowohl als bei h, verbieten Privathäuser eine weitere Ausdehnung 
in die Länge; bei c und d konnte das Gebäude gleichfalls nicht weiter vortreten, 
weil die zu beiden Seiten fortlaufenden Spaziergänge eine breite Verbindung cdef 
z^vischen dem Fahrvvege c/ und dem Gebäude erhalten mufsten, und besonders 
bei d eine weiter vortretende Fxke des Grebäudes die Aussicht in die hier in einem 
Winkel nach hinterwärts laufenden Partieen sehr venleckt hätte. Auf diesem so 
beschränkten Platze wurden bei der Anlage folgende Hauptpuncle bedacht: 

Erstens, eine 180Fufs lange Promenade der Brunnengäste in einer Säulen- 
halle, welche durch ihre bedeutende Tiefe von 20 Fufs einen vollkommenen Schutz 
gegen das Wetter gewährt. Dieser Schutz wird noch vermehrt durch die vortre- 
tenden Salons an jedem Ende der Halle, welche die Seitenwinde abhalten. 

Zweitens mufste, um den Abflnfs des warmen Quellwassers, welcher in 
der Mitte der Anlage angebracht ist, ein bedeutend gröfserer Raum angeordnet 
werden, damit das Gedränge lun die Quelle nicht zu grofs werde und die Spazie- 
renden störe. Ein Rundbau von 64 Fufs im Durchmesser hebt sich deshalb in 
gröfseren Verhältnissen aus der Mitte der Anlage hervor, in dessen Hintergründe 
zehn Fufs breite Treppen von zwei Seiten zur Quelle hinabfiihren. 

Der Winkel hinter dem Rundbau ist zur Wohnung des Brunnenwärters 
benutzt. 

Die ganze Anlage, wovon Blatt 30. die Fa^ade, das Profil durch den Riuid- 
bau, die Säule mit ihrem Gebälk und den Platfond des Rundbaues darstellt, ist in 
dorischer Ordnung aufgeführt. Die Wände der Halle und des Fiundbaues sind 
mit Fresco- Bildern ausgemalt gedacht, in welchen schöne imd freundliche Dar- 
stellungen, welche auf die heilenden Kräfte der Natur Bezug haben, eine angenehme 
Unterhaltung für die Brunnengäste darbieten würden. Da der Kuppelbau mit der 
altdorischen Ordnung schon aus geschichtlichen Gründen nicht harmonisch zusam- 
men geht, auch beim Rundbau, welcher von Säulen umgeben war, im Alterthunie 
die Kuppel nur auf die innere Cellenmauer gesetzt wurde, welche bei diesem 
Rundbau gar nicht vorhanden ist, so haln». ich ein flach auisfeigendes Gesparr über 
den Rundbau ohne durchgehende Balken angeordnet, welches nach Art des peri- 
cleischen Odeons zu Athen gegen die Umfangswände gestellt ist; um aber deren 
Ausweichen zu verhindern, liegt als Schwelle, worauf die Sparren versetzt sind, ein 
Kranz auf der Mauer, welcher aus vierfach über einander, mit Bolzen, Schrauben 
und eisernen Bändern fest verbundenen Bohlenstücken besteht, die abwechselnd 
im Verbände über einander gi-eifen, und so eine zusammenhängende Masse bilden, 
die für den vorliegenden Fall nicht aus einander gedrängt werden kann. Ein 
zweiter kleinerer Kranz ähnlicher Art ist angebracht, um die Sparren mit ihren 
Kopf-Enden dagegen zu legen. Dieser letztere Kranz, welchen die Sparren im Ge- 
gensatz mit dem ei-sten, welchen sie aus einander zu treiben streben, zusammen- 
drücken würden, wenn er nicht auf gleiche Weise fest construirt und mit speichen- 
artigen Verstrebungen im Innern versehen wäre, bildet in der untern Ansicht des 
Platfonds eine horizontale Kreis-Ebene, in welcher ein Helios auf dem Wagen mit 
den Sonnenrossen darge4Jtellt gedacht ist, um welchen dann in den nach den 
Sparrenlagen abgetheilten ansteigenden Flächen des übrigen Theiles des Platfonds 
ein Thierkreis gemalt sein könnte. Die Sparren selbst sind auf die hohe Kante 
gestellt und gegen die Mitte des Rundbaues hin verjüngt, um die Decke zu erieich- 
tem, aufsei-dem auch noch unter sich verriegelt. 

Durch diese Anwendung der Bedeckung des dorischen Rundbaues scheint 
eine mit der Ordnung harmonische Hauptform entstanden zu sein, welche in vielen 
anderen Fällen hei neuen Bau -Anlagen Anwendung finden dürfte. 



Der Bau dieser Anlage ist im Jahre 1823 begonnen und im Jahre 1826 
vollendet worden. 



Blatt 31. 32. 33. 34. 

Entwurf zum Bau einer neuen Kirche am 8pittelmarkt in Berlin. 

Die Baunilligkeit des Thurmes auf der kleinen St, Gertrauds-Kirche gab die 
erste Veranlassung zu dem Entwurf, welcher auf Blatt 31. 32. 33. und 34. darge- 
stellt ist. Bei der Lage, welche die kleine Kirche am Ende der langen und schönen 
Leipziger Strafse hat, wo sie schon beim Eintritt in die Stadt duixh das Leipziger 
Thor die weite Perspective der Strafse schliefst imd das Auge auf sich zieht, war 
der Allerhöchst ausgesprochene Wille, dafs ein bedeutenderer Gegenstand an die 
Stelle treten solle. Die Grundfläche, welche die Oertlicbkeit für einen Thurmbau 
an dieser Stelle gestattet, ist zwar nur von geringer Ausdehnung, wenn die frequente 
Strafse nicht zu sehr verengt werden soll, indefs gab eine verhältnifsmäfsige Höhe 
des Thurmes zu dieser Grundfläche immer noch einen viel zu grofsen Bau im 
Vergleich mit der sehr kleinen St. Gertrauds-Kirche, welche in der Gröfse dem 
geringsten Privathause der Umgegend nachsteht; es lag daher der Gedanke nahe, 
den neuen Thurmbau mit einer verhältnifsmäfsig grofsen Kirche zu verbinden, und 
dieser Gedanke ward dadurch noch mehr gerechtfertigt, dafs dieser Gegend der 
Stadt durch den Brand der nicht fern gelegenen Petrikirche eine Kirche von an- 
gemessenerem Raimie seit mehreren Jahren abging, und dieser Mangel oft gefühlt 
wurde. Bei der durch die Lage nothwendigen Bedingung, dafs der neue Thurm 
wieder genau auf die Mitte der Leipziger Strafse gerichtet werden mufste, und bei 
dem beschränkten Piaum des Spittelmarktes fand sich für den Bau einer neuen 
Kirche kein anderer und bequemerer Platz, als das Grundstück des Spitals, welches 
sich neben der kleinen Kirche von der Leipziger Strafse bis zum Stadtgraben hin 
erstreckt, und welches mit geringer Erweiterung einen sehr räumlichen Kirchen- 
platz darbietet, dessen Hintergrund, vom Spittehnarkt hineingesehen, die Gärten 
der Häuser hinter dem Graben bilden würden. Eine früher schon zur Sprache 
gekommene vortheilhaftc Verlegung des Spitals in eine Vorstadt Berlins gab die 
Hoffnung, dafs dieser Platz für den Kirchenbau zu erwerben sein würde, und so 
ward, nach den hieraus erwachsenden Localverhältnissen, die Länge und die Breite 
der Kirche und ihre Lage gegen den fest bestimmten Platz des Thurmes, wie der 
Grundrifs, Blatt 31., angiebt, entworfen. Ein Thurm, wie er für den vorliegenden 
Zweck, als bedeutend wirkendes Bauwerk, am Ende einer sehr langen Strafse ver- 
langt wurde, konnte bei der durch die Oertlicbkeit vorgeschriebenen, geringen 
Grundfläche nur durch die Höhe bedeutend werden; ein solches Verhältnifs in der 
Architektur eignet sich mehr für den Styl des Mittelalters, als für den des griechi- 
schen und römischen Alterthums, und hieraus ging dann der Styl hervor, in wel- 
chem die ganze Anlage gehalten wurde. Indefs drängte sich ein Bestreben bei dem 
Entwürfe als nothwendig und dem Geiste unserer Zeit und dem Zwecke des Ge- 
bäudes als evangelischer Kirche entsprechend auf, nämlich: aus dem Styl des 
Mittelalters nur dasjenige in Anwendung zu bringen, was sich in der Entwickelung 
desselben als reiner Vortheil für die Construction und als ein vorher nicht bekann- 
ter, für jede Zeit nützlich anzuwendender Zuwachs, dem die ästhetische Wirkung 
zugleich nicht fehlte, bewährt hatte. Dies Bestreben ging also dahin, alles üeber- 
flüssige aus diesem Styl zu vermeiden, wohin besonders zu rechnen ist: — das 
Verzieren der Massen mit den in vielfältig verkleinerten Verhältnissen angebrachten 
Nachbildungen der Hauptformen, wodurch das Zusammen- und Uebereinanderstellen 
der thurmartigen Baldachine und vieler Scheinverdachungen in spitziger Giebelform 
entstand ; ferner das Verzieren der Theile mit zu vielem und manirirtem Laubwerk, 
welches alle Umrisse kraus macht und unendliche Wiederholungen herbeiführt; — 
dann das Leistenwerk und die aus Zirkelstücken construirten vielföltigen Verschlin- 
gimgen, die als Fenstersprofswerk wohl Anwendung finden, aber als Verzierung 
auf den Mauerflächen im üebermaafse und ohne Beziehung angebracht, eine oft 
zu leere und doch mit übermäfsigem Aufwände erkaufte Ausschmückung werden; 
ferner die übermäfsig hohen Verhältnisse, welche, besonders im Innern, das Gemüth 
in einen beklommenen Zustand versetzen; souie die hohen Dachungen der Gebäude, 
welche schwer und lastend wirken, und da ihre grofsen Flächen architektonische 
Mannigfaltigkeit entbehren, als eine unbehülfiiche, zu dem Uebrigen nicht gehörige 
Anordnung die architektonischen Verhältnisse der Gebäude häufig verderben. 

Mit Vermeidung dieser, den Bauwerken des Mittelalters im Allgemeinen 
mehr oder weniger anhangenden Eigenthümlichkeiten ist der Plan in folgender 
Art entworfen: 

Das Gebäude besteht aus drei Haupt-Abtheilungen: dem Thurm, dem Raum 
für die Lehre von der Kanzel, und dem Räume lür den Altar und die dabei statt- 
findenden Cercmonien. 

Der Thurm steigt in vier Geschossen, mit geringer Einziehung an jedem 



derselben, auf eine Höhe von 195 Fufs und bildet da eine Platform zur Umsicht 
in die Gegend, in deren Mitte sich auf Stufen das Fufsgestell für die vergoldete 
Bildsäule des Erzengels Michael erhebt und das Thnrmgebäude schliefst und krönt. 
Damit in dem unteren Geschofs der Thurmraum als eine Vorhalle zur Kirche be- 
nutzt und an jede der vier Seiten eine grofse Thür hineinführen könne, in jedes 
der anderen Geschosse für den Glockenschall grofse Fensteröflnungen in eben der 
Art angebracht werden konnten, ohne der Festigkeit durch diese Unterbrechungen 
zu schaden, haben die vier Ecken des Thurmes Verstärkungen erhalten, welche 
als Theile eines Achtecks hervortreten und durch die ganze Höhe des Thurmes 
fortgeführt sind, wodurch oben an der Platform vier vortretende Eck -Altane ent- 
stehen, die bei der Ueberkragung des oberen Gesimses einen gemächlichen Raum 
darbieten. Die Form dieses Thurmes, welche oberhalb fast dieselbe Breite und 
Tiefe beibehält, die an der Grundfläche stattfindet, wirkt für die Ferne bedeuten- 
der durch die in der Luft stehende Masse, als eine in feiner Spitze ausgehende 
Form, welches bei der durch die Oertlicbkeit beschränkten geringen Grundfläche 
hier um so weniger anzuwenden war. 

Mittelst eines offenen hohen Gewölbes ist der Thurm mit der Kirche ver- 
bunden, unter welches eine Rampe führt, damit man vor der miltleren Kirchthür 
im bedeckten Räume aus dem Wagen steigen könne. 

In dem Räume der Kirche für die Lehre von der Kanzel ist die Haupt- 
Fiücksicht, welche bei dem Plane genommen wurde, das gute Sehen und Hören 
des Kanzel red ners. Deshalb durfte der Raum im Verhältnifs gegen seine Breite 
nicht zu lang, im Ganzen nicht zu hoch sein. Bei einer Länge von 136 Fufs, auf 
welcher nach den Erfahrungen im vortheilhaft geschlossenen Piaume auch eine 
mäfsige Stimme deutlich verstanden werden kann, ist das Verhältnifs von der Breite 
zur Länge wie 1 zu 2 angenommen, das von der Breite zur Höhe bis in die Spitze 
der Gewölbe wie 3 zu 2, wonach letztere 45 Fufs beträgt. Um bei diesen Ver- 
hältnissen die gewölbte Decke des Raumes so. zu unterstützen, dafs die Pfeiler am 
wenigsten Hindernifs im Sehen hervorbrächten, ward die Eintheilung von drei 
gleichgrofsen Schiffen gewählt, bei welcher die Spanniuigen der Gewölbe völlig 
gleich ausfallen und die Unterstützungen bei Anwendung der Spitzbogen die ge- 
ringste Masse haben können; auf zehn freistehenden achteckigen Pfeilern von Granit, 
von 2i Fufs Durchmesser, ruht daher die ganze aus Sterngewölben construirte 
Decke, und bei der Spannungsweite der Gewölbe von 20 Fufs ist überall so viel 
Durchsicht und Oeffnung, dafs diese Stützen für das freie Uebersehen des Fiaumes 
fast gar kein Hindernifs entgegenstellen. Zwölf breite Fenster erleuchten diesen 
Raum aufs hellste. Um diese Fenster in den Umfassungsmauern, welche gegen 
den Druck der Gewölbe von einer Seite eine bedeutende Stärke haben mufsten, 
wenn der in vieler Hinsicht beschwerliche Bau vorstehender Strebepfeiler vermie- 
den werden sollte, so anzubringen, dafs die Einschnitte durch die Dicke der Mauer 
dem einfallenden Licht nicht hinderlich würden, und um im Innern zwischen den 
Fenstern die dunklen Flächen, sowie überhaupt das kerkerartige Ansehen solcher 
gerade eingeschnittenen Fenster in sehr starken Wänden zu vermeiden, ist der 
Einschnitt jedes Fensters von aufscn und innen abgeschrägt, und diese Schräge 
mit Gliederungen verziert worden, woraus zusammen mit dem Spitzbogen, welchen 
die Kühnheit der inneren Gewölbe- Construction und ihre feinere Unterstützung 
forderte, der Hauptcharakter der Architektur am Aeufseren und Inneren des ganzen 
Gebäudes hervorgegangen ist. 

Die Kanzel ist seitwärts, nach der für alle evangelischen Kirchen Allerhöchst 
befohlenen Anordnung, in a angebracht. Gegenüber in 6 c ist ein der Kanzel ähn- 
licher Altan für den Chor, in f eine Tauf-Capelle und in e die Sacristei, über den 
drei Eingangsthüren der Kirche an der Thurmseite die Orgel angebracht. 

Durch drei Oeffnungen geht man in den Raum des Altars, der ein Elfeck 
von 75 Fufs Durchmesser bildet, dessen Decke auf einem Mittelpfeiler aus Granit 
zusammengewölbt ist, und dadurch gleichfalls nur eine mäfsige Höhe erhalten hat, 
die zwar bedeutender, aber in angemessenem Verhältnifs mit der Höhe des Raumes 
für die Lehre ist. An diesen Mittelpfeiler lehnt sich der Altar, und der Pfeiler 
selbst bildet, mit einem kleinen Querbalken versehen, den Stamm des auf dem 
Altar der evangelischen Kirche verordneten Crucifixes. Der Altar steht daher frei 
in der Mitte des Raumes, damit, nach dem Gebrauch der evangelischen Kirche, 
diejenigen, welche das Abendmahl empfangen, hinter demselben in einem schönen 
Räume herumgehen können. So wie im Innern, sind die drei oben erwähnten 
Haupttheile der Kirche auch im Aeufseren nach ihrer Bestimmung charakterisirt. 
Der ganze Bau ist in Backsteinen auszuführen entworfen, und das Aeufsere soll 
sich in einer schönen und genauen Arbeit mit ausgesuchtem Material ohne Tünche 
darstellen; alle architektonischen Gliederungen sind aus genau dazu geformten Stei- 
nen zusammengesetzt. Ueberall, wo die Construction der Gewölbe geschützte Fül- 
lungen darbietet, als an den Gewölbscheiben über den Thurm- und Kirchenthüren, 
über den Kirchen fenstern, wo ein Hauptbogen, der mit den inneren Gewölben 
übereinstimmt, die Fensteröffnung schliefst, in welcher dann zur besseren Befestigung 



des Glases zwei Üiiter-Abtheihingen durch eine Mittclsäule eingebaut sind, die oben 
eine Gewülbscheibe in der Spitze des Hauptbogens stehen hissen, und an ähnlichen 
Winkeln der Thnrmfenster; au allen diesen vertieft liegenden Flächen sind Sculp- 
füren angebracht, welche religiöse Gegenstände darstellen, so dafs sie ftu- das 
Aeiifsere in diesem Styl den einzigen Schmuck ausmachen, etwa in gleicher Art, 
wie der Zweck durch die Sculpturen der altdorischen Tempel in den geschützten 
Räumen der Methopen für jenen Styl erfüllt wird. Im Innern ist für solche sich 
darbietende Orte ein gleicher Schmuck angebracht, und aulserdem sind die Fenster 
Iheilweise mit Glasmalereien, und die Kreisflächen, in welchen die Grade der Stern- 
gewülbe zusammenlaufen, mit Fresco- Bildern verziert worden. 

Aus Blatt 31, welches aiilser dem Grundrifs die Profile durch die Länge der 
ganzen Kirche und durch die Breite des Raumes ftu* die Lehre, letztere jedoch 
wegen des kleinen Maafsstabes mit Weglassung der einzelnen Verzierungstheilc und 
des Altars; — aus Blatt 32, welches die äufsere Ansicht von der Seite darstellt; 
aus Blatt 33, welches die Perspective in dem Räume für die Lehre, und au5 Blatt 34, 
welches die Perspective in dem Räume des Altars darstellt, gehen die ohen er- 
wähnten Einrichtungen und Wirkungen deutlicher heivor. Der Bau dieser Kirche 
ist bis jetzt noch nicht zur Ausfi'jhrung gekommen. 



Die freistehenden Pilaster der äufseren Fronten sind gegen diese hinaus mit 
symbolischen Sculpturen im Basrelief geschmückt, die auf die Beförderung der 
Künste, der Wissenschaften, des Handels, der Gewerbe, des Ackerbaues und auf 
die Ileldenthaten Bezug nehmen. Auf den vier Ecken der unten umherlaufenden 
Stufen sind Candelaber von vergoldeter Bronze aufgestellt, an welchen die Sculp- 
turen gleiche Beziehungen haben. Das Ganze ruht auf einer auf zwei Stufen er- 
habenen, in Marniorarten musivisch ausgelegten, grolsen Ebene. 



Blatt 35. 

Entwurf für ein Monument Friedrichs des Grofsen. 

Immer bleibt das Gefnhl rege und wird von Zeit zu Zeit laut, dafs unserer 
Hauptstadt ein Denkmal Friedrichs des Grofsen noch fehle, nicht, um dadurch 
vsein Andenken auf die Nachwelt zu bringen, denn dafür hat er durch Thaten, die 
als Denkmäler überall fortwährend reden, selbst gesorgt, sondern damit in dem 
wahren Sinne eines Monuments seine Nachkommen dadurch ihre Anerkennung 
und Verehrung auf die würdigste W^cise aussprechen und für die Folgezeit docu- 
mentiren. Das Gefühl der Vcrehnuig gehört überhaupt zu den edelsten im mensch- 
lichen Gemüthe, indem es alles Egoistische ausschliefst, und deshalb würdigt sich 
ein Zeitalter selbst, wenn es dieses Gefühl durch die Tliat bewährt. Die allgemein- 
verständlichste und die erhabenste Form hierzu liefert die schöne Kunst, Auf- 
gefordert durch mancherlei Andeutung und selbst durch Allerhöchst ausgesprochene 
Bestimmungen <les Platzes, habe ich gewagt, den vorliegenden, auf Blatt 35. dar- 
gestellten Entwurf zu machen, welcher nur als ein vorläufiges Bestreben, den Ge- 
danken zu einem fiir Preufsen so wichtigen Monumente nur einmal erst zusammen- 
zufassen, angesehen werden kann. 

Die einfache Statue zu Pferde, welche, besonders in neuerer Zeit, jedesmal 
als Denkmal der Heroen und Landeshäupter angewendet worden ist, hat, bei schöner 
Aulfassung des Gegenstandes und mit Styl bearbeitet, immer etwas Würdiges; 
allein für den vorliegenden Fall schien in der bis dahin üblichen Forn\ eine aus- 
zeichnende Abweichung gauz an ihrem Platze zu sein, wodurch zugleich das Werk 
in allgemeiner un<l künstlerischer Beziehung an Mannigfaltigkeit und an bedeuten- 
den Motiven gewinnen könnte. 

Auf einer Quadriga steht der König, mit Lorbeer bekränzt, in einer idealen 
Bekleidung mit dem Königsmantel, das Scepter haltend und mit segnend ausge- 
streckter Hand. Der Wagen ist reich mit Sculpturen verziert, in welchen Sieges- 
und Glücks- Genien verschlungen sind. Die vier Rosse vor dem Wagen in ver- 
schiedenartiger Bewegung, in welcher sich die edlen Eigenschaften dieser Thiere: 
Muth, Stok und Kraft, in mannigfaltigen Motiven darstellen, geben eine so reiche 
und imposante Masse, dafs die hintere Front des Monuments nothwendig durch 
mehr als den blofsen Waagen damit in Uebereinslimmung gebracht werden niufste. 
Zu dem Ende fiillen zwei sjwbolische Gestalten die hinteren Ecken des mit Waffen 
verzierten Socies. auf dem der Wagen ruht, in welchen auf der einen Seite die 
Gerechtigkeit, auf der andern ein nach dem Kranze ringender Krieger dargestellt ist. 

Diese ganze Gruppe, in einem kolossalen Maafsstabe ausgeführt, wonach die 
Gestalt des Königs wenigstens 10 Fufs hoch sein müfstc, ist mit dem gegliederten 
niedrigen Socle. welcher die Verbindung der Gruppe ausmacht, in vergoldeter 

Bronze auszuführen gedacht. 

Um dieser Gruppe eine für die Beschauung des Kunstwerkes angemessene 
erhabene Stellung zu geben-, ist ein Unterbau aus wcifsem Marmor angenommen, 
der sich auf Stufen erhebt; und da bei der Ausdehnung der Gruppe em bedeu- 
tender Umfang als volle Masse eine schwere Wirkung machen würde, auch diese 
Masse für die darauf n.hende Last der überall durchsichtigen Gruppe statisch zu 
viel Kraftaufwand ausspräche, so ist ein Bau aus starken, freistehenden P.lastern 
angenommen, welche eine kräftige, mit einem vortretenden Kranzleisten verz.eH^e 
Steindecke, ab Basis des bronzenen Socies der oberen Gruppe, unterstutzen. Aut 
den gmfsen Decksteinen sind aulsen herum Inschriften angebracht und das vor- 
tretende Gesims Ist mit Kränzen verziert 



Blatt 36. 

Landhaus in Charlottenburg. 

Das auf diesem Blatte dargestellte Landhaus des Banquiers Herrn B ehrend 
ward, nach der hier gegebenen äufseren Form, an dem Luisenplatze von Charlotten- 
burg in einer angenehmen Gartenanlage ausgeführt, und der Bau in dem Jahre 1823 
ganz vollendet. 



Blatt 3?. 3§. 39. 40. 41. 42. 43. 44. 45. 46. 4L7. 48. 

Das neue Museum in Berlin. 

Seit einer Pieihe von Jahren beabsichtigt Seine Majestät der König, die man- 
nigfaltigen Kunstschätze zu vereinigen, welche, von Ihm und Seinen Durchlauch- 
tigsten Vorfahren gesammelt, in den verschiedenen Königlichen Schlössern zerstreut 
stehen, und deren Anzahl sich fortwährend vermehrt; sie sollen in lehrreicher 
Ordnung aufgestellt, durch Zugänglichkeit gemeinnützig und für die Bildung der 
Nation wirksam gemacht werden. Um diese erhabene Absicht in möglichst kurzer 
Zeit zur Ausführung zu bringen, ward bereits vor zehn Jahren versucht, das alte 
Academie- und Stall- Gebäude unter den Linden, ein Bau aus der letzten Hälfte 
des 17. Jahrhunderts, durch theilvveise innere und äufsere Veränderungen zu einem 
Museum umzuwandeln. Das Vordergebäude unter den Linden und ein Theil des 
Flügels in der Universitätsstrafse wurden nach Verlauf von vier Jahren vollendet, 
es hatte sich jedoch dabei ergeben, dafs die alten Mauern des Gebäudes von schlech- 
ter Construction und im Verhältnifs schwach waren, und dafs ihre Festigkeit durch 
Salpeterfrafs, welchen die im ersten Geschofs stattgehabten Stallungen erzeugten, 
sehr gelitten hatte. Der Holzschwamm in manchen Theilen des Gebäudes war, 
ohngeachtet der angewendeten Mittel, die Folge hiervon, wodurch den neuen Ein- 
richtungen viele Hindernisse in den Weg traten, und so konnte man nicht erwar- 
ten, dafs bei fortgesetztem Ausbau das Ganze der Würde und dem Zwecke eines 
Museums entsprechen könne. Inzwischen hatten sich die Kunstschätze durch den 
Ankauf der merkwürdigen Solly' sehen Gemälde- Sammlung bedeutend vermehrt, 
welche schon in dem Sinne — die Entwickelung der Kunst in historischer Folge 
darzustellen — angelegt war, eine Form, welche auch bei der Einrichtung des Mu- 
seums beabsichtigt wird; diese und viele andere neu erworbene treffliche Bilder, 
antike Statuen und die Abgüsse der Elgin'schen und anderer altgriechischer Mar- 
morwerke, füllten alle noch irgend übrigen Räume in einer Art, die sie nicht ge- 
niefsbar werden liefs, und folglich die Herstellung eines räumlichen Museums immer 

dringender machte. 

Einer von Seiner Majestät im Jahr 1823 verordneten Commission, unter 
Vorsitz des verewigten Staatskanzlers Fürsten von Hardenberg, ward nunmehr 
die Sorge der ganzen Angelegenheit in der Art übertragen, dafs mit einer im Staats- 
haushalt dafür ausgeworfenen fest bestimmten Summe ein zweckmäfsiges Museum 
zu Stande gebracht werden solle. Die grofsen Schwierigkeiten, welche die Aufgabe 
hatte: mit streng vorgeschriebenen Mitteln eben so bestimmt vorgeschriebene Zwecke 
zu erreichen, bei einer weitläuftigen Bau-Anlage unter vielseitig verwickelten Ver- 
hältnissen, welche die Localität des Bauplatzes herbeiführte, zeigten sich sehr bald, 
als die specielle Bearbeitung der Pläne eintrat. Ein anderer dem Zwecke vortheil- 
haft gelegener Bauplatz, als der des alten Academie- und Stall -Gebäudes war nicht 
vorhanden; die Mauern dieses Gebäudes konnten den früheren Versuchen- zufolge 
nicht benutzt werden, es würde nöthig geworden sein, das ganze Gebäude nieder- 
zureifsen und von Grund aus neu aufzuführen. Dies Gebäude enthält: die Locale 
für die Lehranstalt der Academie der Künste, für die Kunst -Ausstellungen, für die 
Academie der Wissenschaften, für die Anatomie, für die Sternwarte. Alle diese 
Anstalten mufsten bei dem neuen Plane für das Museum auch wieder bedacht 
werden. Aufserdem befinden sich aber in diesem Gebäude: Miiitair-Stallungen für 
mehr als 300 Pferde, eine grofse bedeckte Reitbahn, ein Wachthaus, ferner für den 
Königlichen Hofstaat Stallungen für 260 Pferde, Remisen für 161 Wagen, Stall- 
stuben und Wohnungen ftir Officianten. Diese Masse von Localien mufste bei 



einem Neubau, und wenn der Platz des Academie- Gebäudes für die zuerst auf- 
geführten Wissenschafts- und Kunstzwecke ausreichen sollte, an einem andern 
Orte der Stadt ein neues Unterkoramen finden. Nach mancher mühevollen Aus- 
nnittelung und weitläuftiger Unterhandlung mit den betreffenden Behörden über 
den geforderten Bedarf und den schicklichen Ort zur Errichtung der mannigfaltigen 
Gebäude -Abtheilungen, entstand ein vollständiger Plan aller dieser Baulichkeiten; 
dieser ergab jedoch ein Resultat für die Kosten, wodurch die für den Zweck des 
Museums bestimmte Summe um mehr als das Dreifache überstiegen ward, aufser- 
dem würde die Weitläuftigkeit der verschiedenen Bau-Anlagen, welche der Aufbau 
aller zuletzt genannten Locale erforderte, und welche vor dem Anfange des eigent- 
lichen Museum -Baues vorausgehen und beendigt sein mufsten, die Vollendung des 
Museums- viele Jahre weiter hinausgeschoben haben. In dieser Verlegenheit mufste 
auf ein Mittel gesonnen werden, um leichter und schneller zum Zwecke zu kom- 
men; dies zu finden, schien Anfangs keine Aussicht, weil die Mitte der Stadt keinen 
passenden Raum für ein so beträchtliches Gebäude darbot, und nur die entfernte- 
sten Vorstädte hatten noch Bauplätze von hinreichender Gröfse, deren unvortheil- 
hafte Lage aber keinesweges dem Zwecke entsprach. 
Die sechs anliegenden Blätter: 
Blatt 37. Perspectivische Ansicht des neuen Museums vom Standpunkte zwi- 
schen dem Zeughaus und der neuen Schlo fsbrücke,'» 
„ 38. Drei Grundrisse, vom Unterbau, vom ersten und zweiten Geschofs, 
„ 39. Fagade der Hauptfronte, 

„ 40. Durchschnitt des Gebäudes und Verhältnifs der Säulen in der Vorhalle, 
„ 41. Fa^ade der Hinterfronte, Ansicht der Haupttreppe und Details, 
„ 42. Situationsplan aller durch den Bau des Museums herbeigeführten 
Veränderungen in der Stadt, und Details der inneren Säulen -Ord- 
nungen, 
stellen den Entwurf dar, welcher, durch obenerwähnte dringende Verhältnisse ver- 
anlafst, in folgender Art entstand. Der für die Schifffahrt unbequeme Lauf des 
Spreeflusses in der Gegend des Lustgartens hatte schon längst meine Aufmerksam- 
keit auf sich gezogen; das Fahrwasser des Schleusenkanals, welcher in früher Zeit 
angelegt werden mufste, weil die Mühlen auf dem Mühlendaram den ganzen Strom 
in Anspruch nahmen, machte deshalb bis im Sommer 1824 einen Umweg um den 
Lustgarten nach der Form ab cdefg des beiliegenden Situationsplans auf Blatt 42., 
um unterhalb der Gegend der neuen Friedrichsbrücke in den Hauptstrom bei ed 
auszumünden. Die durchgehenden Schiffe passirten hier zwei Zugbrücken, die 
Pomeranzenbrücke cf und die neue Friedrichsbrücke eh, welche eine Hauptver- 
bindung grofser Stadtviertel bilden, und dies schon veranlafste eben so bedeutende 
Störungen für die Schifffahrt wie für die Strafsen; ganz besonders hinderlich war 
den durchgehenden Schiffen der Weg vor dem neuen Packhofe vorbei, welcher 
an dem Ufer gf gelegen war. Hinter der neuen Friedrichsbrücke angelangt, be- 
fanden sich die durchgehenden Schiffe in dem Theil des Flusses, in welchem der 
Heu- und Kornhandel getrieben wird, und der oft mit Hunderten von grofsen 
Fahrzeugen angefüllt ist. Hier erst häuften sich die Schwierigkeiten, um ein Schiff 
durch diese Hindernisse zu bringen, und darüber vergingen häufig Tage und sogar 
Wochen. Dieser Uebelstand veranlafste mich, über die älteren Anlagen der Stadt 
und die damals stattgefundenen Wasser-Communicationen nachzuforschen. In einem 
alten Plane der Stadt Berlin, im Jahre 1650 von Merian gestochen, ist das breite 
Fahrwasser, welches zwischen ab cdefg lag, noch nicht aufgeführt, der damalige 
Schlofsgarten ging ohne Unterbrechung bis i, und das Fahrwasser hatte seinen 
Lauf in den Hauptstrom durch einen ziemlich engen Graben gicml unter dem 
Namen: der neue Ausflufs der Spree. Zwischen den Jahren 1650 und 1688 
wurden Befestigungen an diesem Theile der Stadt angebracht, wie es der im letzt- 
genannten Jahre gestochene Plan des Ingenieurs Schulzen zeigt, und bei dieser 
Gelegenheit entstand der Durchstich abcdef, es ward das Orangeriehaus n erbaut, 
welches auf einer Bastion lag, die von drei Seiten mit Wasser umgeben war. Der 
obengedachte neue Ausflufs der Spree fehlt auf diesem Plane ganz, auch sieht man 
ihn noch nicht wieder auf dem Plane, der sich auf der Medaille, die 1700 von 
R. Faltz geprägt ist, befindet; erst auf einem späteren Plane, von 1723 durch 
G. Dusableau, ist dieser Ausflufs angegeben, ganz so wie er bis zur jetzigen 
Aenderung unter dem Namen des Kupfergrabens bestanden hat. 

Der Gedanke schien mir so natürlich, dem Fahrwasser einmal wieder diesen 
früheren weit kürzeren Weg zu geben, um der Schifffahrt durch die Stadt die oben 
angeführten Hindernisse zu nehmen, indem man dabei die jetzigen Verhältnisse 
einer sehr frequenten Wasserstrafse berücksichtigen mufste, und hiernach die Breite 
des Fahrwassers, wie sie nun bereits im Jahre 1824 nach dem Plane, Blatt 42. 
16 hm, ausgeführt ist, einzurichten. Indem ich diesen Gedanken festhielt, erschie- 
nen mir folgende bedeutende Vortheile als unmittelbare Folgen desselben: 

Erstens: Es war möglich, das Mehlhaus der Bäcker in g* und ein bedeuten- 
des Grundstück opqh längs dem Kupfergraben ghml anzukaufen, welches einen 

. 4 



r^ 




ungleich bequemeren Rnum zur Verciuigiuig des bis jetzt in ^g* und r«/ gesondert 
liegenden neuen luid alten Packhofes darbot. Der Verkauf de^ alten P.ickhofplatzes 
mit den darauf befindlichen Gebäuden konnte einen Theil der hierzu erforderlichen 
Kosten decken, und Gelegenheit zu einer schönen neuen Strafse rs am Wasser 
zwischen der neuen Schlofs- und Schleusenbrücke geben, die mit anständigen Ge- 
bäuden geziert werden koimtc. Die neue Lage des Packhofes in optjk hatte den 
Vortheil, dafs die Schiffspassage durch die neue Schlofsbrücke r sehr vermindert, 
und also die Störungen dieser Hauptstrafse der Stadt sehr vennieden wurden, weil 
bei weitem die gröfsere Anfuhr von unterhalb aus der Elbe und Havel kommt, 
und folglich die Schiffe, um nach dem Packhofe, der jetzt unterhalb der Schlofs- 
brücke liegen wird, zu gelangen, diese nicht mehr passiren dürfen. 

Zweitens: Wenn durch diese Packhofs -Anlage der ehemalige neue Packhof, 
der in gf lag, entbehrt werden kann, so ist das Fahrwasser abcdefg gleichfalls 
entbehrlich, es wird sogar in vieler Beziehung vortheilhaft, es ganz eingehen zu 
lassen, damit keine Schiffspassage mehr durch den Theil ehi des Flusses gehe, 
welcher nunmehr als ruhiger Hafen für Heu- und Kornhandel zu benutzen ist; es 
wird zugleich die ehemalige Pomeranzenbrücke in cf ganz, die neue Friedrichs- 
brücke eh als Zugbrücke eingehen können, um auch hier der Land-Conmiunication 
weniger Hindernisse in den Weg zu legen. 

Drittens: Die aus der Verbreitung des Kupfergrabens von ohko' gewonne- 
nen Erdmassen konnten vortheilhaft benutzt werden, das Fahrwasser abcdefg 
auszuftillen, und dieser gewonnene Platz war, seinem Umfange und seiner schönen 
Lage nach, so bedeutend, dafs ein Hauptgebäude der Stult darauf aufgeführt werden 
konnte. Mein erster Gedanke fiel auf das Museum, welches nunmehr hier, ganz 
abgesondert von allen oben gedachten Nebenbauten, nur seinem eigenen Zwecke 
entsprechend, die schönste Lage in der Stadt haben und eine Zierde des Lustgartens 
werden konnte; welcher schöne Platz bis dahin zwar von drei Seiten architektonisch 
geschlossen war, an der vierten Seite aber immer etwas Unvollständiges und Wüstes 
hatte. Durch diese Betrachtungen geleitet, versuchte ich den anliegenden Plan 
dieser Gesammt- Anlage vollständig zu bearbeiten, der dem von den Verhältnissen 
nicht Unterrichteten im ersten Anblick, was die Wahl des Platzes betrifft, wohl 
etwas Sonderbares haben mochte, der aber, je weiter die specielle Bearbeitung vor- 
rückte, desto mehr günstige Piesultate durch glückliches Ausgleichen und Zusammen- 
trclTen aller dabei concurrirenden Gegenstände gewann, und hierdurch auch, rück- 
sichtlich der Kosten, die Grenzen der einmal bestimmten Summe von 700000 
Thaler hielt. 

Mit dieser Summe, und dem Zuschufs von einem Neuntel derselben, werden 
liach dem hier beiliegenden, von Seiner Majestät dem Könige genehmigten Plane 
folgende Gegenstände bestritten: 

1) Die Verbreitung des Kupfergrabens okk'o' für die Schiffspassage und für 
den Packhofshafen, in einer Länge von 1200 Fufs. 

2) Der Ankauf des grofsen Grundstücks olcpq, um jene Verbreitung möglich 
zu machen und die Packhöfc hier vereinigt anzulegen. 

3) Ankauf des in g sonst gestandenen alten Mehihauses, welches dem Bäcker- 
gewerk zugehörte, für welches ein neuer Platz am W^asser in k' ausge- 
mittelt wurde, und welches bereits dort wieder erbaut ist. 

4) Der Erbau zwei neuer Brücken in o und Je über das breiter gewordene 
Fahrwasser des ehemaligen Kupfergrabens. 

5) Der Bau der Uferschälungen längs oben gedachter Grundstücke von o' bis k. 

6) Die Ausfüllung des alten Fahnvassers abcdefg. 

7) Die Aufführung des Museums selbst in bf auf einem Pfahlrost, welcher 
bei dem hier vorgefundenen Baugrunde nöthig erachtet vmrde. 

8) Einrichtungen im alten Academie- Gebäude unter den Linden, um die 
dortigen Räume für die Lehranstalt der Academie der Künste, für die 
Kunst- Ausstellung und für die Academie der Wissenschaften benutzbar 
zu machen. 

9) Die Abfindung von vielen Miethern, welche auf dem iur den Packhof 
erworbenen Gnmdstücke und im alten Mehlhausc des Bäckergewerks 
wohnten, oder Räume benutzten und auf längere Zeit hinaus Contracte 
hatten, die den Anfang des Baues sehr verzögern konnten. 

Dafs zur Eriangung so vieler, für den Hauptzweck unbedingt nothwendiger 
Nebenzwecke aus vorher bestimmten Geldmitteln eine besondere Oekonomie 
überall eintreten mufste, wird einleuchtend; dennoch sollte das Gebäude des Mu- 
seums selbst einen hinreichenden Raum darbieten, unsere Kunstschätze aufnehmen 
zu können, und auch sowohl um seiner selbst willen, als wegen der Stellung, die 
es auf dem schönsten Platze der Hauptstadt, dem Königlichen Schlosse und dem 
Zeughause gegenüber, erhält, würdig in seiner Form ei-scheinen. Diese mit vielen 
Schwierigkeiten verknüpfte Ausmittelung, welche nur durch vielfiltige Umänderung 
des Planes zu Stande kommen konnte, blieb die Aufgabe des Architekten. 

Hiemach entstand endlich für das Museum selbst folgende 



Anordaimg des Gebäudes. 
Das Gebäude erhielt die Form eines Vierecks von 276 Fufs 3 Zoll Länge, 
170 Fufs 4 Zoll Tiefe, und nach Abzug zweier inneren Höfe, jeder zu 57 Fufs 
Länge, 52 Fufs 6 Zoll Breite, eine bebaute Grundfläche von 41083 Quadratfufs. 
In diesem Räume geben ein Unterbau von 12 Fufs 5 Zoll Höhe, ein erstes Haupt- 
geschofs von 20 Fufs 7 Zoll Höhe, und ein zweites von 28 Fufs ^ Zoll Höhe, die 
Gesammthöhe vom Strafsenpllaster bis zur Oberkante des Hauptgesimses von 61 Fufs 

und li Zoll. 

Das ei-ste Hauptgeschofs ist fYir die Sculpturen, das obere für die Bilder, in 
dem Unterbau sind die ökonomischen Erfordernisse einer solchen Anstalt bedacht, 
die Wohnung des Castellans und der Unteraufseher, einige gröfsere und kleinere 
Räume für die Arbeiten der dabei angestellten Gelehrten und Künstler, sowie für 
Vorlesungen über Kunstgegenstände, endlich die Einrichtungen zum Aufwinden der 
Kunstwerke, um den Transport über Treppen zu ersparen, die Heizungs-Anstalten, 
die Räume zur Aufbewahrung von Verpackungs- Kisten, Holzgestellen, Staffeleien, 
Utensilien aller Art, des erforderlichen Brennmaterials für die Erwärmung der 
Räume im Winter, und andere dergleichen Einrichtungen. 

Die leztgedachten Zwecke des Unterbaues sowohl, als auch die Lage des 
Gebäudes in Beziehung auf das Niveau der zunächst liegenden Brücken, haben es 
nöthig gemacht, den Unterbau selbst schon so hoch zu heben, dafs unter einem 
grofsen Theil desselben Keller angelegt werden können. Die Erhöhung des Ter- 
rains durch Anschüttungen um das Gebäude kann nun in dem Maafse ausgefiihrt 
werden, dafs auf Jahrhunderte hinaus von dem in grofsen Städten fortwährenden 
W^achsen des Terrains in der Gegend des Museums kein Nachtheil für dasselbe 
zu fürchten ist. 

Bei den verschiedenartigen Bestimmungen der Räume im Unterbau, deren 
bewohnbarer Theil Heizungen enthält, sowie auch, wie oben gesagt, die Heizimgen 
der Museumsräume selbst darin angebracht sind, schien es der Sicherheit des Ge- 
bäudes entsprechend, ihn mittelst ganz durchgeführter Wölbungen von den oberen 
Räumen zu trennen, und dadurch jede Feuersgefahr zu verhüten. 

Um dem Bau des Museums, auf dem schönsten Platze der Hauptstadt, ein 
würdiges Aeufsere zu geben, ist die Anlage einer öffentlichen Halle (Grundrifs 
Blatt 38. ^^B) gedacht worden, in welchem Denkmale, die man verdienstvollen 
Männern neuerer Zeit errichtet, im Schutz vor der Witterung aufgestellt werden 
können; diese längst erwünschte Einrichtung für die Hauptstadt nimmt die ganze 
dem Königlichen Schlosse zugekehrte Hauptfront des Gebäudes in der Länge von 
276 Fufs 3 Zoll ein. 

Achtzehn freistehende jonische Säulen und zwei Anten unterstützen die 
Halle, deren Tiefe 21 Fufs beträgt; die Säulen stehen im Verhältnifs von 4 Fufs 6 Zoll 
Durchmesser zu 39 Fufs 5 Zoll Höhe, in einer 14 füfsigen Entfernung von Axe zu Axe. 

Die Fa^ade auf Blatt 39. giebt die Verhältnisse der Halle an. Die Hinter- 
wand ist mit Bildern in Fresco-Malerei gedacht, deren Gegenstände auf die Be- 
stimmung des Gebäudes Bezug haben. Die Wirkung dieser Bilder durch die 
Säulenreihe gesehen, soll dem Gebäude ein heiteres Aeufsere gewinnen. 

Eine Treppe von 21 Stufen, in der Länge von 91 Fufs, führt von dem Platz 
hinauf in die Halle; auf den hervorti^etenden Wangen HU dieser Treppe, wäre 
der Wunsch: dem erhabenen Stifter des Werkes und einem durchlauchten Nach- 
folger, welchem die Stillung eine besondere Erweiterung und Wirksamkeit auf die 
Kunst- Ausbildung des Volkes verdankt, eherne Reiterstatuen zu vridmen. Zwischen 
den fünf mittleren Intercolumnien vertieft sich die Säulenhalle, um die Anlage der 
doppelarmigen Haupttreppen in einem 91 Fufs 5 Zoll langen, 31 Fufs 10 Zoll brei- 
ten, 45 Fufs 3 Zoll hohen Raum aufzunehmen; in den hier zunächst liegenden 
Durchgängen CFG sind raetallne Gitterpforten angebracht, welche den Eingang 
ins Innere des Gebäudes schliefsen. Der doppelte Aufgang der Haupttreppen, von 
D und E aus, ist so angeordnet, dafs man im Hinaufsteigen und auf dem oberen 
Piuheplatze, der einen Altan in der Halle bildet, die Aussicht durch die Säulenhalle 
auf den Platz behält Die Ansicht der Treppen -Anlage, wenn die davorstehenden 
Säulen weggedacht werden, ist auf Blatt 4L dargestellt. Um die Treppen -Anlage 
herum und hinter dem Verschlufs der oben gedachten drei Gitterpforten, bleibt 
sowohl im ersten als zweiten Geschofs die Communication durch fünf Thüren zu 
den verschiedenen Sälen des Museums. Die Vertheilung der Säle findet um die 
zwei inneren Höfe herum statt, welche hinter der Haupttreppe durch ein Mittel- 
gebäude getrennt werden, in welchem ein runder gewölbter Saal angelegt ist. Neben 
dieser Rotunde sind auf beiden Seiten Communications-Gallerien angeordnet, w^elche 
in den langen Saal führen, der an der Hinterfronte liegt. Die Rotunde hat 67 Fufs 
im Durchmesser und bis zum Anfang der Kuppel 41 Fufs Höhe, bis zur oberen 
OefTnung in der Mitte der Kuppel, durch welche das Licht einfällt, 72 Fufs 8 Zoll 
Höhe. Die Lichtöffnung selbst hat 23 Fufs im Durchmesser. Ueber derselben in 
einem die Kuppel schützenden viereckigen Aufbau, welcher sich über das Gebäude 



äufserlich um 22 Fufs erhebt, ist das Glasfenster angebracht, welches durch die 
Oefl'nung des Kuppelgewölbes das Licht in die Rotunde einläfst. Der Construction 
dieses grofsen Fenstei's, dessen Gestell aus Eisen und Bronze besteht, auf welches 
Glas in einer solchen Stärke, auf eine besondere Weise verdichtet, eingedeckt ist, dafs 
es das freie Umhergehen eines Menschen aushält, ist eine vorzügliche Sorgfalt gewidmet. 

In der Rotunde unterstützt ein Kranz von 20 Säulen eine Gallerie, welche 
in der Höhe des Fulsbodens vom zweiten Geschofs liegt und einen 9 Fufs breiten 
Umgang gewährt, und theils die Communication des Ober- Geschosses vermehrt, 
theils mehr Raum an den Wänden darbietet, um Bildwerke aufzustellen. Im un- 
tern Räume der Piotunde sollen im Kreise herum antike Statuen, in der Mitte eine 
grofse Schale von inländischem Granit, 22 Fufs im Durchmesser, aus einem Stück 
Stein gearbeitet, aufgestellt werden, die bereits in Arbeit ist. Aus der Rotunde 
geht man in eine Gallerie von 204 Fufs Länge, 30 Fufs Breite, deren Decke von 
20 Säulen unterstützt wird. Diese Gallerie liegt längs der Hinterfronte des Ge- 
bäudes und soll antike Statuen, Büsten, Basreliefs, Vasen etc. aufnehmen. Die Auf- 
stellung ist so angeordnet, dafs sämmtliche Sculpturen das vortheilhafteste Seitenlicht 
von zwölf grofsen Fenstern erhalten, welche zwölf Reihen von Bildwerken, nach 
der Tiefe des Saales gestellt, zulassen, in denen diese in mannigfaltiger Gruppirung 
vor und neben den Säulen des Saales stehen und einen freien Durchgang an der, der 
Fensterwand gegenüberliegenden Seite offen lassen. Der Raum vor jedem Fenster 
bildet demnach eine Abtheilung, die von den Säulen und Bildwerken begrenzt ist. 

In gleicher Weise ist die Aufstellung der Abgüsse in zwei Gallerien längs 
den Seitenfronten, jede von 123 Fufs 4 Zoll Länge, 29 Fufs Breite, die Decke von 
10 Säulen getragen, angeordnet. Ein Saal von 53 Fufs 7 Zoll, welcher zunächst 
an einer Seite der vordem Säulenhalle liegt, soll die Sammlung ägyptischer Alter- 
thümer aufnehmen, ein anderer, gleich grofser, auf der anderen Seite, die kleinen 
griechischen und römischen Antiken an Vasen, Bronzen, Terracotta's etc. An jeder 
Seite der Rotunde, gegen die Höfe hinaus, liegt ein Raum von 52 Fufs 10 Zoll 
Länge, 16 Fufs Breite, von denen der eine die Münzen, der andere geschnittene 
Steine und Pasten -Sammlungen fassen soll. In jeder Ecke der Hinterfront liegt 
noch ein Zimmer, in welchem die Vorrichtungen zum Hinaufwinden der Kunst- 
werke durch den Fufsboden angebracht sind. Der ganze Flächeninhalt, auf welchem 
diese Sammlungen stehen, beträgt 18977 Quadratfufs. 

Die Anordnungen für die Bildersammlung im obern Geschofs sind durch 
die Einrichtungen im ersten Geschofs vorbereitet. Die Raum -Abtheilungen sind 
ganz wie im ersten Geschofs; über den unten stehenden Säulen ruhen oben zwi- 
schen den Fenstern Schirmwände von Holz, welche nicht die Höhe der Säle haben, 
sondern mit 18 Fufs Höhe endigen, auch nicht durch die ganze Tiefe der Säle 
laufen, sondern an der den Fenstern gegenüberliegenden Wand einen freien Gang 
von 10 Fufs offen lassen. Diese Wände sind mit zierlicher Architektur, einer 
Kranzleiste und Socle versehen, und auf beiden Seiten mit den Gemälden behängt, 
welche beständig das beste Seitenlicht von den grofsen, breit ausgeschnittenen 
Fenstern empfangen. Jedes Fenster giebt also einer besonderen Abtheilung der 
grofsen Gallerie das Licht. Diese Abtheilungen, welche den Eindruck der grofsen 
Räume im Ganzen keinesweges vernichten, haben aufserdem, dafs das beste Licht 
für die Bilder gewonnen wird, entschiedene andere Vortheile. Zuvörderst wird 
man nicht durch eine zu grofse Masse von Kunstwerken, welche man in den 
meisten andern Bildergallerien auf einmal übersieht, zerstreut und im Genufs des 
Einzelnen gestört, sondern kann sich im kleineren, behaglicheren Räume der ru- 
higen Betrachtung besser hingeben; dann gewähren diese Abtheilungen den Vortheil, 
die Maler-Schulen gehörig zu trennen, und überhaupt jede nöthige Sonderung und 
Vereinigung vorzunehmen, welche der Charakter der Bilder und das Princip der 
Aufstellung irgend fordert; ferner ist das Hängen der Bilder auf Holz ungleich 
vortheilhafter für deren gute Erhaltung, als auf der Mauer, und endlich wird der 
Flächeninhalt der Bilderwand durch diese Abtheilungen sehr vermehrt, zumal da 
für das Unbedeutendere, und für die sehr grofsen und in Ausfuhrung des Ein- 
zelnen weniger sorgfältig behandelten Bilder auch noch die lange Wand, den 
Fenstern gegenüber, benutzt werden kann, auf welcher dann die Bilder unter 
einem Neigungswinkel angebracht werden müssen. 

Der gesammte Flächeninhalt aller Bildwände beträgt 37910 Quadratfufs, auf 
welchen Raum, nach den Bestimmungen Seiner Majestät des Königs, die Haupt- 
bilder aus den Gallerien und Zimmern der Schlösser zu Berlin und Potsdam, aus 
den angekauften ehemaligen Giustiniani'schen und Solly'schen Sammlungen, und 
viele einzelne erw^orbene schöne Bilder vereinigt, in einer Folge neben einander 
gestellt wTrden sollen, in welcher sich die geschichtliche Entwickelung der Kunst 
in ihren aufsteigenden und abfallenden Linien aussprechen wird. 

Zwei Flaume an den Ecken der Hinterfronte sind für das Hinaufwinden der 
Bilder und für Aufbewahrung von Leitern, Staffeleien etc., und sechs kleine Cabinete, 
gegen den Hof zu, für das Copiren der Bilder und für den Aufenthalt des Gallerie- 
Inspectors bestimmt. 



i 



Sämnitliche Räume des Museums werdeu mit erwärmter Lull geheizt, wozu 
(He Anstalten im gewölbten Unterbau eingerichtet sind. Die Balkenlage i'iber dem 
ersten Hauptgeschol's wirtl von steinernen Säulen und Architraven getragen, erhält 
einen starken Lehmschlag und einen Fufsboden in der Art des italienischen bunten 
Estrichs; die Dachbalkenlage besteht aus armirten Balken, über die ein starker 
Lehmschlag gedeckt ist. Bei dem geringen Holzwerk des flachen Daches, dem 
Schutze der Balkenlage durch starke Estriche, dem grofsen ganz massiven Kuppel- 
bau, der in der Mitte des ganzen Gebäudes überall eine schützende Trennung der 
Thcile bildet, und bei den massiven Treppen, ist in dem Gebäude eine grofse 
Feuersicherheit erreicht, und zwar mit ungleich geringeren Mitteln und gröfserer 
Raumgewinuung, als wenn kostbare, sehr starke Wände fordernde Wölbungen in 
allen Theilen angebracht worden wären. Hierzu kommt die ganz isollrte Lage und 
die Lösch-Anstalten, welche in den Höfen an eigends dazu angelegten Brunnen und 
Kanälen, die mit dem Spreeflul'se communiciren, angebracht werden. 

Was den Stj-l der Architektur betriflt, welcher sowohl im Aeufseren als 
durch das ganze Innere herrscht, so war die Einfachheit der Hauptformen dabei 
der vorzüglichste Gesichtspunct Die Ausdehnung des Platzes, auf welchem das 
Gebäude steht, die Nachbarschaft des Königlichen Schlosses und des prächtigen 
Zeughauses verlangten grofsartige Verhältnisse; deshalb habe ich vorgezogen, anstatt 
die beiden Hauptgeschosse durch zwei über einander stehende Ordnungen zu cha- 
rakterisiren, eine einzige Ordnung durchzuführen, die aus der vorderen grofsen 
Säulenhalle hervorgeht. Diese Säulenhalle bezieht sich, im architektonischen Zu- 
sammenhange des Ganzen, zunächst auf den grofsen Mittelbau der Rotunde, welcher 
die Höhe beider nebenliegenden Geschosse und mehr noch einnimmt, w^odurch 
das Verhältnifs der Höhe der Halle zu der des Rundbaues gerechtfertigt ist. Das 
Gebäude, von demselben jonischen Gebälk und dem Unterbau der Säulenhalle 
rings umgeben, und an den vier Ecken mit Pilastern der Ordnung versehen, bildet 
in diesen Theilen eine einfache, grorsartige, seinen Verhältnissen angemessene Haupt- 
Construction, in welche die Etagen -Baue untergeordnet eingefugt sind. 

Der viereckige Schutzbau für das Kuppelgewölbe, der sich über die Haupt- 
masse des Gebäudes erhebt, giebt demselben eine ausgezeichnete Mitte, und mufste 
deshalb auch einen bedeutenden Schmuck haben; Dioscuren mit ihren Pferden, 
goldne Sterne über den Häuptern, schienen, an der Vorderseite aufgestellt, als 
Schutz und Heil bringende Wesen uns aus der Mythe bekannt, von erfreulichem 
Eindruck und in Uebereinstimmung mit dem Styl des Ganzen, und so konnte 
dann im Gegensatz eine andere Seite des menschlichen Geschickes: Kampf und 
Veniichtung, in zwei ähplichen Gruppen, etwa nach Art der auf BLitt 41. vorge- 
stellten, über der Hinterfronte des Aufbaues dargestellt werden. 

Für die Umgebung des Gebäudes ist von Seiner Majestiit dem Könige bereits 
die Wegnahme der jetzt in dem Lustgarten stehenden Pappelreihen befohlen, und 
dagegen eine Baumwand, nv Blatt 42., angeordnet, welche die dahinter liegenden 
sehr verschiedenartigen Gebäude, deren Aeufseres nicht angenehm ist, decken soll, 
so dafs nur das Portal der Domkirchc frei gesehen bleibt. Vor dieser Wand bildet 
sich ein schöner Phtz zur Aufstellung von Monumenten. 

Ein grolser Wunsch für den Platz zwischen dem Schlofs und dem Museum 
bliebe dann noch die Ausfühnmg der früher schon öfter zur Sprache gekommenen 
springenden Brunnen, wodurch jede Gegend so sehr belebt wird, besonders aber 
Räume, die von Architektur umschlossen werden. 

Die Genehmigung Seiner Majestät des Königs für Ausführung dieses Bau- 
planes erfolgte am 12. Januar 1824. Mit dem Frühjahr 1824 waren die vielen ver- 
wickelten Vorbereitungen: der Ankauf der Grundstücke, die Abfindung der Besitzer 
und Miether, die Abtragung alter Gebäude etc., so weit gediehen, dafs mit den 
Einleitungs-Arbeiten der Anfang gemacht werden konnte. F^ wurden im Verlauf 
desselben Jahres vollendet: die Erweitenmg des Kupfergrahens für die künftige 
Hauptstrafse der Schifffahrt, und die damit zusammenhängenden Bauten zwei neuer 
Zugbrücken in o und k des Planes, Blatt 42., und der Uferschälung ok' längs der 
künftigen Packhofs- Anlage; ferner in demselben Jahr die Abdämmung des ehema- 
ligen Schifllahrts-Armes ahcdefg und die ganze Pilotage des neuen Museums, 
welche aus 3053 eingerammten, 24 bis 52 Fufs langen Pfählen und darüber ge- 
strecktem Roste besteht, dessen oberste Holzkanten einen Fufs unter dem niedrigsten 
bekannten Wasserstande des Spreeflusses liegen. 

Der Bau des Museums ist in dem Jahre 1825 bis zur Einwölbung der Fenster 
des ersten Hauptgescho.sses gefiihrt und im Jahre 1826 unter Dach gekommen. 
Die Wölbungen durch den ganzen Unterbau und die der Kuppel, some der weitere 
Ausbau erfolgte in dem Jahre 1827, so dafs mit dem Ende des Jahres 1828 die 
Aufstellung der Kunstwerke erfolgen und in dem folgenden Jahre die Eröffnung 
stattfinden kann. 

Die Verwaltung der für die gesammte Angelegenheit des Museums bewü- 
ligten Gelder ist dem wirklichen Geheimen Ober-Finanzrathe und Präsidenten 
Roth er übertragen. 



Das Geschäft für die in das Museum bestimmte Auswahl der Kunstwerke 
wird von dem Geheimen Staats -Minister Freiherrn von Altenstein geleitet, der 
Hofrath Hirt bearbeitet das Specielle dieser Angelegenheit, und hat ganz besonders 
die geschichüiche Folge der Kunstwerke fiir die nachmalige Aufstellung auszumitteln 
und zu bestimmen. 

Die ganze Bau -Angelegenheit des Museums ward der Obhut des Geheimen 
Staats-Ministers Grafen von Bülow übergeben,' nach dessen Tode der Geheime 
Staats -Minister von Schuckmann mit der gesammten Bau-Partie auch diesen 
Bau übernahm, und die specielle Ausführung des Baues ist in collegialischer Gemein- 
schaft mir mit meinem verehrten Freunde und Collegen, dem Geheimen Ober- 
Baurathe Schmid, anvertraut; unter uns arbeitet in der Qualität als Bauinspector 
der Bau-Conducteur Bürde, welcher sich schon in den Geschäften am Bau des 
Königlichen Schauspielhauses sehr verdient gemacht hat. 



Die Blätter 37. 38. 39. 40. 41. 42. dieser Entwürfe, welche im Jahre 1825 
erschienen, enthalten die Pläne zum Bau des Museums in Berlin, dessen Ausfüh- 
rung im Jahre 1824 begonnen hatte und seit dieser Zeit vollendet und mit Kunst- 
schätzen ausgefüllt wurde, so dafs der gröfsere Theil der Räume im Sommer des 
Jahres 1830 dem Publikum für den Genufs der Sammlungen geöffnet werden 
konnte. Während der Ausführung des Gebäudes ergaben sich im Einzelnen man- 
cherlei Anordnungen, welche in den ersten Entwürfen nicht vollständig angedeutet 
werden konnten; es schien mir deshalb angemessen, hiervon sowohl, als von der 
Wirkung, welche die Architektur mehrerer Haupträume nach vollendeter Ausfüh- 
rung macht, einiges nachträglich in den vorliegenden Blättern 43. 44. 45. 46. 47. 48. 
aufzunehmen. 

Auf Blatt 43. ist eine perspectivische Ansicht von dem Treppenraume hinter 
dem Porticus dargestellt; der Standpunct ist im zweiten Geschosse auf der Gallerie 
genommen, welche über den Aufgängen der Treppe vor der Thür zur Gallerie der 
Rotunde hinläuft und in die verschiedenen Eingänge der Bilderräume führt. Man 
sieht in dieser Ansicht durch die Säulenhalle in den Lustgarten hinab; ein Theil 
des Königlichen Schlosses und die Thürme der Werder'schen Kirche zeigen sich 
im Hintergrunde. Die in dieser Ansicht angedeuteten Wandgemälde, sowie die 
Reiterstatue an der Treppe vor der Säulenhalle und die beiden kleinen, mit Victorien 
gekrönten Säulen, welche die Brustwehr der Treppe schliefsen, sind bis jetzt nur 
Wünsche des Architekten. 

Blatt 44. zeigt eine perspectivische Ansicht der Rotunde. Das Bild ist so 
gestellt, dafs man durch die Eingangsthüre, sowohl des unteren Raumes als der 
Gallerie, hinaus durch den Porticus in den Lustgarten sieht, wo der Springbrunnen 
und das Königliche Schlofs angedeutet sind. Bei der Aufstellung der antiken Bild- 
werke zwischen den Säulen und in den Nischen auf der Gallerie hat sich später 
eine andere Auswahl, als die hier angegebene, vortheilhaft gezeigt. Die Wände der 
Rotunde sind marmorartig gehalten und von sanft-grauer Farbe, die Säulenstämme 
sind einem ganz hellgelben Giallo nachgebildet, die Gesimse und Säulencapitäle sind 
weifs; in ersteren sind die Ornamente der Glieder in hochrother und goldgelber 
Farbe gemalt. Die Kuppel hat einen hellen, röthlich- gelben Ton in den Friesen, 
der durch die verschiedenen Absätze der Cassette sich nach dem dunklen Feuerroth 
hin in Abstufungen vertieft, mit welcher letzteren Farbe der Grund der Cassette 
ausgefüllt ist, auf welcher dann die Figur in hellem Goldgelb gemalt ist. Bei der 
Beleuchtung aus dem Zenith der Kuppel bringt diese warme Tönung der Wölbung 
eine sehr angenehme Wirkung für den ganzen Raum und die darin aufgestellten 
Kunstwerke hervor. 

Blatt 45. enthält mehrere einzelne Architektur-Theile des Gebäudes, welche 
durch die auf dem Blatte gegebenen Unterschriften erklärt werden; für die Cas- 
setten-Eintheilung in der Decke über der Haupttreppe hinter dem Porticus giebt 
die auf Blatt 43. dargestellte perspectivische Ansicht noch näheren Aufschlufs. 

Bei der Säule des Porticus habe ich die Base mehr den Monumenten im 
alten lonien nachgebildet; die Ausführung hat den feineren Charakter dieser Gat- 
tung der Säulenbase und die schönere Uebereinstimmung mit der jonischen Ord- 
nung, gegen die sonst fast beständig bei dieser Ordnung angewendete attische Base, 
sehr deutlich gezeigt. 

Blatt 46. enthält die Acroterien des Gebäudes, welche gleichfalls durch die 
auf dem Blatte befindlichen Unterschriften erläutert werden, und ich habe hier 
nur zu bemerken, dafs sowohl auf der perspectivischen Ansicht des Museums als 
auf der geometrischen, welche beide auf Blatt 37. und 39. dieser Sammlung ent- 
halten sind, Dreifüfse auf den Ecken des Gebäudes angegeben wurden, wogegen 
die hier auf Blatt 46. dargestellten Candelaber haltenden Figuren ausgeführt wor- 
den sind. 

Blatt 47. giebt die verschiedenen Säulen- und Pilaster-Capitäle, welche im 
Innern der Sculptursäle und der Rotunde vorkommen. 



Auf Blatt 48. ist die Anordnung der Balkendecken in den Sculptursälen des 
ersten Geschosses dargestellt. Die Figur DEFG ist eine Abtheilung der Balken- 
decke zwischen zwei von Säulen unterstützten Architraven. Figur AB giebt das 
Profil der Balken nach gröfserem Maafsstabe, wie sie über dem Architrav C ruhen, 
und darüber ist nach demselben gröfseren Maafsstabe die Ansicht noch einmal auf- 
getragen. Diese Anordnung der Balkendecke geht durch sämmtliche Sculptursäle. 
Um bei der dem Zwecke der Construction entsprechenden Einförmigkeit in diesem 
Platfond eine gehaltvolle Mannigfaltigkeit eintreten zu lassen, ist in jedem Balken- 
felde die Mttte mit einer gemmenartigen Vorstellung bezeichnet, womit durch die 
Reihe der fünf Säle dieses Geschosses eine grofse Menge ansprechender Gedanken 
vertheilt sind. Die Balken würden mit erhabenen Verzierungen und Gliederungen 
umgeben, die in Metall gegossen sind, und haben im Ganzen die Farbe der Bronze. 
Die lichtgehaltenen Balkenfelder sind mit farbigen Linien eingefafst, welche in jedem 
Saale in Harmonie stehen mit der Farbe der Säulenstämme, aus künstlichem Granit, 
grünem und rothem Porphyr, Giallo und hellrothem Marmor. 



Blatt 49. 50. 51. 5^. 53. 54. 

Das Schlofs zu Krzescowice, dem Grafen Potocki gehörig. 

Die Aufgabe für den Entwurf dieses Gebäudes wurde in folgender Art ge- 
stellt: Auf einer mäfsigen Anhöhe, die mit einer sanft geneigten und mit schönem 
Fiasen bedeckten Ebene gegen einen Bach abfallt, sollte der Palast in zwei Geschossen 
aufgeführt werden. Das erste Geschofs ward für die Wohnung des Besitzers, und 
zwar an der Südseite, und für das gesammte Gesellschafts-Local bestimmt. In dem 
zweiten Geschofs mufste die Wohnung für die Familie eines Bruders des Besitzers 
eingerichtet werden, der seine Güter einige Monate im Jahre verläfst, um seinen 
Aufenthalt hier zu nehmen, eben so wie dies auch der Besitzer des Schlosses thut, 
um einige Zeit des Jahres eine für ihn eingerichtete Wohnung auf den Gütern 
des Bruders zu beziehen. Das zweite Geschofs enthält ferner Zimmer für die 
Kinder und deren Erzieher, für einen Hausarzt und für das Logiren fremder Herr- 
schaften. In letzterer Beziehung wurde eine Prachttreppe verlangt. Die Wohnungen 
der Dienerschaft, die Küchen und andere Räume für ökonomische Zwecke sollten 
in einem beträchtlich hohen Unterbau angebracht werden. 

Da das Gesellschafts -Lociü ganz besonders bedeutende Räume einnehmen 
sollte, so war es der Wunsch, die Disposition der ganzen Anlage so gedrängt als 
möglich zu nehmen, damit der Dienst für die Dienerschaft erleichtert, und über- 
haupt das Unbequeme weit in die Länge gedehnter Wohnungen vermieden würde. 
Eine gefällige Hauptform des Palastes, der die an sich schon angenehme Gegend 
und den darin angelegten Park noch mehr verschönern sollte, wurde dann noch 
eine Hauptbedingung für den Entwurf. 

Hiernach nun entstand der auf Blatt 49 bis 54. dargestellte Plan. 

Blatt 49. giebt die perspectivische Ansicht des Palastes und seine ganze 
Situation. 

Zur Seite der zum Porticus führenden Stufen wurden, bei der entschiedenen 
Liebhaberei des Besitzers für schöne Pferde, Sculptur- Gruppen aus gegossenem 
Eisen von schönen Piace -Pferden mit ihren Führern, in mannigfaltiger Bewegung 
gedacht, aufgestellt. 

Längs am Rande der sanftabhängenden Rasenfläche ziert eine Reihe Orangen- 
bäume den Platz. Aus einem mittleren Zimmer jeder Seitenfronte des Palastes 
führt ein Weinlaubengang in die Pflanzungen des Parks. Die Ebene zwischen den 
Orangen und Weinlauben um den Palast herum, bildet einen in regelmäfsigen 
Mustern angelegten Blumenteppich, so wie er ungefähr dargestellt ist auf Blatt 54., 
welches die Grundrisse des Palastes giebt. 

Die Haupt -Anordnung des Gebäudes besteht darin, dafs zwei innere Höfe 
angelegt sind, jeder in einer Breite von 35 Fufs und einer Länge von 6S Fufs, welche 
für die Erleuchtung sämmtlicher Passagen und Nebengemächer das Licht hergeben, 
und in welche das gesammte Dachwerk abfällt, weshalb unter diesen Höfen ge- 
wölbte Kanäle geführt sind, die das von den Dächern kommende Wasser, welches 
in Abfallrinnen herabläuft, aufnehmen und fortführen. Durch diese Anordnung 
gewinnt das Gebäude an äufserem Ansehen, wo die Dachungen hinter einem PfeUer- 
gang versteckt liegen, der über dem zweiten Geschofs rings um das Gebäude läul>, 
und bei schlechter Witterung einen Spaziergang in geschütztem Räume bildet, von 
dem man die angenehmsten und mannigfaltigsten Aussichten geniefst. Die Oeff- 
nungen zwischen den Pfeilern sind mit feinem Sprofswerk und Glas geschlossen. • 

Ein zweiter Vortheil, welchen die Anordnung der Höfe gewährt, ist die 
vielfache Communication und die bequeme Lage der zu sehr verschiedenen Zwecken ' 
bestimmten gröfseren und kleineren Räume in nicht zu grofser Entfernung von 
einander, wie dies aus der hier nachfolgenden Bestimmung der Räume näher her- 
vorgehen wird: 

5 




v^ • ^ 



Erstes Geschofs. Ans der überwölbten Unterfahrt 1. steigt man, um auf 
die Hohe des Unterbaues zu gelangen, die 12 Fuls breite Treppe bis ins Veslibiil<^ 2., 
dessen Decke von acht freistehenden Säulen unterstützt wird, und an jetler Seite 
hinter den Säulen den Aufgang der Prachttreppe nach 3. und den oberen Aus- 
tritt 4. 4. . . hat. . . j j. u 

Kleine Zimmer 5. fiir den Portier und einen niederen Diener sind dicht am 

Eingange angelegt. 

Das Vestibüle führt hei 6. in eine im Styl der vaticanischen Logen bunt ge- 
malte Gallerie 6.9., diu-ch welche man sowohl zu den Zimmern der Besitzerin, 
als zu dem Gcsellschafts-Locale gelangt. Zugleich geht man von dem Punct (5. des 
Vestibüls rechts durch einen Corridor 6. 7. zu den Zimmern des Herrn, links durch 
den Corridor 6. 8. in das Büffet vor dem grofsen Speisesaale. Am Ende 9. der 
Hauptgallerie liegt das Vorzimmer 10. für die Besitzerin, von welchem man in den 
Salon 'll. tritt; an diesen stöfst das eigentliche Wohnzimmer 12. in der südöstlichen 
Ecke des Schlosses, sowie das Wohnzimmer 22. des Herrn die südwestliche Ecke 
einnimmt. Zwischen diesen beiden Zimmern folgen nun die zur innersten Woh- 
nung gehörigen Gemächer, nämlich: das gemeinschaftliche Schlafzimmer 13. zunächst 
dem Wohnzimmer der Besitzerin, daneben ein Toilettenzimmer 15., im Zusammen- 
hange mit einem gegen den Hof hin liegenden Zimmer 16. für eine Kammerfrau, 
und einer dahinter liegenden Passage 14. mit kleiner Treppe, die zu den Zimmern 
der Kinder ins zweite Geschofs führt Neben dem Toilettenzimmer ist ein kleiner 
gemeinschaftlicher Salon 17., zum Frühstücken bestimmt, mit einem Ausgange in 
die Weinlaube; hinter diesem, gegen den Hof hin, liegt eine grofse gemeinschaft- 
liche Ganlerobe 18. Neben dem kleinen Salon liegt ein Toilettenzimmer des 
Herrn 19., mit einem gegen den Hof hin liegenden Zimmer 20. für einen Kammer- 
diener; dann folgt das gesonderte Schlafzimmer des Herrn 21., aus dem man in 
das oben erwähnte Wohnzimmer 22. und durch das Vorzimmer 23. auf den Cor- 
ridor 7. 6. gelangt. Eine kleine Wendeltreppe bei 7., hinter dem Wohn- und 
Schlafzimmer des Herrn, dient zu schneller Communication mit den Wohnungen 
des oberen Geschosses und des darüber liegenden Pfeilerganges um das Schlofs. 
Indem nun auf diese Weise die für die Wohnung des Besitzers und seiner Ge- 
mahlin bestimmten Räume einen bequemen inneren Zusammenhang und die noth- 
wendige Trennung der äufseren Zugänge, sowie die hinter den Zimmern erfor- 
deriichen Verbindungen für einen, die Wohnenden möglichst wenig störenden 
Dienst der Dienerschaft erhalten haben, ist nun auch der Zusammenhang dieser 
W^ohngemächer mit dem Gcsellschafts-Locale durch den Salon 11. der Besitzerin 
bedacht worden, welcher mit einem grofsen Bibliotheksaal 25. zusammenhängt, der 
zugleich als Vorsaal für die Gesellschaft dient, und in welchen die Fremden un- 
mittelbar aus der Gallerie 9. gelangen können. In dem, dem Vorzimmer der Be- 
sitzerin gegenüber liegenden Vorzimmer 24. erwarten die fremden Bedienten ihre 

Herrschaft, 

Der Bibliotheksaal 25. hängt mit dem Billardzimmer 26., dieses mit einem 
Cabinct 27. auf der Ecke, und beide letzteren mit einem grofsen Tanzsaal 28. zu- 
sammen, der eine durch Säulen abgetrennte Halle 3.3. neben sich hat. Hinter dem 
Tanzsaal liegt der Speisesaal 29. mit einem grofsen Büffet. Zwei kleine Treppen 
31. und 34., am Billard-, Tanz- und Speise-Saal vertheilt, führen hinab zu den Küchen 
im Unterbau und auch hinauf zu den Logirzimmern. Auf diese Weise erstreckt 
sich das für grofse Gesellschaften zu benutzende Local, vom Wohnzimmer 11. der 
Besitzerin an, über die ganze Ost- und Nordseite des Schlosses. Für besondere 
Feste, als Maskeraden, die viel Circulation der Gesellschaft fordern, ist auch das 
Stück 6. 8. des Corridors und die grofse Gallerie 6.9. mit den Vorzimmern 10. 
und 24. in den Gesellschaftsraum mit hineinzuziehen, indem bei 6. gegen das Vestibül 
ein transportabler Verschlufs angebracht werden kann. 

Zweites Geschofs. Alle Räume mit den Zahlen 2. 6. 7. 8. 9. bis 2.3. haben 
hier genau dieselbe Bestimmung für die Wohnung des Bruders des Besitzers und 
seine Gemahlin, wie die nämlichen Nummern im ersten Geschofs bezeichnet haben. 

Die Zimmer 24. 2,i. 26. 27. sind für die Kinder und deren Erzieher und 
Bedienung bestimmt. In den Zimmern 28. 29. 30. wohnt der Hausarzt, die Zimmer 
31. bis 38. sind fürs Logiren fremder Herrschaften bestimmt, und dazu gehört die 
zur Communication angelegte Galleric 39. 

Unterbau. Im Unterbau sind alle Räume von 1. bis 13., welche gegen 
die Ost-, Süd- und West-Seite liegen, fi'ir Wohnungen der Dienerschaft bestimmt. 
Die Räume von 14. bis 19. dienen zur Communication und Verrichtung verschie- 
dener Arbeiten das Hauswesen betreffend. Die Räume von 20. bis 23. enthalten 
die Küchen, Küchenstuben, Anrichlezimmer ctc Die Räume von 24. bis 30. sind 
für Kellereien aller Art bestimmt. 

Nach diesen Erläuterungen der Grundrisse werden die Durchschnitle auf 
Blatt 51. leicht verständlich. Im Durchschnitt Fig. I. nach der Richtung AB des 
Grundrisses, und zwar nach Süden gesehen, sind die gewölbte Unterfahrt, das 
Vestibül, die Gallerie, welche die Höfe trennt, der Bibliotheksaal und der daran 



lieo^endc Peristyl durchschnitten. Die Sculptnr-Gnippe, welche vor letzterem sichtbar 
bt" wurde gleichfalls statt der Pferde in Vorschlag gebracht. An den Fronten unter 
dem Dache sieht man den Gang hinter den Pibstem, der nach der Construction 
des Daches verschiedene Breiten hat. 

Fi«-. H. desselben Blattes giebt den Durchschnitt nach der Richtung CD, 
und zwar gegen Osten hin gesehen; hier sind das Vestibül und die Prachttreppe 
durchschnitten, man sieht die lange Gallerie hinab auf die Thür des Bibliothek- 
saals. Links ist BulTet und Speisesaal, rechts Vorzimmer und Wohnzimmer des 

Herrn sichtbar. 

Auf Blatt 52. ist Fig. L der Durchschnitt nach der Richtung EF, und zwar 
nach Westen hin gesehen, dargestellt. Der Tanzsaal, die beiden Höfe und die sie 
trennende Gallerie, das Zimmer der Kammerfrau und das Toilettenzimmer der 
Besitzerin sind hier sichtbar. 

Fig. U. dieses Blattes giebt die West-Fa^ade des Schlosses mit der über- 
wölbten Unterfahrt, Fig. HI. die Ost-Fa^ade mit dem Peristyl, bei welchen von den 
Sculptur-Gruppen das bei Fig. I. Blatt 51. Gesagte gilt. 

Auf Blatt 53. ist die Auszierung der langen Gallerie, welche die Höfe trennt, 
und die Architektur des anstofsenden Corridors und Vestibüls angegeben. Die 
Malereien auf den breiten Pilastern sind im langen Mittelfelde auf weifsem Grunde 
in bunten Farben, rings umher grau iu grau, jedoch in einem warmen Ton, und 
die Abtheilungen in matter Goldfarbe. Die Basreliefs unter den Fenstern aus dem 
Grauen, welches ins Meergrüne spielt. Die Fruchtschnüre neben den Fenstern 
sind farbig, auf kräftig blauem Grunde angegeben. Die Einfassungen der Fenster 
und die Füllungen unter den Basreliefs sind in verschiedenen künstlichen Marmor- 
arten angenommen. 

Auf demselben Blatte ist die Hauptwand des Bibliotheksaales angegeben. Die 
Wände sind in künstlichem Marmor in giünlichem Grau mit weifsen Umfassungen, 
die Schränke aus Mahagonyholz gehalten, das Glas in feines Sprofswerk von ver- 
goldeter Bronze eingesetzt. 

Der Platfond ist weifs mit theils weifsen, theils vergoldeten Ornamenten. 
Auf Blatt 54. sind die Hauptwände des Tanz- und Speise-Saales angegeben, 
lu crsterem läuft zwischen Marmortäfelungen von hellröthlicher Farbe ein 
Feld, in welchem auf sanftem himmelblauen Gnuide ländliche, feieriiche, festliche 
Tänze aller Art dargestellt sind. Einfassungen mit vergoldeten Ornamenten um- 
geben dieses Feld. Die Meubles sind in Purpur mit goldgelb eingewirkten Ver- 
zierungen gehalten, die Gestelle selbst vergoldet. 

Der Speisesaal ist in gelblichem Marmor gehalten, die Wände mit Nischen 
versehen, in denen Bildsäulen stehen. Auf einem ringsumlaufenden Absatz der 
Wand sind Prachtgeschirre aufgestellt, unten her sind Teppiche an den Wänden 
aufgehängt von meergrünem Stoff mit goldgelb durcbwirktem Muster. Die Plat- 
fonds sind in beiden Sälen in weifser Farbe gehalten und darauf goldene Verzie- 
rungen angebracht. 

Der Bau des Schlosses ist zur Zeit noch nicht vollendet. 



dafs das Gewölbe der Kirche aus vier neben einander liegenden, durch starke Gurt- 
bögen abgeschnittenen Kuppeln besteht, zwischen deren Wideriags-Pfeilern an beiden 
langen Seiten Emporkirchen im Säulenbau eingefugt sind, welche mittelst kleiner 
Thüren, die durch die Wideriags -Pfeiler gehen, verbunden werden. Die Bogen- 
scheibeii an den beiden langen Wänden geben bequemen Platz, einfache grofse 
Fenster in angemessener Höhe anzubringen. Diese Anordnungen werden beson- 
ders deutlich aus dem Durchschnitt nach der Länge, Fig. II. Blatt 56. Die Treppen 
für die Emporkirchen sind zu beiden Seiten der Eingangs-Nische angelegt. Die 
Altar-Nische ist durch besondere, zwischen Pilastern höher gestellte Fenster erieuchtet. 
Am Aufgang zum Altar steht zu jeder Seite eine Kanzel, die eine zur Verlesung 
des Evangeliums, die andere für die Predigt bestimmt, und auf den Emporkirchen 
zunächst der Altar- Nische ist Singechor und Orgel angebracht; weshalb besondere 
Treppen zu diesen hinaufführen. 

Blatt 57. giebt in Fig. L die Seitenansicht der Kirche, in Fig. II. die Ansicht 
der Kanzeln und des Altars nach gröfserem Maafsstabe, und in Fig. IH. deren 
Seitenansicht. Blatt 58. giebt die Perspective des Innern der Kirche, in welcher 
die Ausschmückung durch eine heitere Malerei deutlicher heraustritt; hiernach sind 
die Kuppeln in blauem Grunde mit Sternen verziert, unter welchen auf dem Ge- 
simskranz geflügelte himmlische Kinder, reiche Fruchtgehänge tragend, in leuchten- 
den Farben gemalt sind. Die Winkel unter den Kuppeln sind durch Gestalten 
von Aposteln und Evangelisten ausgefüllt, welche auf einem goldenen Grunde in 
kräftigen Farben gemalt sind. In den Abschnitten, welche neben den Fenstern in 
den Mauerscheiben bleiben, sieht man in Malereien musicirende Ilimmelsgestalten, 
und in den Feldern der Altar-Nische bilden Gemälde aus dem Leben Christi einen 
reichen Hintergrund für den Altar. Die Pfeiler und unteren Wände der Kirche 
sind in einer Marmortäfclung gehalten, und die Säulen mit ihrem Gebälk aus 
weifsem Marmor gearbeitet. Ein Glockenthurm sollte an einer leeren Ecke des 
Marktes isolirt aufgeführt werden, weil weder der beschränkte Bauplatz, noch der 
Styl des Gebäudes eine unmittelbare Verbindung mit demselben erlaubte. 

Die jetzt im Bau begriffene Kirche wird nach einem anderen Plane ausge- 
führt, der zu seiner Zeit bekannt gemacht werden wird. 



Blatt 55. 56. 59. 58. 

Entwurf zur Kirche auf dem Werderschen Markte zu Berlin. 

Die Lage des Bauplatzes, wie derselbe höheren Orts bestimmt wurde, gab 
die Veranlassung zu der voriiegenden Anordnung des Gebäudes. An drei Seiten 
von engen Strafsen umschlossen, in welchen eine reiche Architektur ungeniefsbar 
sein würde, ist dem Gebäude ein ganz einfaches Aeufsere gegeben worden, wozu 
auch der nur sehr mäfsige Umfang des Ganzen mehr noch aufforderte. Die vierte 
Seite, der Giebel mit der grofsen Eingangspforte, ist dem Markte zugekehrt, und 
um dieser Fronte mehr Wichtigkeit zu geben, ist das innere Gewölbe des Gebäudes 
hier äufseriich in seinem ganzen Verbältnifs durch eine tiefe Nische angedeutet, in 
deren Hinterwand die grofse Eingangspforte, in ihren Flügeln reich geschmückt, 
in Bronze gegossen , ^von Marmortäfelungcn umgeben, eingefugt ist. Die ganze, 
über der Pforte durch das Gewölbe gebildete Bogenscheibe ist mit einem Gemälde 
ausgefüllt, Christus lehrend, von den Aposteln und anderem Volke umgeben, dar- 
stellend, welches sich im Schutze des vortretenden Nischen -Gewölbes befindet. 
Ein Basrelief, welches das Giebelfeld füllt, dessen Gegenstand; die Predigt des Jo- 
hannes in der Wüste, und die Krönung des Giebels machen die übrigen Verzie- 
rungen dieser Fronte aus. Fig. L, Blatt 55., stellt dieselbe dar. Fig. H. desselben 
Blattes giebt das Aeufsere der entgegengesetzten Seite, welche den Altar umschliefst. 
Fig. HL und IV. sind zwei Quer-Durchschnitte, der eine gegen den Altar, der an- 
dere gegen die Eingangspforte gesehen, deren Anordnungen sich leicht aus dem 
Grundrifs Fig. I. Blatt 56. ergeben. Der vorgeschriebene Bauplatz, welcher keine 
Erweiterung, so wenig nach der Länge als Breite, zuliefs, ist hiernach so abgetheilt. 



Blatt 59. 60. 

Das Potsdamer Thor zu Berlin. 

Bei der Aufgabe zum Umbau dieses Thores, welche nach dem voriiegenden 
Plane im Jahre 182.3 zur Ausftihrung gekommen ist, kam es vorzüglich darauf an, 
die höchst unangenehme Beengung des Platzes aufserhalb des Thores zu ändern, 
damit die neue Thor-Anlage, welche hohen Bestimmungen gemäfs den Charakter 
einer Barriere erhalten sollte, ein heiteres Ansehen gewönne. Der Ankauf von 
Gärten und anderen Grundstücken zunächst vor dem Thore, welcher zu diesem 
Zwecke geführt hätte, ward verhältnifsmäfsig für die Anlage zu kostbar, und des- 
halb mufste auf ein anderes Mittel, die Räumlichkeit vor dem Thore herbeizufüh- 
ren, gedacht werden. Dieses Mittel fand sich in der Form des grofsen Leipziger 
Platzes, womit die Stadt gegen das Thor endigt. Dieser Platz bildet ein Achteck, 
in welches die Leipziger Strafse ausmündet, in deren fortgesetzter Richtung man 
zu dem Thor an entgegengesetzter Seite des Platzes gelangt. Das alte Thor Jl, 
Blatt 59., welches aus zwei in der Stadtmauer BC aufgeführten Pfeilern bestand, 
lag nicht in der Peripherie des Achtecks; durch ein Zurückrücken des neuen Thores 
in die Stadt hinein an die Seite DE des Achtecks gewann der Leipziger Platz eine 
ganz regelmäfsige Form und das Thor einen bedeutenden Vorplatz an der Aufsen- 
seite. Die Stadtmauer wurde in Kreisform von G nach K und von // nach / an 
das Thor geführt, w^elches durch ein grofses eisernes Gitter IK gebildet wird. In- 
nerhalb dieses Gitters liegen an jeder Seite des Thores F das Wachthaus und das 
Zollhaus, mit viersäuligen dorischen Portiken am Giebel gegen einander gekehrt. 
Die Anlage dieser Gebäude schliefst sich durch die Mauern LE und MD, die 
einen dorischen Kranz haben, an die nachbariichen Grundstücke des Platzes bei E 
und D an. Diese Mauern verdecken zugleich die für die Oekonomie der beiden 
Thor-Gebäude nöthigen Höfe l und K, und haben bei D und E Portale, welche in 
die um die Stadt laufende Communication längs der Stadtmauer führen. Der 
neugewonnene Platz vor dem Thor ist mit einem Baumkranz bepflanzt worden, 
der Leipziger Platz mit schönem Rasen bedeckt, auf welchem Baumgruppen stehen. 
Die beiden Abtheilungen des Platzes sind mit eisernen Gittern eingefafst und mit 
acht Figuren -Gruppen bestellt worden, die ehemals eine alte eingegangene Brücke 
am Opernhause zierten. Blatt 59. giebt aufser dem Situationsplane der Anlage die 
geometrischen Ansichten der Thor-Gebäude und deren Details. Blatt 60. giebt die 
perspectivische Ansicht der Thor-Anlage, aufserhalb der Stadt gesehen. 



!■ 



Blatt 61. 

Denkmal für den General von Scharnhorst. 

Die Offiziere des Preursischcn Heeres vereinigten sich, um dem hochver- 
dienten und für die Prenfsische Geschichte denkwürdigen General von Scharn- 
horst ein Monument auf seinem Grabe in Prag zu setzen. Das Grab liegt auf 
einem Kirchhofe, einem Bergabhange nahe, wo bei starken Regengüssen eine An- 
sanimhuig von Wasser um das Monument zu fürchten war. Hieraus, und in Be- 
trachtung, dafs der König bereits die Verdienste dieses Mannes durch die Errich- 
tung einer kolossalen Marmor- Statue in Berlin öffentlich anerkannt hatte, ist der 
hier nebenliegende Entwurf in Berathung der Commission, welche für diese An- 
gelegenheit in den Personen des General-Feld marschalls Grafen von Gneisenau, 
General -Lieutenants, ersten General- Adjutanten Sr. Majestät des Königs von dem 
Knesebeck und General - Lieutenants von Schölcr zusammentrat, entstanden. 
Ein Sarcophag von weifsem Marmor, an dessen Seiten die Ilauptmomcute aus der 
Lebonsgeschichte Scharnhorst's in Basrelief dargestellt sind, ist auf zwei starken 
pfeilerartigen Steinen in beträchtlicher Höhe aufgestellt, so dafs die daran befind- 
lichen Kunstwerke vor der Feuchtigkeit sowohl als vor Angriff geschützt sind. 
Am Deckstein des Sarcophages stehen die Inschriften, und auf den in den letzten 
Augenblicken seines Lebens ausgesprochenen Wunsch des Verewigten ist das eiserne 
Kreuz an den Ecken angebracht. Ein Löwe, in Metall gegossen, liegt ruhend auf 
dem Deckstein; das Metall hierzu wird aus eroberten Kanonen gewonnen. Es ist 
späterhin entschieden worden, die Gebeine Scharnhorst's von Prag nach Berlin 
zu bringen und sie aid' einem Militair -Kirchhofe bei der Stadt in einem Gewölbe 
zu verwahren, welches dann durch dieses Denkmal geziert werden soll. Die Aus- 
führung der Sculpturen diesem ^lonuments sind dem Bildhauer Professor Tieck 
übertragen; der Löwe wird nach einem Modell gegossen, welches unter Leitung 
des Professors Rauch gearbeitet wurde. 



Blatt 62. 63. 

Entwarf za einem Stadt -Gebäude. 

Entwurf für das Wohnhaus eines begüterten Mannes in Berlin, der dasselbe 
mit seiner Familie ganz allein bewohnt, und dazu einen Gartenplatz von 200 Fufs 
Länge an der Strafse gelegen, 490 Fufs Tiefe zwischen nachbarlichen Grundstücken, 
gewählt hat. Es war der Wunsch bei der Anlage, dafs das Wohnhaus mit einer 
Seite die Strafse begrenzen, mit drei anderen Seiten in dem Garten liegen, und 
ganz isolirt von nachbarlichen Gebäuden stehen sollte. Die Thiu' des Hauses geht 
nicht unmittelbar auf die Strafse, sondern ist an einer Seitenfronte angebracht. 
Zwei Gitterthore, in der Gartenmauer an der Strafse auf jeder Seite des Wohn- 
hauses angebracht, gestatten Einfahrt. Ein Fahrweg an der rechten Seite des Grund- 
stücks führt hinter dem Garten in einen Hof, wo ein Gebäude lur Stallung, Re- 
misen, Kutscher- und Gärtnerwohnung steht (siehe Sit'uationsplan Blatt 63). Das 
Rez de Chaussee des Wohnhauses enthält ein Vor- und Sprachzimmer des Herrn 
und einen kleinen Garten.silon , ferner die Räume für ökonomische Bedürfnisse 
und Domestikenstuben. Von dem geräumigen Vestibüle führt eine breite Treppe 
durch die Mitte des Gebäudes unmittelbar in das Vorzimmer des Hauptgeschosses, 
von welchem man in die Wolin-, Schlaf- und Gesellschaflsziramer durch die nö- 
tbigen Communicationen gelangt; letztere sind durch Glasthüren im Vorzimmer 
und Speisesaal erleuchtet. Im oberen Gescho.sse sind die Zimmer der Kinder und 
ihrer Erzieher, einige Logirzimmer und die Arbeits- und Bibliothekzimmer des 
Herrn vcrtheilt. Die Treppe und der Flur in der Mitte werden durch einfallendem 
Licht von oben her erleuchtet (siehe die ilrei Grundrisse Blatt 63). Die Durch- 
schnitte u«d Fagaden auf Blatt 62. geben über diese Anordnungen weitere Auskunft. 



Blatt 64. 65. 

Eulwurf zu einem 8 Lid t -Gebäude. 

W^ohnhaus "in der Stadt auf einem Platze von 88 Fufs Strafsenfronte, 
170 Fufs Tiefe zwischen nachbarlichen Grundstücken. Die Aufgabe war, das Grund- 
stück so anzulegen, dafs in dem Hauptgeschofs eine bequeme grofse Wohnung für 
den Besitzer liege, das untere und obere Geschofs vortheilhaff vermiethct werden 
könne. Die Treppen sollten in abgeschlossenen Räumen massiv angelegt werden, 
damit die verschiedenen Hausbewohner ihre ganzen Wohnungen aufserhalb der 
Treppe abschliefsen könnten. Im unteren Geschofs sind deshalb Räume für zwei 
elegante Waarenmagazine mit zugehörigen kleinen Wohnungen angelegt. Das 
oberste Geschofs ist für einen Miether nach der Einrichtung des Mittelgeschosses, 
oder für zwei Miether nach der Einrichtung des unteren Geschosses zu vertheilen. 



Die hinteren Zimmer empfangen ihr Licht von einem achteckigen Hofe, den das 
Gebäude umschliefst, und von einem Hinterhofe, auf welchem die ökonomischen 
Bedürfnisse eingerichtet sind. Aufser den Passagen und Corridoren im Gebäude 
ist auch noch Communication auf freien Gallerieen um den achteckigen Hof in die 
beiden oberen Geschosse gebracht. Die Grundrisse und der Durchschnitt auf Blatt 65. 
geben diese Einrichtungen deutlich an. 

Blatt 64. zeigt die Fa9ade und eine perspectivische Ansicht des unteren 
Vestibüls mit seinen Decorationen. Die Laube an der Decke ist auf kräftig blauem 
Grunde in frischen Farben gemalt, das Gitterwerk in Goldgelb. In gleicher Art 
sind die Kinder mit den Blumengehängen über der Glasthüre farbig auf blauem 
Grunde ausgeführt. Die Architektur der Wände ist in einer hellen Steinfarbe ge- 
halten, die Füllungen zwischen den Pilastern sind von Friesen eingefafst, welche 
bunte Arabesken auf rothbraunem Grunde zeigen, die schwebenden Figuren in den 
Feldern sind in leuchtenden Farben auf weifsem Grunde gemalt. Die Seite des 
Vestibüls ahmt eine grünliche Marmorart nach. Der Fufsboden ist mit glasürten 
Fliesen von dunkel rothbrauner und lichtgelber Farbe ausgelegt. 



Blatt 66. 

Ein Lusthaus. 



Ein Lusthaus, welches auf einem Platze an einem der Seen von Potsdam 
einen kahlen Fleck der Gegend malerisch ausfüllen sollte; zugleich hatte es die 
Bestimmung, die vier Theilnehmer des Baues Abends im Salon beim Theetisch zu 
vereinigen, auch Spazierfahrten auf dem Wasser von dort aus zu erleichtern. Piingsum 
von Weinlauben und von einer kleinen Gartenanlage umgeben, sollte überhaupt 
hier der Genufs der angenehmen Gegend, die aus diesen Lauben übersehen wird, 
in aller Art befordert werden. Jeder der vier Besitzer hat ein eigenes Lesecabinet 
neben dem Salon, in welches man durch die zur Seite des Saals liegenden Nischen 
gelangt. Die vor diesen Nischen aufgestellten Candelaber mit starker Lichtflamme 
für die Abend- Beleuchtung erhellen zugleich deii Salon und die vier Cabinets, wenn 
deren Thüren geöffnet werden. Durch die Treppen gelangt man auf die Platform, 
um aus einem noch höheren Standpuncte die Gegend zu überschauen. Die kleinen 
Oeffnungen unter dem Gesimse sind für den Luftzug unter dem Metalldache an- 
gelegt, damit die Hitze, welche ein solches Dach erzeugt, wenn die Sonne darauf 
brennt, von den Zimmern abgehalten werde. Im Unterbau des Gebäudes ist die 
Wohnung eines Gärtners, welcher zugleich Aufseher ist, eingerichtet. Ein kleiner 
Hühnerhof, worin ausländisches Geflügel gehalten w^ird, längs der einen Fronte des 
Gebäudes eingerichtet, sollte der Anlage ein kleines Interesse mehr geben. 



matt 61^. 68. 

Entwurf zu einem Stadt- Gebäude. 

In grofsen Städten finden sich häufig Aufgaben für Wohnhäuser, wie die 
auf Blatt 67. und 68. gelöste, wo die Beengung des Bauplatzes und die durch 
sehr hohe nachbarliche Gebäude auf demselben erzeugte Dunkelheit dem Archi- 
tekten, wenn er freundliche Wohnungen bauen will, viele Schwierigkeiten in den 
Weg legt, und zu Anordnungen zwingt, welche von den gewöhnlichen durch- 
aus abweichen müssen. Der Bauplatz des vorliegenden Planes ist. in Berlin an einer 
Strafse, 100 Fufs lang, und hat die Tiefe von 104,i Fufs; er ist an drei Seiten von 
sehr hohen nachbarlichen Gebäuden eng begrenzt. Wollte man bei der Anlage 
eines Wohnhauses hier einen hinteren Hof annehmen, so entstände eine düstere 
unangenehme Wohnung, weil dieser Hof, der den hinteren Zimmern und Ftäumen 
das Licht geben mufs, selbst zu wenig Licht hat, und zwischen den 50 bis 60 Fufs 
hohen Fiück- und Giebelseiten der nachbarlichen Gebäude, die dem Bauplatze ganz 
rohe Wandflächen zukehren, sehr unheimlich sein würde. Bei dem hier darge- 
stellten Gebäude ward eine vollständige Wohnung für eine reiche Familie verlangt, 
die in drei Geschosse vertheilt würde, jedoch sollte das untere^ Geschofs auch durch 
Anlegung von Waarenmagazinen einträglich gemacht, und dem Ganzen ein 
möglichst freundlicher Charakter gegeben werden. 

Unter diesen Bedingungen vrurde das Gebäude an drei Seiten um einen 
Hof gelegt, der gegen die Strafse hin ofTen ist, und also von dieser Seite das Licht, 
welches die ganze Strafsenbreite darbietet, für sich gewinnt. Für die zweckmäfsige 
Anlage der Waarenlager konnte indefs die Fronte an der Strafse nicht entbehrt 
werd^en, und so wurde das untere Geschofs an der Strafse durchgeführt; es bildet 
aber einen Altan, der durch eine Weinlaube und durch Gewächse in grofsen Vasen 
verziert ist, und welcher die beiden an die Strafse heraustretenden Seitenflügel des 
Gebäudes im mittleren Geschofs verbindet. Der Hof ist durch diese Anordnung 
unterhalb rings umschlossen und mit einer Säulenlaube umgeben, so dafs er dem 



Eintretenden als eine Vorhalle, wie das alte Atrium, dienen kann. In der Mitte mit 
einem springenden Brunnen, zwischen den Säulen mit Vasen und Blumen, an den 
Wänden mit aufgestellten, nach schönen Antiken gearbeiteten Hermen verziert, 
sollte diese Vorhalle das Freundlich -Einladende erhalten, welches der Anlage be- 
sonders gewünscht wurde. Die perspectivische Ansicht des Hofes und die des 
ganzen Gebäudes, von der Strafse gesehen, auf Blatt 67. zeigen, wie weit dies hier 
geglückt ist. 

Die drei Grundrisse auf Blatt 68. und die daneben stehenden Durchschnitte 
zeigen, wie das untere Geschofs aufser den Waarenlagern für die ökonomischen 
Bedürfnisse des Hauses, das mittlere Geschofs für die -Wohn- und Gesellschafts- 
zimmer, das obere für Schlafzimmer, Kinderwohnungen und Arbeitszimmer ver- 
wendet ist. 

Die doppelarmige Haupttreppe, welche nur ins Mittelgeschofs führt, liegt 
längs der letzten Grenzwand des Hauses, und erhält ihr Licht von Fenstern im 
Dache; der Raum der beiden Entrees im Mittelgeschofs geht gleichfalls, wie der 
Treppenraum, bis zum Dache, und erhält von dort die Beleuchtung. Die Com- 
munication um die oberen Zimmer wird durch eine Gallerie erreicht, welche in 
den hohen Räumen der Treppe und der Entrees angebracht ist. Die Zimmer des 
Mittelgeschosses haben auf dem, den Hof umgebenden Altan einen Blumengarten 
vor den Fenstern. Durch die kupfernen Röhren aaa... wird das Dachwasser in 
gemauerte Kanäle unter dem Hause herabgeführt. Die Röhren bb sind für die 
auf dem Dachboden angebrachten Reservoirs angelegt, die den Springbrunnen ver- 
sorgen. Die Reservoirs werden theils durch Regenwasser, theils durch Pumpwerke, 
welche im Keller angebracht sind, gefüllt. 



Blatt 69. 90. 

Entwurf zu einem Stadt -Gebäude. 

Bauplätze von unverhältnifsmäfsig geringer . Fronte an der Stafse zu einer 
sehr bedeutenden Tiefe, wie der vorliegende Plan angiebt, kommen gleichfalls häufig 
in grofsen Städten vor, und der Architekt hat viele Schwierigkeiten dabei zu 
überwinden. 

Wenn im vorliegenden Falle die Strafsenfronte nur 60 Fufs hält, die Tiefe 
des Grundstückes aber 167 Fufs, auf demselben ein Wohnhaus von mehreren Ge- 
schossen errichtet werden soll, welches in jedem Geschosse eine für sich adgeschlos- 
sene vollständige Wohnung darbietet, so kann der Piaum nur durch zwei Haupt- 
gebäude, die durch einen Seitenflügel in Verbindung gebracht sind, erlangt werden. 
Für zwei Seitenflügel ist der Platz zu schmal, der Hof würde zu eng und zu finster 
werden. Das Hauptgebäude an der Strafse empfangt sein Licht von der Strafse 
und vom Hofe, das zweite hintere Hauptgebäude, wenn es mit einer doppelten 
Reihe von Zimmern angelegt und also vollständig benutzt werden soll, fordert 
einen zweiten Hof zum Lichtgeben hinter sich, der für ökonomische Zwecke ein- 
gerichtet ist, dagegen der erste Hof um so reinlicher gehalten werden kann. 

Bei Gebäuden mit Seitenflügeln, die nur vom Hofe ihr Licht erhalten kön- 
nen, hat die Erleuchtung des Zimmers in der Ecke allemal Schwierigkeit, wenn 
man nicht, wie im vorliegenden Falle, diese Ecke bricht, und so übereck das Licht 
in dies Zimmer bringt, welches dann eine regelmäfsig sechseckige Gestalt erhalten 
kann, wobei die abfallenden Winkel für allerlei bequeme Einrichtungen zu benutzen 
sind. Ein Corridor hinter den Zimmern des Seitenflügels ist für die Bequemlich- 
keit der Wohnung nothwendig, wenn man vermeiden will, dafe jedes Zimmer 
Durchgang wird. 

Die Treppe ist hier in dem dunkelsten Winkel des Hauses angebracht, um 
für die Lage der Zimmer das Licht zu gewinnen ; sie ist aus Eisen construirt, und 
empfängt ihr Licht theils durch ein grofses Fenster im Dache, theils von dem Licht 
der Hausthür und dem der Glasthüren in den Entrees der beiden oberen Geschosse. 
Die Corridore und Passagen, welche die Zimmer zugleich verbinden und trennen, 
können nur durch Glasthüren aus den Zimmern erhellt werden; dies genügt aber 
vollkommen, weil die Zimmer selbst durch ihre Lage viel Licht empfangen. Diese 
Corridore sind heizbar gemacht, weil sie in manchen Fällen, z. B. um Leute von 
geringerem Stande warten zu lassen, als Vorzimmer benutzt werden können, be- 
sonders aber, weil sie die Communication vom Schlafzimmer zu den Wohnzim- 
mern bilden, Sie haben den grofsen Nutzen, dafs der Geschäftsmann, welcher 
z. B. das untere Geschofs des Hauses gemiethet hat, drei verschiedene Parteien, 
deren Zusammentreffen er nicht wünscht, in den drei Räumen des Saales, des 
Wohnzimmers der Frau und seines eigenen Wohnzimmers abgesondert sprechen 
und sie entlassen kann, ohne dafs sie von einander wissen. 

Die beiden Grundrisse, Blatt 70., geben hierüber das Nähere an. Der Grund- 

rifs des oberen Geschosses ist dem des mittleren- ganz gleich. Der über den 

Grundrissen gezeichnete Durchschnitt giebt die Anlage der eisernen Treppe und 

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des von oben einfallenden Lichtes, dessen Constniction gleichfalls von Eisen ist, 
deutlich an. Da der Corridor längs des Seitenflügels in dem ersten Geschofs so 
hoch liegt, als dieses Geschofs über dem Strafsenpflastcr erhaben ist, das Vestibül 
aber nur um eine Stufe höher als das Strafsenpflaster angelegt ist, weil die Stufen 
vor den Thüren auf der Strafse polizeilich nicht geduldet werden, so ist ein un- 
mittelbarer Durchgang von der Strafse nach dem Hofe nicht möglich, sondern 
dieser Durchgang wird nur durch das Souterrain erreicht, in welches man mittelst 
einer Thür bei C unter der Haupttreppe gelangt. Im Souterrain verfolgt man 
dann einen Corridor unter DE, wo dann der Aufgang EF nach dem ersten Hof G 
hinaus führt, oder wo man bis n weiter geht und mittelst eines daselbst ange- 
brachten KellerhaLses auf den zweiten Hof hinaussteigt. 

Blatt 69. zeigt zwei Fa^aden, welche zur AVahl für den Bau bearbeitet wurden, 
die obere, wo die drei Geschosse im Verhältnifs wenig von einander abweichen; 
die untenstehende, wo ein entschiedenes Unterordnen des unteren und oberen 
Geschosses gegen das mittlere stattfindet. 

Die perspectivische Ansicht des Vestibüls auf diesem Blatte giebt dessen 

Ausschmückung an. 

Im Hintergrunde gegen den Corridor hin ist ein Brunnen mit einer darüber 
aufgestellten Statue angelegt. Die Wange der ersten Treppe, welche auf den Plan 
des unteren Geschosses fuhrt, ist mit einer sitzenden Stitue geziert. An den 
W^änden ist die Gewölbe-Construction des mit dem Vestibül zusammenhängenden 
Cori-idors in Mauerbögen fortgeführt, welche zu mannigfaltiger Ausfüllung der 
Flächen durch Malerei Veranlassung geben. Die Decke des Vestibüls ist mit Cas- 
setten von Holztäfelung in natürlicher brauner Holzfarbe, und mit bronzirten Nägeln 
geschmückt, angeordnet. 



Blatt 91. 92. 

Entwurf zu einem 8tadl- Gebäude. 

Bei dem vorliegenden Plane war die Aufgabe sehr eigenthümlich in folgen- 
der Art gestellt : Ein wohlhabender Mann, der durch sein Geschäft so an die Stadt 
gefesselt ist, dafs es ihm den Sonimeraufenthalt auf dem Lande nicht gestattet, hat 
in einem lebhaften Theile der Stadt einen Platz, 238 Fufs längs der Strafse breit, 
462 Fufs tief, angekauft, auf welchem er ein bequemes Wohnhaus für sich in der 
Art zu bauen wünscht, dafs die ganze Anlage ihm in gewissem Sinne die VS^ohnung 
auf dem Lande ersetzt. Der Platz soll eine schöne Gartenanlage bilden, und in 
derselben das Haus frei stehen, zugleich will man aber auch von der Lebendigkeit 
der Strafse Genufs haben, und endlich soll der kostbar erkaufte Platz nicht ohne 
Ertrag bei dieser Anlage bleiben, vielmehr dabei eine möglichst grofsc Benutzung 
berücksichtigt werden. 

Vier Waarenmagazlne, mit dazu gehörigen Wohnungen, gaben den gewünsch- 
ten Ertrag aus dem Grundstück; diese mufsten nun so angeordnet werden, dafs 
die Wohnung des Besitzers, welche besonders gut bedacht werden sollte, dadurch 
weder an Licht und Luft, noch sonst an Bequemlichkeit etwas entbehrte. 

Hiernach wurde ein Hauptgebäude von drei Geschossen in der Mitte frti 
aufgestellt, in Distancen von 40 Fufs an den Seiten zwei Nebengebäude aufgeführt. 
Im Hauptgebäude befinden sich unten zwei grofse Waarenmagazlne, deren Miether 
im dritten Geschofs beträchtliche Wohnungen erhalten; die Räume der einen 
Wohiunig sind auf dem Grundrifs dieses Geschosses mit I., die der andern mit IL 
bezeichnet. Di» Wohnung des Besitzers füllt das Mittelgeschofs aus, und benutzt 
die übrigen Räume des ersten Geschosses zu einem Bade mit einer kleinen, von 
oben hinabfi'ihrenden Treppe, zu einer Küche, aus der man durch dieselbe weiter 
hinabführende Treppe in die Speisekammer und Kellerei des Souterrains gelangt, 
ferner zu einem Gartensalon und zu einem Domestikenzimmer mit einer Kammer. 
Bei der ringsum freien Lage des Gebäudes empfangen alle diese Räume ein schönes 
Licht. Die Treppe macht die Mitte des Hauses, und von da aus verbinden kleine 
Passagen sehr leicht vmd bequem die umherliegenden Gemächer. Diese Treppe 
ist aus Eisen construirt, und empliingt ihr Licht von oben, wie der Durchschnitt 
auf Blatt 72. näher angiebt. Die Abfallrinnen des Kupferdaches, welches sich hinter 
der Atlica versteckt, sind durch den Treppenraum hinab in einen unter dem Hause 
ausgemauerten Abzugskanal geleitet. Diese Einrichtung ist getroffen worden, um 
das Einfrieren dieser Abfallrinnen, wenn sie aufserhalb angebracht werden, zu ver- 
meiden, welches in der Regel ein Bersten erzeugt, und dann dem Gebäude schäd- 
lich wird. Im vorliegenden Fall kaini dadurch, dafs der mittlere Treppenraura 
durch einen eisernen Ofen K heizbar ist, eine solche Temperatur unter dem Dache, 
wo die Abfallrinnen einmünden, erzeugt werden, dafs ein beständiges Schmelzen 
und sicheres Ablaufen des Schneewassers im Gange bleibt; auch kann jedem ein- 
tretenden Schaden an den Rinnen, welche ganz frei neben der Treppe aufsteigen 
und in jeder Höhe leicht beobachtet werden können, in kurzer Zeit und mit leichten 



Mitteln abgeholfen werden. Das Gebäude ist auf diese Weise ringsum von der 
Dachtraufe befreit. In jedem Seitengebäude ist ein Waarenmagazin angelegt, über 
welchem, durch die Einziehung leichter Holzwände nach den Linien ah, cd, ef, 
eine kleine Wohnung für den Miether des Magazins, aus den Wohnzimmern hh 
und hi, dem Gesindezimmer cf, der Küche ce und einer Speisekammer g beste- 
hend, gewonnen wird. Ein Pferdestall und eine Wagenremise ist in dem ersten 
Geschofs des rechts liegenden Nebengebäudes, ein Orangenhaus und ein Raum zu 
Aufbewahrung von Holz und Garten-Utensilien in dem links liegenden eingerichtet; 
über diesen Räumen finden eine Kutscherwohnung, ein Raum für Futter und 
Räume für die Aufbewahrung der Gartenfrüchte ihren Platz. Ein kleiner Hof in 
jedem Nebengebäude nimmt das Dachwasser auf, und auf demselben sind die 
Düngergruben dem Auge beim Ueberblick der ganzen Anlage entzogen. 

Gegen die Strafse ist der Garten mit Gitterwerken abgeschlossen, in welchen 
Ein- und Ausfahrten angelegt sind. Um bedeckt in und aus dem ^Vagen steigen 
zu können, sind Verbindungsgänge, auf Pfeilern ruhend, zwischen dem Hauptgebäude 
und den Nebengebäuden angelegt, welche oberhalb Altane bilden, auf die man aus 
dem Ilauptgeschofs hinaustritt. Die Facitde auf Blatt 72. zeigt die Verbindung und 
die Verhältnisse aller Haupttheile der ganzen Anlage. 



Blatt 93. 

Entwurf einer Kirche für den Marktplatz zu Potsdam. 

Unter mehreren Entwürfen für den Bau dieser Kirche ward auch der hier 
gegebene bearbeitet, welcher in einfacher Form einer Basilica gehalten ist. Die 
Glocken nehmen Platz in den vier Ecken des Gebäudes, zu welchem Zweck dort 
Schallöflnungen angelegt sind. 

Zur Vermeidung des Zugwindes in der Kirche sind sämmtliche Eingänge 
nur an der Giebelseite unter dem Porticus angebracht, und in der Dicke der Mauer 
mit Doppelthüren versehen. Der Porticus selbst hat weit vortretende Mauern, die 
in Anten endigen, um gleichfalls mehr Schutz von den Seiten zu gewähren. 

Die massiv gewölbte Altarnische ist mit einem einfallenden Lichte im Scheitel 
der halben Kuppel angeordnet, wodurch die in der Nische angebrachten Wand- 
gemälde aufs beste erleuchtet werden. Vor dem Altar steht der Taufstein, und 
an jeder Seite der Stufen, die zu diesem Heiligthume führen, ist nach älterer Weise 
eine Kanzel angeordnet, wovon die eine für die Predigt, die andere für das Ver- 
lesen des Evangeliums bestimmt ist. Die übrigens sehr einfache Anordnung der 
inneren und äufseren Architektur ergiebt sich aus den verschiedenen Aufrissen, 
Durchschnitten und Grundrissen, in letzteren sind zur Hälfte Cassetten-Eintheilun- 
gen der Decken, zur Hälfte die Stellung der Kirchenbänke angedeutet. 



Blatt 9^4. 95. 

Entwurf einer kleinen Kirche von quadratisclier Form des Grund- 
risses, wozu ein beschränkter Bauplatz in einem kleinen Orte die 

Veranlassung gegeben hat. 

Die Dachung ist an jeder Seite mit einem Giebel geschlossen, wodurch vier 
Kehlen entstehen, die mit den vier Abfall -Röhren, welche an den Ecken des Ge- 
bäudes herablaufen, im Zusammenhange sind, eine Einrichtung für die Abführung 
des Fiegenwassers, welche am wenigsten störend in die Architektur eines so kleinen 
Gebäudes einwirkt. Das ganze Gebäude hat bei seiner geringen Grundfläche durch 
das dritte Geschofs eine thurmartige Höhe erlangt, wodurch es weit über die 
Wohnhäuser der umgebenden Strafsen hinausragt, und sich als ein öffentliches 
Gebäude ankündigt. In diesem dritten Geschofs liegt das Geläute in angemessener 
Höhe. Emporkirchen geben die nöthigen Plätze noch her, welche dem beschränk- 
ten Grundplan fehlen. Eine Vorhalle mit stützenden Anten bildet den Eingang. 

Bei dem Crucifix auf dem Altar, Blatt 74., ist versucht, das Abschreckende 
und dem Kunst- Schönen Widerstrebende eines hangenden gemarterten Leichnams 
dadurch zu mildern, dafs die Gestalt Christi, auf eine Kugel, dem Symbol der 
Welt, für die er gelitten, gestellt, sich nur an das Kreuz anlehnt, an welchem 
die gefesselten Hände hinreichend andeuten, was vorging. Ein gröfseres Gewand, 
in welches der ganze Untertheil des Körpers gehüllt ist, und welches zugleich um 
des Kreuzes Arme und Stamm gelegt \vurde, versteckt des letzteren trockne Form, 
und giebt überhaupt durch schöne Faltung mehr Reichthum und für den nackten 
Thcil des Körpers einen wohlthätigen Hintergrund, so dafs durch eine solche An- 
ordnung im Ganzen die Darstellung dieses Gegenstandes an Würde wohl gewin- 
nen möchte. 



Blatt 96. m. 

Entwurf einer kleinen Kirche far den Kreis von Malmedj. 

Diese Kirche ist mit geringen Abweichungen ausgefülirt worden. 

F-s ist hier die Anlage zweier Glockenthürme gewählt, um mit der dadurch 
gewonnenen Masse den ganzen Giebel der Kirche zu bedecken und die sonst immer 
schwierige Verbindung der Thurmgebäude mit der Kirche zu erieichtern. Die 
Thürme haben im Entwürfe Platformen erhalten, damit sie von dort ein freieres 
und bequemes Umschauen in die Gegend zulassen. Bei der Ausführung sind etwas 
eingezogene Spitzen darauf angebracht worden, die jedoch mit der einfachen Con^ 
struction des ganzen Gebäudes und besonders der Thürme nicht harmonisch zu- 
sammenstimmen wollen, indem der Bau mehrerer Geschosse über einander durch 
die dadurch entstehenden vielfachen horizontalen Gürtungen dem plötzlichen Con- 
trast eines in abweichendem Winkel sich erhebenden und sich sehr geltend machen- 
den Baues einer solchen Spitze der Form nach widerstrebt. In der Altarnische 
sind die möglichen Ausschmückungen durch Malerei angegeben, für welche hier 
eine Beleuchtung durch eigends angebrachte Seitenfenster stattfindet. Die Anord- 
nung zweier Kanzeln ist auch hier in dem Plane angenommen worden. 



Blatt 98. 
Entwurf einer kleinen Kirche mit einem Thurm. 

Die Architektur ist hier im Bogenstyl gewählt. Die Verbindung der Kirche 
mit einem Thürme, der nicht die Breite des Kirchengiebels hat, ist dadurch ver- 
mittelt, dafs das Thurmgebäude getrennt von der Kirche aufgeführt und mittelst 
einer offenen gewölbten Halle im Zusammenhange mit der Kirche steht; unter 
diesem Gewölbe ist der Eingang der Kirche angelegt, für welchen dieses Gewölbe 
ein schützendes Vorhaus bildet. 



Blatt 99. 80. 81. 89. 83. 

Neues Schauspielhaus in Hamburg. 

Der Antrag für diesen Entwurf ward mir am Ende des Jahres 1825 von 
dem Comite des Actien -Vereins gemacht, welcher diesen Bau unternommen und 
so geRihrt hat, dafs die Eröffnung des Theaters im Frühjahr 1827 stattfinden 
konnte. Die specielle Führung des Baues wurde dem Stadt- Baumeister Herrn 
Wimmcl übertragen. Der Bauplatz war sehr genau für den Bau abgemessen, 
und aufserdem bei der Anlage Folgendes vorgeschrieben: 

1) Das Haus soll nahe an 2000 Zuschauer liissen. 

2) Die Logen wünscht man gröfstentheils zu geringer Personenzahl abgetheilt. 

3) Das Parterre und Parquet sollen aufser den Sitzplätzen auch Stehplätze in 
einem Gange unter den Logen erhalten. 

4) Es sollen in dem Gebäude, und zwar an den beiden langen Seiten zu- 
sammen, 10 Boutiquen angelegt werden, deren Miethsertrag zum Vortheil 
der Unternehmer und der Anstalt benutzt werden kann. 

5) Die Bühne selbst soll von mittlerer Gröfse sein, damit der Aufwand für 
Dircction und Erleuchtung mäfsig werde. 

6) Es soll weiter noch Folgendes in dem Gebäude bedacht werden: Ein 
Theater-Magazin, eine Werkstatt für Maler und die dazu gehörigen Räume, 
mehrere Zimmer und eine Küche für einen Conditor, ein ähnliches Local 
für den Castellan, Zimmer für die Direction, für Leseproben, für die 
Theater- Bibliothek, besondere Eingänge für Fufsgänger und für die Zu- 
schauer, welche zu Wagen kommen, mehrere Ausgänge für den Nothfall, 
zum selbigen Zweck mehrere Treppen, Vestibüle, Foyers und daran lie- 
gende Zimmer, vollständige Anzahl von Ankleidezimmern für die Schau- 
spieler an einer Seite, für die Schauspielerinnen an der andern Seite der 
Bühne, Garderobe- und andere Zimmer und Aufbewahrungsräume für 
die Theater- Oekonomie. 

Um nun die Menge der hier genannten Abtheilungen, die sich um den ei- 
genrtichen Theater- und Bühnenraum längs der Fronten des Gebäudes vcrtheilen, 
zweckmäfsig zu beleuchten, mufste eine architektonische Anordnung in dem ge- 
sammten Aeufseren gewählt werden, welche eine grofse Menge nahe an einander 
liegender Lichtöffnungen darbot; diese Menge von Fenstern, in gewöhnlicher Form 
angeordnet und in fünf Stockwerken über einander angebracht (weil der erforder- 
derliche Raum so viele Geschosse vorschrieb), würde dem Gebäude ein kasernen- 
artiges Ansehen gegeben, und es nicht als ein öffentliches Gebäude charakterisirt 
haben. Deshalb wurde eine an allen Fronten durchgeführte Bogen-Construcfion 
ersonnen, die innerlich Abtheilungen nach der Höhe, vermöge eines durchlaufenden 



lik 



^m 



Kämpfergebälks, und Abtheilungen nach der Breite mittelst eines jenes Gebälk un- 
terstützenden Pfeilers, über welchen ein zweiter bis zum Schlufsstein des Bogens 
läuft, erhalten hat. Diese Abtheilungen lassen also in der Höhe einer jeden Bogen- 
Coustriiction zwei Geschosse zu, in der Breite FcnsterölTnungen für zwei verschie- 
dene Räume, und auf diese Weise zeigt das Aeufeere nur die Construction zweier 
Hau[)tgeschossc mit grofsartigen Verhälüiisscn, und eines dritten leichteren, während 
im Inneni an mehreren Theilen des Gebäudes fünf Geschosse auf eine natürliche 
Weise entstehen, welches in dem Querdurchschnitte deutliph zu ersehen ist. In 
den Vestibülen, Foyers und in dem Bühnenraum aber sind die Bogen-Constnictio- 
uen in ihrer ganzen Höhe für die Räume benutzt, welche gröfsere Höhe nöthig 
haben, wie dies im Längendurchschnitt, Blatt 82., deutlich wird. Für Architekten 
bemerke ich hier noch, dafs, wie ich glaube, diese Anordnung, welche in vielen 
Fällen Vortheile darbietet, bis jetzt nicht vollständig Anwendung gefunden hat. 
Für eine Ent^vickelung der St\lgesetze dieser architektonischen Anordnung nach 
ihrem ganzen Umfange ist es hier nicht der Ort; ich mufs diejenigen, welche an 
diesem Gegenstande Interesse finden, auf eine systematische Bearbeitung verschie- 
dener Gegenstände der Architektui* verweisen, die für eine Herausgabe bereits vor- 
gerückt, und deren Erscheinen von der Mulse abhängig ist, die mir meine amtlichen 
Geschäfte dazu gestatten werden. 

Die Uauptseite des Theaters, welche auf Blatt 80. dargestellt ist, zeigt, wie 
die oben erwähnte Anordnung der Bogen- Constniction mit der eingebauten Pfeiler- 
stellung zu einer angemessenen Ausschmückung des Gebäudes das Motiv hergegeben 
hat, indem der jedesmalige kleinere Pfeiler des zweiten Ranges, welcher in jedem 
Bogen vom Kämpfergebälk bis in den Schlufsstein reicht, oder vielmehr als ein 
verlängerter Schlufsstein zu betrachten ist, an seiner Frontseite mit einer Figur in 
hocherhobener Arbeit verziert ist, und da dieser kleineren Pfeiler gerade zehn in 
dieser Fronte vorkommen, so ist an dem mittleren des zweiten Geschosses ein 
Apollo Musagetes gedacht worden, an den übrigen neun sieht man die Musen 
aufgestellt. 

Mehrere Haupt -Abtheilungen, welche aus der inneren Einrichtung henor- 
gehen, sind in den Fronten durch tiefe Einschnitte bezeichnet, welche zugleich den 
Raum hergeben, um die Abfallrinnen von dem Dache ohne Störung der Archi- 
tektur herabzuführen, auch kleine Oeffnungen und Luftzüge für Räume, welche 
solche bedürfen, zu verstecken. 

Die gegossenen arabeskenartigen Gitterwerke in den Fensterbrüstungen und 
am Dache herum, sowie die Fenstersprofswerkc sind vergoldet gedacht, in gleicher 
Art die Laternenträger und Stützen für die beiden Zelte, welche aus Blech gear- 
beitet sind und Schutz beim Aussteigen aus dem Wagen gewähren. 

Blatt 8L giebt die architektonischen Einzelheiten der Fronten in gröfserem 
Maafsstabe. 

Für die Grundrisse ist es nöthig zu bemerken, dafs es überflüssig geachtet 
>vurde, sämmtliche fünf Pläne zu geben, dafs aber deshalb in den, Blatt 79. gege- 
benen Gnmdrissen ^, B und C die wesentlichen Einrichtungen aus zwei auf ein- 
ander folgenden Plänen angedeutet, dagegen die leichter zu errathenden weggelassen 
wurden. So ist im Plane •! nichts von der Einrichtimg der zehn Boutiquen an- 
gegeben, welche auf beiden Seiten unter der Castellans- und Conditor -Wohnung, 
sowie unter den . Ankleidezimmern vertheilt liegen, wo der Raum im Corridor 
mittelst einer grofsen Bogenöffnung zur Erreichung gröfserer Tiefe der Boutiquen 
mit ihnen unmittelbar verbunden ist. Die Anordiauig der Bänke im Parquet ist 
hier gleichfalls nicht angegeben, dagegen aber die Eintheilung der Logen, welche 
durch drei Ränge ganz dieselbe ist, im vierten aber durch ein Amphitheater ver- 
mehrt wird, dessen Einrichtung aus dem Grundrifs B ersichtlich wird. In letz- 
terem Grundrifs konnten die Eingänge ins Foyer nicht angegeben werden, welche 
um ein Geschofs tiefer liegen und vom Corridor des dritten Ranges der Logen 
hineinführen. 

Von Einrichtungen, welche nicht überall vorkommen, führe ich hier noch 
an, dafs die unteren Corridors vom Vestibül aus gegen die Thüren des Parquets 
mit einer sanften Ansteigung des Fufsbodens versehen sind, wodurch die Stufen 
vermieden sind, welche so viel Unbequemes und Gefihriiches im Gedränge haben; 
zugleich wird das Drängen beim Eingehen vermieden, weil es bei aufsteigenden 
Ebenen beschwerlich wird, dagegen wird das Ausgehen bergab erleichtert und 
gefördert 

Die Anordnung des Prosceniums dürfte vielleicht als ganz neu in ihrer Art 
gedacht betrachtet werden. Die grofse Spannung über der Oeffnung der Bühne, 
besonders da sie in der Regel flach sein mufs, ist selten gut zu charaktensiren ge- 
wesen; ich habe bei dieser Gelegenheit angenommen, dafs dieser Bogen des Pro- 
sceniums scheinbar ans einem Metallgufs bestände, etwa wie wir grofse Brücken- 
bögen aus Eisen construiren können. Er hat den vergoldeten Ucberzug erhalten, 
welcher liir die Heiterkeit der Decoration des inneren Hauses nöthig war, ist dabei 
so leicht und durchbrochen gearbeitet, dafs der grüne festhangende Teppich da- 



hinter überall zwischen den Ornamenten, welche die Winkel- und Rund- Abthei- 
lungen des Bogens ausfüllen, durchscheint. Hierdurch entsteht der grofse Vortbeil, 
dafs der Zuschauerraum so weit geschlossen ist, um am Platfond ein Simswerk 
ringsumher führen zu können, dafs aber diese Art von Proscenium zugleich weit 
schmäler sein kann und seiner Natur nach sein mufs, als jede andere architekto- 
nische Anordnung des Prosceniums, und also die Zuschauerplätze in den Logen 
weit näher an die Bühne gerückt werden können. 

Blatt 83. giebt die Ansicht des Prosceniums und die an jeder Seite anstofsen- 
den Logen zugleich mit einer perspectivischen Ansicht des Theaters von aufsen als 
Bühnen -Bild. 

Die Ausführung ist nicht ganz dem Entwürfe getreu zu Stande gekommen, 
weil Anfangs die Mittel nicht auszureichen schienen; deshalb hat man nur das In- 
nere des Hauses vollkommen beibehalten, die Fa9ade hingegen sehr vereinfacht 
aufgeführt. 



Blatt 84. 
Das Casino- Gebäude in Potsdam. 

Ein sehr unregelmäfsiges Grundstück, wie es der Grundrifs angiebt, hat die 
Formen dieses Gebäudes bestimmt. Bei dem Plane ging die Absicht besonders 
dahin, um den Tanzsaal herum recht viele Communicationen zu schaffen, ohne die 
Tanzenden zu stören, ingleichen den Speisesaal so zu legen, dafs er nicht die Reihen 
der übrigen Zimmer durchschnitt, damit die Tafel ungestört besorgt werden könne, 
bis die Gesellschaft sich zum Speisen begiebt. 

Im Souterrain sind die ökonomischen Zwecke beachtet, auch noch ein kleines 
Gesellschaftslocal angelegt für den täglichen Gebrauch. 

Der Bau ist im Jahre 1823 auf Kosten Seiner Majestät des Königs ausgeführt 
worden. 



Blatt 85. 86. 89. 88. 89. 90. 

Die neuerbaute Kirche auf dem Werderschen Markte in Berlin. 

Auf Blatt 55 bis 58. meiner architektonischen Entwürfe ist schon ein Project 
für den Bau dieser Kirche dargestellt worden, welches nicht zur Ausführung kam; 
es wurde unter noch mehreren anderen Entwürfen, welche ich damals bearbeiten 
mufste, auch einer im Mittelalter-Styl veriangt, und dieser Entwurf erhielt die Ge- 
nehmigung. Auf den sechs Blättern 85 bis 90. ist dieser Entwurf im Ganzen und 
in seinen einzelnen Haupttheilen gegeben. Dieselben Bedingungen in Beziehung 
auf die Localität, welche dem früher dargestellten Entwürfe auf Blatt 55 bis 58. zum 
Grunde lagen, finden ebenso bei diesem statt, und daher entsteht die Aehnlichkeit 
der Hauptform des Grundrisses. Ehemals standen auf dem Markte zwei Kirchen 
unter einem Dach zusammen, in einer Länge von 288 Fufs zu einer Breite von 
60 Fufs. Aufser diesem Mifsverhältnifs war ihre Architektur von dem schlechtesten 
Styl und die Ausführung höchst mangelhaft, wodurch die Baufälligkeit frühzeitig 
entstand, welche das Abtragen nöthig machte und einen Neubau vcranlafste. Die 
hier dargestellte neuerbaute Kirche ist, bei der Breite von 60 Fufs, 199 Fufs lang, 
und dadurch hat der Platz eine Fläche von 89 Fufs Länge, 60 Fufs Breite gewonnen. 

Die geringe Ausdehnung der Breite im Verhältnifs zur Länge liefs auch hier 
nur ein einziges Kirchenschiff zu, und die im Grundrifs isolirt scheinenden Pfeiler, 
welche die Kreuzgewölbe tragen, sind mit den Frontmauern vollkommen verbun- 
den; es sind aber, sowohl im untern Kirchenraum, als auf den Emporen, welche 
zwischen den Pfeilern eingebaut sind, in diesen Pfeilern Verbindungsthüren gelassen, 
wodurch im Grundrifs diese Pfeiler isolirt stehend erscheinen, aus den Durch- 
schnitten hingegen und aus der perspectivischen Ansicht von dem Lmern geht ihre 
mit den Mauern verbundene Form genau hervor. Im Innern der Kirche ist eine 
Breite zwischen den Pfeilern im Lichten von 33 Fufs 10 Zoll, die Höhe vom Fufs- 
boden bis zur Spitze des Gewölbes hält 77 Fufs. 

Da bei dem Entwürfe die Sparsamkeit zur Pflicht gemacht ward, so ging 
ich davon aus, den angenommenen Mittelalter-Styl in gröfster Einfachheit durch- 
zuführen und allein durch die Verhältnisse zu wirken. Die Anlage eines einzigen 
Thurmes, wenn er die Breite der Kirche haben sollte, um den Giebel völlig zu 
decken, würde nicht allein viel Platz von der Grundfläche weggenommen haben, 
sondern hätte, wegen der nach seiner Breite proportionirten sehr beträchtlichen 
Höhe, einen Kostenaufwand veranlafst, der mit der anempfohlenen Sparsamkeit in 
gar keinem Verhältnifs gestanden hätte. Aus diesem Grunde wählte ich eine Giebel- 
fr'onte, welche von zwei kleinen Glockenthürmen eingefafst ist. Diese Thürmchen 
konnten nun, ohne bedeutend hoch zu werden, doch feine und zieriichc Verhält- 
nisse annehmen, und das Werk gewann mit geringen Mitteln eine reichere Wirkung, 



als bei einem einzigen kolossalen Thurmgebäude, weil die Perspective zwei Thürme 
weit mannigfaltiger in ihren Ansichten gegen einander verschiebt. 

Bei der sehr geringen Grundfläche jedes dieser Thürmchen würde die Auf- 
führung einer verhältnifsmäfsigen Spitze kleinlich ausgefallen sein; ich zog es des- 
halb vor, diese Thürmchen oben in ihrer vollen Breite gegen die Luft endigen zu 
lassen, so dafs zugleich der Zweck, ein Plateau für die Umsicht auf dieser Höhe 
zu bilden, hervorleuchtet. Die zierliche Einfassung dieser Flächen mit durchbrochen 
gearbeiteten Geländern, welche sich an zugespitzte Eckpfeiler schliefsen, bezeich- 
net hinreichend die Endigung dieser Gebäude, und trägt zugleich viel bei, die Wir- 
kung reicher zu machen. Die ganze Höhe dieser Thürmchen vom Strafsenpflaster 
bis zu den Spitzen beträgt nicht mehr als 137 Fufs. 

Bei der Einfachheit des Gebäudes kam es darauf an, der Architektur ein 
eigenthümliches Interesse zu geben; dies \>airde dadurch gewonnen, dafs die Con- 
struction überall in einem sorgfältig und für jeden Bautheil eigends zweckmäfsig 
behandelten Backstein-Material sichtbar gelassen wurde. Es verlangte der Bau hier- 
nach eine bedeutende Menge in sehr verschiedener Gestalt und Grofse geformter 
Ziegel zu den Säulchen, Capitälen, Gliederungen, Fensterstöcken, Gesimsen und 
Ornamenten, unter denen sich Stücke bis zur Grofse von 2 Fufs Länge, 1 Fufs 
Höhe und 6 Zoll Breite befinden. Weit gröfser aber sind die Massen von ge- 
branntem Thon, welche die Sculpturen an dem Eingangsportal verlangten; der 
über 8 Fufs hohe Körper der Mittelfigur, den Erzengel Michael darstellend, ist nur 
aus drei Theilen zusammengesetzt. Die Figur ist hohl gebrannt, das Innere aber 
bei der Zusammensetzung mit hohlen Töpfen ausgefiillt, die mit einer Kittmasse 
umgeben sind, welche die Zwischenräume ausfüllt und das Ganze zu einem festen 
Körper verbindet. 

Die Sculpturen, von dem Herrn Professor Ludwig Wich mann in Thon 
modellirt, wurden in der Fabrik des Herrn Fei In er gebrannt. Diese Fabrik lie- 
ferte auch die Verzierungen unter dem Hauptgesims, die Verschlingungen über den 
Fensterstöcken und die Capitäle der Säulchen an den Portalen. Die grofsen Ge- 
simssteine, die Steine zu den geraden Fensterstöcken, Gliederungen, Säulen, Ab- 
wässerungen und Ecken aller Art wurden in der Königlichen Ziegelei zu Joachims- 
thal gefertigt, sowie auch diese Ziegelei das Material von gewöhnlicher Form lieferte, 
womit die Mauern der Kirche äufseriich überall auf einen halben Stein verblendet 
sind. Das Material für die grofse Steinmasse im Innern der Mauern lieferte die 
Ziegelei des Herrn Geheimen -Raths Endell zu Bellinchen, welche auch die leich- 
ten Steine fertigte, die zur Auswölbung der Kappen in den Kreuzgewölben ver- 
wendet wurden. Diese Gewölbziegel sind aus einer Thonmasse geformt, welche 
mit gestofsenen Kohlenstückchen gemengt wurde; im Brennen entsteht hierdurch 
eine Porosität in dem Stein, die ihm die grofse Leichtigkeit und das Bindungsver- 
mögen giebt, welche beide für das Wölben so viel Vortheile gewähren. Bei der 
Wölbung der Kuppel im neuen Museum, welches auf den Blättern 37 bis 42. gegeben 
ist, ward ein gleiches Material verwendet, welches damals die Königliche Ziegelei 
in Joachimsthal lieferte. 

Auf Blatt 89. ist das Ilauptportal dargestellt, wobei zugleich in einem Grund- 
rifs die Construction des Materials angegeben wurde. Die punctirten Linien zeigen 
die zweite Lage der Steine an. Auf Blatt 90. ist in gleicher Art das grofse Fenster 
über dem Portal und ein Fenster an der Chornische mit dem darüberliegenden 
Hauptgesims dargestellt, die Grundrisse darunter geben gleichfalls die Construction 
des Materials an. 

In den Fenstern sind die Glasmalereien angedeutet; das grofse Fenster ist 
einfiich gehalten, weil es unterhalb von der davorstehenden Orgel grofsentheils ver- 
deckt wird, die Fenster in der Chornische hingegen sind mit reicher Malerei ver- 
ziert. Blatt 86. zeigt die Thurmfronte und den Grundrifs der Kirche. In letzterem 
ist mit punctirten Linien die Anordnung vom Altar und zwei Kanzeln umgedeutet, 
wie solche in den Profilen, Blatt 87., und in der perspectivischen Ansicht, Blatt 88., 
dargestellt sind. Hierüber jedoch werden zur Zeit noch Bestimmungen Allerhöchsten 
Orts erwartet. Bis jetzt hat die Geistlichkeit zweier Gemeinden, einer deutschen 
und einer französischen, welche ehemals in den beiden alten Kirchen getrennt 
waren, wiederum eine Trennung in der neuen Kirche verlangt; diese Trennung 
ward so befohlen, dafs das Gebäude dadurch doch in seinem Plane ein Ganzes 
bilden sollte, damit künftig einmal die Trennung wegfallen könnte, welches für die 
Wirkung des Ganzen höchst wünschenswerth wäre. Auf Blatt 87. ist in einem 
der Querdurchschnitte die Anordnung einer Theilungswand angegeben, an welche 
sich der Altar der deutschen Kirche lehnen würde; hiernach erhielte die deutsche 
Kirche nach dem Grundrifs drei Abtheilungen der Kreuzgewölbe, die vierte Ab- 
theilung bliebe als Zwischenraum beider Kirchen, für Vorhalle, Sacristeien und 
Treppenraum, die fünfte Abtheilung mit der Chornische zusammen bildete die 
Kirche für die kleinere französische Gemeinde. 

Der Wunsch scheint sich immer allgemeiner auszusprechen, dafs diese Tren- 
nung wegfallen möge. i 



Auf Blatt 85. ist die pcrspectiviscbc Ansicht der Kirche mit der Umgebung 

tlirflre**teilt 

^ Der Bau dieser Kirche begann im Jahre 1825. und erreichte im Aeufsern 
seine Vollendung im Jahre 1828. in welchem die Gewölbe im Innern gleichlalls be- 
endet worden sind, so dals der Ausbau im folgenden Jahre beginnen kann. 

Die Ausftihrung des Gebäudes wurde der hiesigen Königl. Ministerial-Bau- 
Commission übertragen, welche im Einverständnisse mit mir das Ganze durch den 
Herrn Bau-Rath Moser leiten liefs; die specielle Aufsicht und Führung wurde dem 
Herrn Bau-Conducteur Hesse übertragen. 



Blatt 91. 9^. 

Entwurf för eine evangelische Kirche auf dem dem Herrn von 
üouwald zugehörigen Gule Slraupilz in der Lausitz. 

Der Bau dieser Kirche ist bereits weit vorgerückt, wird im kommenden 
Jahr 1829 unter Dach kommen und 1^30 vollendet werden. Bei der Aufgabe für 
diesen Ent>vurf traten die bei evangelischen Kirchen so häuüg stattfindenden Be- 
dingungen ein: , « , 

dafs in einem mäfsigen Raum eine grofse Anzahl Kirchganger bequemen 
Platz fürs Hören des Predigers fänden, und dals durch diese Beschrän- 
kung der zu bebauenden Grundfläche, und die dadurch eintretende Er- 
sparung, vorzüglich an Dachfläche und Fundament, die Baukosten ver- 
mindert werden sollten. 
Was nun an Raum für die geforderte Anzahl der Plätze bei sehr beschränk- 
ter Ausdehnung des Gebäudes verloren geht, kann nur durch Emporen (Tribünen) 
wieder gewonnen werden, wozu bei evangelischen Kirchen noch der Umstand be- 
rechtigt, dafs diejenigen Personen, welche in den oberen Regionen des Gebäudes 
ihren Platz finden, die Stimme des Predigers noch besser vernehmen, als die, 
welche sich im unteren Kirchenraum befinden. 

Die Anordnung der Emporen (Tribünen) hat aber in mancherlei Beziehung 
ihre Schwierigkeiten, theils um diese Einbauten mit der Haupt-Architektur des Ge- 
bäudes inUebereinstiraraung zu bringen und angenehme Verhältnisse zu erzeugen, 
theils um zu vermeiden, dafs durch diese Einbauten die Beleuchtung des Innern 
nicht vertiere, indem durch eine unangemessene Anordnung dieser Einbauten die 
Kirchenfensler häufig zum grofsen Theil verdeckt werden. 

In dem vorliegenden Falle ist die Bogen -Architektur des Aeufsern auch in 
den Hauptformen des Innern durchgeführt, indem die Unterstützung der Balken- 
decke aus zwei Bogenstelluugcn besteht. In diesen Haupt-Verhältnissen sind nun- 
mehr die Emporen, als besondere Bauten mit horizontalen Architraven, die von 
Pfeilern unterstützt sind, in zwei Geschossen eingebaut. Auf eine gleiche Weise 
zeigt sich im Aeufsern schon die Construction der Fenstergestelle in vier über ein- 
ander stehenden Abtheilungen, welche sich in jede Fensteröffnung einfugt. Diese 
Abtheilungen correspondircn nun wieder genau mit der Lage der daranstofsenden 
Fufsböden der Emporen, welche sich amphitheatralisch erheben, aber in der Art, 
dafs diese stufenartige Steigung jeder Empore auch in der untern Ansicht bemerkt 
wird. Hierdurch entsteht der grofse Vortheil für die Beleuchtung der Kirche, dafs 
nichts von den Fenstern verdeckt wird, sondern alles Licht derselben über und 
unter den Kirchensitzen hinein in das Mittelschiff der Kirche ungehindert fallen 
kann. Um diese Anordnung zu construiren, sind nach den im Grundrifs punctir- 
ten Linien verzahnte Träger von den Hauptpfeilern nach den Umfangswänden ge- 
legt. Diese Träger sind unverdeckt in dem Durclischnitt nach cd angedeutet worden. 
Zwischen je zwei solclien Trägern, also in der Breite der Mauerpfeiler zwischen 
den Fenstern, bildet sich demnach eine horizontale Decke unter den Emporen. 
Auf diesen Trägem sind hölzerne Gestelle so angebracht, daCs die auf diese Gestelle 
gelegten Balken die amphitheatralischen Sitzstufen der Emporen construiren, deren 
untere Ansicht mithin in der Breite jedes Fensters gleichfalls die Stufenform bildet 
Altar, Kanzel, Taufstein und Orgel sind in dieser Kirche auf die übliche Weise 
angebracht. In gröfserem Maafsstabe stellt Blatt 91. diese Theile dar. 



ihrer grofsen Ausdehnung und bei der bedeutenden Entfernung von den nächsten 
Stadtkirchen fühlbar wird. Es sind für diesen Zweck von mir fünf verschiedene 
Entwürfe bearbeitet worden, welche zur Wahl voriiegen. Zwei dieser Entwürfe 
sind auf den Blättern 93. 91. 95. und 96.. zwei andere weixlen auf den Blättern 
103 bis inclusive 106. dargestellt werden. In diesen fiinf Entwürfen habe ich versucht, 
die wesentlichsten Hauptformen für evangelische Kirchen zu erschöpfen, nämlich 
unter den bei dieser Aufgabe festgestellten Bedingungen, welche bereits bei Eriäu- 
terung der Blätter 91. und 92. erwähnt wurden: dafs bei möglichst grofser Anzahl 
von Plätzen für Kirchgänger auf die geringste Ausdehnung der Gebäude Bedacht 

genommen werden solle. , r , . r 

Aufserdem ward noch in diesem speciellen Falle bestimmt, dafs kerne grolse 
Thurm-Anlage dabei stattfinden solle, damit diese Bauten nicht noch kostbarer wür- 
den, da sie ohnehin schon durch die geforderte Anzahl von 2000 bis 3000 Plätzen 
für Kirchgänger in jeder Kirche eine bedeutende Ausdehnung erhalten und grofse 
Baukosten veranlassen würden. Die Gnmdpläne dreier dieser Kirchen- Pro jecte 
haben die Form länglicher Vierecke von mäfsiger Proportion der Länge zur Breite, 
einer hat eine runde und einer eine achteckige Hauptform. Der Entwurf auf den 
hier voriiegenden Blättern 93. und 94. ist in einer Bogen-Architektur gehalten. Die 
beiden über einander liegenden Emporen (Tribünen) sind durch eiserne Säulen 
unterstützt, die in der obersten Region auch Bögen tragen, welche die Balkendecke 
halten. Die Architrave, welche von jeder Säule horizontal fort in der Umfongswand 
der Kirche liegen, bestehen gleichfalls aus Eisen, und zwar aus zwei neben einan- 
der auf der hohen Kante liegenden gewalzten eisernen Balken, welche mit den 
Säulen, sowohl den oberen als unteren, jedesmal fest zusammengeschraubt sind. 
Auf diesen Architraven ist dann ein Gestell für die amphitheatralischen Sitzplätze 
erbaut, und überhaupt die Anlage so gehalten, wie dies bei Erläuterung der Blätter 
91. und 92. bereits auseinandergesetzt ist, wodurch dann hier der Vortheil einer 
vorzüglich hellen Beleuchtung des ganzen Innern hervortritt, weil sowohl für die 
Tribünen als für den Mittelraum der Kirche das ganze Fensterlicht ungehindert 

gewonnen wird. 

Die Anlage der Orgel dieser Kirche in der Höhe über dem Ahar hat den 
Vortheil. dafs der Raum auf den Tribünen, die an der Seite des Eingangs, dem 
Altar und der Kanzel gegenüber, angebracht sind, und welche sonst gewöhnlich für 
Aufstellung der Orgel benutzt werden, hier die schönsten Plätze für Kirchgänger 

gewinnen läfst. 

Die Kanzel ist seitwärts von der Altarnische, und gegenüber ein Musikchor 
angeordnet. Die Bildwerke in der Altarnische sind als Malereien auf Goldgrund 
gedacht. Ebenso sollten die Bogen-Ausfüllungen über den drei Eingangsthüren der 
Giebclfronte aus Malereien auf Goldgrund bestehen, dagegen das Bildwerk am Giebel 
in Sculptur ausgeführt werden. 



düng gebracht sind, während sie unter sich, nach der Länge des Gebäudes, durch 
die eingefugten Brüstungen von Gufseisen Verband erhalten haben. Da die Säulen 
der obersten Ordnung auch dazu dienen, das leichte Gewölbe der Kirche zu tragen, 
so wurde auch hier über dem Capital der Ankerbalkeu aus Eisen in die Wand 
gelegt, um die Stabilität zu vergröfsern. 

Die Construction des Gebäudes wird in Backstein ausgeführt, und das Material 
wird sich an den Fa^aden ohne Ueberzug zeigen; alle Ornamente sollen gleichfalls 
in gebrannter Erde ausgeführt werden. Die Bogenscheiben über den Thüren und 
Wänden der Voriaube an der Giebel-Fa^ade sollen mit Malereien ausgefüllt werden. 
An dem grofsen Giebel-Fenster, welches im Innern nicht durch Emporen versteckt, 
sondern in seiner ganzen Ausdehnung sichtbar wird, sollen Glasmalereien ausge- 
führt werden. 

Die für den Bau dieser und der auf den Blättern 95. und 96. dargestellten 
Kirche gewähhen Bauplätze liegen ersterer an der von Beriin nach Tegel führen- 
den Chaussee auf dem Dreieck, welches die nach Reinekendorf abführende Strafse 
mit der Chaussee bildet, der zweite auf einem Platze vor dem Rosenthaler Thor, 
an der Invaliden- und Badstrafsen-Ecke. 



Blatt 95. 96. 

Zweiter Entwurf für den Bau einer evangelischen Kirche in der 

Oranienburger Vorstadt von Berlin. 

Die Architektur dieser Kirche ist in Constructionen horizontaler Ueberdeckung 
durchgeführt. Die Einrichtung der Tribünen ist ganz wie im ersten Entwurf, 
Blatt 9.3. und 94., die Orgel ist über dem Eingange auf einer Tribüne, dem Altar 
gegenüber, angebracht, die Kanzel hinter dem Altar. In einem Ausbau hinter dem 
Altar, welcher in seiner Grofse mit dem Porticus des Eingangs balancirt, ist eine 
Taufcapelle und Sacristei gewonnen. 



Blatt 93. 94. 

Erster Entwurf für den Bau einer evangelischen Kirche in der 

Oranienhurger Vorstadt von Berlin. 

Nach den Bestimmungen Sr. Majestät des Königs^ sollen zwei neue Kirchen 

# iu der Oranienburger Vorstadt von Berlin erbaut werden. Diese Vorstadt hat sich 

in dem letzten Jahrzehend so bedeutend vergröfsert, dafs der Mangel an Kirchen bei 



Blatt 9a. 98. 99. 

Dritter Entwurf für den Bau einer evangelischen Kirche in der 

Oranienburger Vorstadt von Berlin. 

Dieser Entwurf ist seit Erscheinen der Blätter 91 bis 94., sowie der zweite 
Entwurf auf Blatt 95. und 96., von Seiner Majestät dem Könige für die Ausführung 

gewählt worden. 

Der Plan ist hier gleichfalls ein längliches Viereck, in welchem an den langen 
Seiten zwei Emporen über einander liegen, die von eisernen Säulen unterstützt 
werden, und sich gleichfalls, wie in den beiden ersten Entwürfen, amphitheatralisch 
erheben. Die stufenförmigen Sitze sind auch hier auf horizontale Träger von ge- 
schmiedetem Eisen aufgebaut, welche ein stufenförmiges Gestell von Eisen tragen, 
auf dem die Balken der Emporen ruhen. Diese geschmiedeten Träger bilden zu- 
gleich die Anker, wodurch die schlanken Säulen mit den Frontwänden m Verbin- 



Blatt lOO. lOl. 10!3. 

Vierler Entwurf für den Bau einer evangelischen Kirche in der 

Oranienburger Vorstadt von Berlin. 

Der hier dargesteUte Rundbau würde die gröfste Menge von Kirchenplätzen 
auf dem geringsten Flächenraum enthalten, welches vorzüglich durch drei Emporen 
über einander erreicht wurde. Die massiv gewölbte Kuppel ruht auf zwölf starken 
Pfeilern, zwischen denen sich zwölf mit Tonnengewölben überspannte Abtheilungen 

für die Emporen bilden. 

Diese Emporen sind auf folgende Art construirt: In jeder Abtheilung sind 
consolartige Vorlagen stufenartig an den Wänden angebracht, jede Voriage hat die 
Breite von einer Sitzbank mit ihrem Gange; indem nun auf je zwei correspondi- 
renden Vorlagen zwei Balken in den Piaum eingelegt werden, bildet sich das Amphi- 
theater der Emporen. Die Fenster sind so angeordnet, dafs sie allemal über der 
obersten Sitzbank jeder Empore anfangen, und folglich ihr ganzes Licht, nach der 
Steigung des Amphitheaters, hinab bis in den untern Raum der Kirche werfen, 
welchem nichts davon durch den Einbau der Emporen entzogen wird. 

Ein Communicationsgang für die Emporen steht mit acht Treppen in Ver- 
bindung, welche in der Masse der Pfeiler angelegt sind. In den vier übrigen Pfeilern 
liegen die Rinnen, welche das Regenwasser von der Platform hinabführen; sie sind 
von beträchtlichem Räume umgeben und so angebracht, dafs man aus dem Com- 
municationsgange jedes Ranges bequem dazu gelangen kann, im Falle Herstellungs- 
Arbeiten nöthig werden. Aehnliche Ableitungen sind für die Dächer der vier Vor- 
hallen in den Ecken angebracht, wo sich diese dem Rundbau anschliefsen. Altar 
und Orgel nehmen eine Abtheilung zwischen den Pfeilern des Rundbaues ein. Zwei 
Kanzeln treten weit hervor, damit der Prediger aus allen Abtheilungen gesehen 
werden kann. Die Malereien in der Altarnische sind auf Goldgrund ausgeführt 
gedacht, das Crucifix soUte in weifsem Marmor gearbeitet sein. 

Ueber der massiven Kuppel erhebt sich eine Schutz -Kuppel aus Holz con- 
struirt, wodurch zugleich dem Gebäude ein bedeutenderes Ansehen für die Ferne 
gegeben werden sollte. Ein Gemälde an der Balkendecke in dieser Kuppel wird 
durch die Oeffnung in der massiven Kuppel von dem untern Räume der Kirche 
sichtbar werden und in seiner Beleuchtung deshalb eine bedeutende Wirkung 
machen, weil es von dem Kranze der Fenster im Tambour der Kuppel starkes 
Licht empfängt, dagegen das massive Gewölbe der Kirche nur mäfsiges, durch 
Reflex von unten kommendes Licht aufnimmt, und also das erleuchtete Bild sehr 
hell durch die Oeffnung herabscheinen mufs. 

Der Bau des Gebäudes sollte in Backstein ausgeführt werden, und dies Ma- 
terial würde aufserhalb ohne Abputz bleiben und seine ganze Construction sicht- 
bar lassen. 

Blatt 103. 104. 105. 106. 

Fünfter JEntwurf für den Bau einer evangelischen Kirche in der 

Oranienhurger Vorstadt von Berlin. 

Der Plan bildet im Innern ein Kreuz, dessen Arme mit Tonnengewölben 
überspannt sind, über dessen Mitte ein unvollständiges Kuppel- Gewölbe die runde 
Oeffnung läfst, über welche sich ein Tambour erhebt. Aus einer ringsumlaufenden 
Reihe von Fenstern fällt das Licht von hier in die Kirche hinab; der Tambour ist 



mit einer flachen, aus Holz construirten Kuppel und einem Zeltdache bedeckt. Ein 
Kreuzarm der Kircbe nimmt Altar, Kanzel, Orgel und Sacristeien auf; die drei 
anderen sind ganz mit den Emporen geH'ilIt^ welche jedoch hier nicht, wie in den 
vorigen Projecten, in mehreren Rängen über einander angebracht sind, weil ihre 
bedeutende TieJe schon hinreicht, die geforderte Anzahl von Kirchgängern in einem 
Range aufzunehmen. Die Kanzel ist so hoch angebracht, dafs sie die Amphitheater 
der drei Emporen vollkommen beherrscht. Die Orgel ist in dieser Kirche hinter 
der Altarnische versteckt, und lafst <len Schall durch die durchbrochenen Verzie- 
rungen, welche sich über der Altarnische in dem Ringstück der Bogenscheibe be- 
finden, in die Kirche treten. Auch diese Kirche sollte in Backstein ausgeftihrt, d.is 
Material aufserhalb sichtbar gelassen und die Ornamente in gebrannter Erde ge- 
arbeitet werden. 



Blatf 109. 109. 

Entwurf zu einem Gesellsehafls -Hause im Friedrich -Wilhelms- 
Garten bei Magdeburg. 

Das Gebäude lehnt sich an einen sanften Bergabhang und besteht aus einem 
grofsen Hauptsaal und vier Nebensäleu. Auf der Bergseite tritt man aus dem 
Hauptsaal unmittell)ar in den Garten, auf der Seite des Abhanges entsteht die 
Höbe ftir ein Souterrain, in welchem die Wohnung des Oekonomen, die Küchen 
lind Kellereien angebracht sind, die auf ilieser Seite hohe Fenster und Thüren, auf 
der Bergseite aber gewohnliche Kellerfenster erhalten. Die Personen, welche zu 
Wagen kommen, steigen hier aus und gehen durch das untere Vestibül und die 
zu beiden Seiten hinauf fiihrcnden Treppen in den Saal. Noch gröfsere Treppen- 
Anlagen fübren aus dem Saal zu beiden Seiten auf die Gallerie, die um denselben 
länf>, und auf die Plalformen. Um auf diesen Treppen den Eingang in die obere 
Gallerie in bedecktem Räume zu erhalten, ist über den Treppen eine stufenartige 
Erhöhung angelegt, welche im Aeufsern auf der Plalform an jeder Seite des grofsen 
Saales ein Rlumengestell bildet, umstände, welche durch die INähe der Festungs- 
werke von Magdeburg herbcigefiihrt wunlen, haben den Bau dieses Gebäudes 
verhindert. 



Blatt 109, HO, 111, 112, 

CharloUenbof bei Potsdam. 

Seine Königliche Hoheit der Ki-onpriiiz erhielt von Seiner Majestät dem Könige 
eine kleine Besitzung zum Geschenk, die früher einem Privatmanne g( hörte, und sich 
längs der Südseite des Königlichen Gartens am INeuen Palais bei Potsdam hinzieht. Es 
kam darauf an, das Grundstück, welches bis dahin nur als Kücheiigarten und Wiese 
beiuitzt worden wai% landschaftlich schön umzugestalten, so weit es die (lache Ge- 
gend zulasse. Hierbei mufste eine Haupt-Aenderung zunächst mit dem Wohnhause 
eintreten, welches in sehr kleinen Verhältnissen und in der wenig anziehenden 
Form bestand, welche in dem unten» Abschnitt auf Blatt IM. angegeben ist. 
Der Aufwand für die Umgestaltung sollte im Verhältnifs dieser kleinen Besitzung 
mäfsig sein, und deshalb der Bauplan des Wohnhauses so angelegt werden, dafs 
von dem allen Gebäude möglichst viel benutzt würde. Auf Blatt 109. ist bei 
A der Plan des Wohnhauses angegeben, bei welchem die schwarz angedeute 
ten Wände vom alten Hause beibehalten, die grauen neu hinzugebaut sind, woraus 
sich ejgiebt, dals das Vestibül a durch einen Vorsprung enveitert wurde, dafs in 
m' ein neuer Porticus erbaut uml in / eine Erweiterung des Schlafzimmers e m 
halbrunder Form angeordnet ward. Die Treppen-Anlage im Vestibül a ward neu 
gebaut, und die Bestimmung der Zimmer so eingetheilt, dafs h der Salon, c Wohn- 
zimmer der Kronprinzessin, d ein dazu gehöriges Cabinet, c das Schlafzimmer, g- die 
Garderobe, h ein Vorzimmer, t ein Wohnzimmer <les Kronprinzen, h ein Cabinet, 
l und IM Zimmer der Frau Oberhofmeisterin wurden. Eine wesentliche Einrich- 
tung war bei dem sehr niedrig liegenden, wiesenartigen Boden die Anlage emer 
Terrasse zwischen o'. Ä, ^ und ;>, auf welcher man, dem Hause nahe, einen immer 
trocknen Platz findet, um die frische Luft zu geniefsen. Der Porticus m liegt aut 
dieser Terr;isse; damit dieselbe aber die Souterrain-Etage des Gebäudes, m welcher 
sehr nöthige Räume für Dienerschaft, Küchen, Keller etc. enthalten sind, nicht ver- 
decke, feucht und fmster mache, bleiben in «« tiefliegende Hole zwischen Ter- 
rasse und Wohnhaus, die unter dem Porticus eine Verbindung erhalten haben. 
\\\ q ist die TernLsse durch einen Pfeilergang, der Weinlauben trägt, geschlossen, 



in p dagegen ist ein sanfter, mit Rasen bedeckter Abhang angelegt, zu jeder Seite 
desselben eine breite steinerne Treppe, die zu dem Bassin r hiuabliihrt. In B 
schliefst sich die Terrasse mit einer grofsen halbrunden Bank, über welcher ein 
Zeltdach aufgespannt werden kann. In der Mitte o der Terrasse befindet sich ein 
Bassin mit einer hochstehenden Schale, aus welcher ein starker Wasserstrahl em- 
porsteigt; aus dem Bassin rieseln zwischen Blumen und Rasen kleine Bäche nach 
o'o, wo sich niedrige Wassersprünge zeigen; andere Wasserstrahlen steigen aus 
dem untenliegenden Bassin bei ss empor, im Vestibül a zwischen den Treppen- 
armen springt ebenfalls ein kleineres Wasser aus einem Bassin, und ein gröfseres 
z\\'ischen den Lindenbäumen in G. Alle diese Wasserkünste werden durch eine 
Dampf- und Druckmaschine erzeugt, welche hinter und an einem Hügel in C an» 
Ufer eines künstlich geschaffenen Sees angelegt ist und deren Schornstein, in der 
Form eines grofsen Candelabers, die Landschaft verziert. In D und EE sind 
Pflanzenhäuser, in K Blumengärten, in // ein gröfseres Bassin, in F eine Sculptur- 
Gmppe mit einem laufenden Brunnen projectirt. 

Nach dieser Erläuterung des Situationsplans wird es leicht sein, sich in die 
auf den Blättern 109, HO, III. und 112. gegebenen perspectivischen und geome- 
trischen Ansichten und Durchschnitte zu finden. 

Ueber dem Situatiousplane auf Blatt 109. ist eine Ansicht von der runden Bank 
in B auf das Wohnhaus, dessen Porticus sich hinter dem Haupt- Springbrunnen o 
darstellt; links sieht man den Laubengang, welcher die Terrasse schliefst, rechts in 
die Landschaft, welche von den Gebäuden des Neuen Palais geschlossen ist. 

Die Ansicht auf der oberen Hälfte des Blattes lU). ist die der ersten ent- 
gegengesetzte, aus dem Porticus des Gebäudes; man sieht rechts den Laubengang, 
im Hintergründe die runde Bank mit dem Zelte, den Springbrunnen davor, den 
Candelaber der Dampfmaschine in der Ferne dahinter, und eine geringe Andeutung 
der Stadt Potsdam. 

Auf der untern Hälfte ist die geometrische Ansicht der runden Bank mit 
dem Durchschnitt der Terrasse und Weiulaube, und zu jeder Seite eine Ansicht 
des Dampfmaschinen-Gebäudes und des Schornsteins als Candelaber. 

Blatt 111. enthält zwei Haupt-Ansichten der Gesammt-Anlage, die obere, wo 
man besonders einen der Höfe zwischen Terrasse und Wohnhaus, den sanften 
Abhang der Terrasse und das unten liegende Bassin mit seinen zwei kleinen Spring- 
brunnen, sowie den grofsen Springbrunnen, den Laubengang, die runde Bank, den 
Candelaber und einen Thurm der Stadt Potsdam in der Ferne sieht; die untere, 
wo aufser diesen Gegenständen auch die projectirten Pflanzenhäuser sichtbar 

werden. 

Blatt 112. enthält die geometrischen Fa^aden und Durchschnitte des Wohn- 
gebäudes. Der Plan für diese Anlage, welcher von Seiner Königlichen Hoheit dem 
Kronprinzen ausgegangen, zeigt, wie man durch sinnreiche Anordnungen auch im 
kleinsten Maafsstabe mit geringeren Mitteln und wenig begünstigter Natur etwas 
sehr Charakteristisches und Anmuthiges hervorzubringen im Stande ist. 



Blatt 113. 114. 

Wohnhaus des Ofen -Fabrikanten Herrn Feilner in Berlin. 

Herr Feilner, seit vielen Jahren rühmlichst bekannt durch seine Verdienste 
um die Feuerungs-Anlagen, besonders die Stubenöfen und alle Gegenstände, welche 
aus gebranntem Thone gefertigt werden können, hatte sich schon für das Material 
künstlich geformter Backsteine bei dem Bau der Werder'schen Kirche in Berlin, 
deren Pläne auf den Blättern 85 bis 90. enthalten sind, grolses Lob ei-worben; er 
hegte aber den Wunsch, diese Fabrikation noch gemeinnütziger und für gewöhn- 
liche Bürgerhäuser anwendbar zu machen, und entschlofs sich, mit dem Beispiel 
durch einen selbst unternommenen Bau voranzugehen. Die Ausführung dieses 
\Vohnhauscs ist in allen Theilen als vollkommen gelungen zu betrachten, und hat 
das schöne Resultat geliefert, dafs man die äufsere Architektur, da wo Fabriken, 
wie die seiuige, dem Bau-Unternehmer irgend die Hand bieten, in keiner Art, selbst 
nicht in Tünche und Stuck, wohlfeiler, aber dabei weit dauerhafter, genauer, schär- 
fer und charakteristischer darstellen kann. 

Der Grundrifs des Gebäudes ist wegen mancherlei besonders eingetretener 
Verhältnisse nicht genau nach dem hier gegebenen Plane des Blattes 113. ausge- 
führt, und bei den Brüstungstafeln unter den Fenstern ist wegen Ersparung von 
Zeit und Kosten das auf Blatt 113. zunächst dem Grundrifs gezeichnete Ornament 
allein iiir sämmtliche Fenster zur Ausführung gekommen, wiewohl ursprünglich für 
jedes Fenster ein anderes Ornament bestimmt war, wie es auch hier in den Fa^a- 
den angegeben ist. Sehr scharf und schön ist die Ausführung dieser Basrelief- 



Platten aus gebranntem Thon, sowie diejenigen, welche die inneren Flächen der 
Thür und Fenster bekleiden, ausgefallen, und diese letzteren geben besonders dem 
Gebäude ein sehr reiches Ansehen, welches dennoch durch die Art des Materials 
anspruchslos und keineswegs überladen erscheint. Die in den Fa^aden angegebenen 
dunkeln horizontalen Lagen sind durch Backsteine von dunkel-glasürter Farbe her- 
vorgebracht. Es ist sehr zu wünschen, dafs diese dauerhafte, schöne und wahrhafte 
Architektur, aus gebranntem Thone ohne Uebertünchung, recht viel Nachahmung, 
sowohl für öffentliche als Privathäuser, finden möge. 



Blatt 115. 116. 119. 118. 119. 120. 121. 122. 

Die allgemeine Bau -Schule in Berlin. 

Eine neue Organisation des Institutes der Königlichen Bau-Academie in 
Berlin, demnächst die allgemeine Bau-Schule genannt, der beschränkte Piaum die- 
ser Anstalt und des Locals der Ober-Bau-Deputation, welcher hinderte, die grofsen 
Sammlungen von Zeichnungen, Karten und Modellen, so wie die diesen beiden 
Anstalten gemeinschaftlich zugehörige Bibliothek aufzustellen und letztere zur bes- 
seren öffentlichen Benutzung einzurichten, gaben die Veranlassung zu dem neuen 
Bau, mit dessen Ausführung in dem Jahre 1832 auf dem Platze des ehemaligen 
alten Packhofs JlJl*dJl begonnen wurde. 

Der SitLiationsplan auf Blatt 116. zeigt die Vortheile, welche mit diesem Bau 
der Anlage des umliegenden Stadttheils erwachsen. Diese Vortheile sind folgende: 
der Gewinn eines freundlichen, mit Bäumen besetzten Rasenplatzes zwi- 
schen dem neuen Gebäude und der Schlo fsbrücke; 
der Gewinn einer Verbindung zwischen der Schlofsbrücke und Schleusen- 
brücke auf einer mit massiven Schälungen versehenen Uferstrafse; 
die um das Doppelte zulässige Verbreiterung der bis dahin so engen Strafse, 

welche von der Schleusenbrücke zum Werderschen Markt führt: 
der Gewinn einer Anzahl schöner gewölbter Kaufläden für diesen sehr 
belebten Theil der Stadt, welche in den unteren Räumen des neuen 
Gebäudes eingerichtet und vermiethet werden; 
der Gewinn einer geregelten und besseren Ansicht dieses, bis jetzt mit 
vielen verworren durch einander gebauten Schuppen und schlechten 
Gebäuden belasteten Winkels der Stadt, welcher nach Vollendung des 
Gebäudes und Einrichtung des Vorplatzes, von der Schlofsbrücke gese- 
hen, die Ansicht erhalten wird, welche auf Blatt 115. gegeben ist. 
Andere Vortheile für die Stadt werden sich als eine natürliche Fortsetzung 
dieser AnInge anschliefsen. Es sei erlaubt, diese Vortheile hier in der Kürze zu 
erwähnen. 

Die alte Strafse von der Schleusenbrücke zum Werderschen Markt, welche 
durch den neuen Bau eine angemessene Breite BC erhält, könnte in dieser Breite 
jenseits des Marktes mit der französischen Strafse in unmittelbare Verbindung ge- 
bracht, auf der anderen Seite in gleicher Breite über den Schleusen-Kanal bis in 
den Schlofsplatz geführt werden. Die erstgenannte Verbindung, welche durch das 
schon dem Staate zugehörige, dazwischen liegende Grundstück des Gouverneur- 
Gebäudes sehr erleichtert wird, liefse bedeutende Bauplätze gewinnen, welche für 
einige öffentliche Gebäude genutzt werden könnten, deren dringende Errichtung bis 
jetzt zum Theil an dem Mangel zweckmäfsig gelegener Plätze gescheitert ist. Aufser- 
dem würde nach den in dunklerem Ton gehaltenen projectirten Häusermassen DD 
die Marktstrafse geregelt, und dadurch von den jetzt neben der Werderschen Kirche 
noch unangenehm in die Augen fallenden alten Hinterhäusern EE befreit. 

Wenn bei den hierdurch für den Werderschen Markt erwachsenden Vor- 
theilen noch die drei kleinen Bürgerhäuser FFFF, welche die Fa^ade des neuen 
Gebäudes der allgemeinen Bau-Schule decken, weggenommen würden, so erhielte 
dieser Platz seine letzte Vollendung. 

Die oben erwähnte zweite Verbindung der verbreiterten Strafse mit dem 
Sclilofsplatze hängt mit noch gröfseren Vortheilen für die Stadt zusammen. 

Die Schleuse ist bereits ein alter, in vielen Theilen durch den Gebrauch zer- 
rütteter Bau, dessen gänzliche Erneuerung unumgänglich ist. Wird der Neubau 
der Schleuse an diesem beengten Theile der Stadt vorgenommen, so wird die 
Schiffpassage durch die Stadt mindestens auf zwei Jahre ganz aufgehoben, ein Nach- 
theil von unberechenbaren Folgen. Es wird also eine Verlegung der Schleuse wei- 
ter oberhalb hin bei dieser Gelegenheit nothwendig werden, wo bei dem breiteren 
Flufsbett neben dem Bau derselben die Passage der Schiffe unausgesetzt beibehal- 
ten werden kann. Unter diesen Umständen wird die jetzige Schleusenbrücke GGIIH 
nach der neuen Breite der Strafse an der allgemeinen Bau -Schule in der Form 

8 



• " T? f 



GiiJfK rcgulirt werden können; ferner werden nach Verlegung der Schleuse die 
Mühlen am Schlosse eingehen müssen, und auf dem Grundstück desselben Heise 
sich sehr vortheilhaft ein grofses Kaufhaus IKL-neu anlegen, ui welchem man 
durch sehr angemessene Räume die sämmtlichen Besitzer der gegenüberliegenden 
Bürgerhäuser der engen Strafse an den Mühlen entschädigen könnte, um diese 
Bürgerhäuser zur Verbreiterung der Strafse so weit zurückzurücken, dafs diese mit 
der Verbreiterung der Schlcusenbrücke und der neuen Strafse an der allgemeinen 
Bau-Schule in ein angemessenes Verhältnifs träte. Es würde hierdurch einer der 
gröfsten Mifsst'inde von winklichter, enger und Gefahr bringender Strafsenverbin- 
dung im Mittelpunkte der Stadt gehoben; zugleich aber noch der grofse Vortheil 
gewonnen, dafs dieser sehr bevölkerte Theil der Stadt weiter in das Unterwasser 
zu liegen käme, und dadurch, von dem so oft in die Keller treten<len Grundwasser 
befreit, weit gesündere Wohnungen erhalten würde. 

Wenn man aufser diesen Vortheilen noch zugäbe, dafs die Besitzer der 
Häuser an der Schlofsfreiheit J/J/.W sich aus dem grofsen W^asserbassiu zwischen 
der Schleusenbrücke und der Schlofsbrücke durch massige Schalung und Aus- 
füllung einige Ruthen Breite für ihre Grundstücke gewinnen könnten, mit der Bedin- 
gung, darauf ungefjihr nach der im Plane mit einem dunkleren Ton angegebenen 
Art JVJ\''*Y Hinterhäuser mit anständigen Fa^iden nach der Wasserseite zu errich- 
ten, so würde die Ansicht von der Schlofsbrücke in diesen Stadttheil hinein seine 
Vollkommenheit erreichen. 

Das neue Gebäude der allgemeinen Bau -Schule ist als auf einem Platze 
ringsum frei gelegen in (juadratischer Grundform mit vier gleichen Facaden und 
einem inneren Ilofe, der den Abfall der Dächer in sich aufnimmt, entworfen. Als 
ein Gebäude, welches mehrere kostbare und wichtige Sammlungen in sich schliefst, 
ist die Construction möglichst feuerfest angeordnet. Das Gebäude enthält ein ge- 
wölbtes Kellergeschofs; ein gewölbtes erstes Gcschofs über der Erde, in welchem die 
Reihe der Kaufläden liegt, durch deren Micthsertrag ein Theil des zum Bau erfor- 
derlichen Capitals verzinset und amortisirt wird ; ein zweites gewölbtes Geschofs für 
die Bibliothek und Sammlungen, so wie für Auditoria und Zeichensäle der allge- 
meinen Bau-Schule; ein drittes Geschofs für die Sitzungen, Registraturen und die 
übrigen nöthigen Räume der Ober-Bau-Deputation; ein Dachgeschols für reponirte 
Acten und andere ökonomische Bestimmungen. 

Der Bau ist in Backstein aufgefülut, und bleibt in seinem Aeufsern ohne 
Uebertünchung und Abputz. Das Material ist deshalb mit besonderer Sorgfalt be- 
arbeitet worden, alle Gliederungen und Simswerke, ;»lle Ornamente und Basreliefs, 
die hermenartigen Stützen in den breiten Fenstern, und die von ihnen getragenen 
Bogenausrailungen sind in gebrannter Erde auf das genaueste ausgeführt und in 
den Bau selbst erst jedesmal dann eingetreten, wenn die rohe, aber sorgsam ausge- 
führte Construction. ihnen ihren Platz gesichert und jeden Druck des sich setzen- 
den Mauenverks von ihnen abgewiesen hatte. Die Fa^ade auf Blatt 117. und das 
Detail der Fenster auf Blatte 118. geben hierüber die näheren Aufschlüsse. 

Diuch die ganze Fa<;ade ist jedesmal in regelmäfsiger Höhe von fiinf Stein- 
schichten eine Lagerschicht von glasürten Steinen in einer sanften, mit dem Gail- 
zen harmonischen Farbe angeordnet, theils um die röthliche Farbe der Backsleine 
in der Masse etwas zu brechen, theils um durch diese horizontalen Linien, welche das 
Lagerhafle des ganzen Baues bezeichnen, eine architektonische Ruhe zu gewinnen. 
Die Eingaugsportale für die allgemeine Bau -Schule und für die Ober-Bau- 
Deputation liegen beide neben einander in der Fac^ade, welche dem Platz und der 
Schlolsbrücke zugekehrt ist; das Blatt 120. giebt das Delall von einem Portale. Auch 
hier sind die Basreliefs, verzierten Gewölbsteine, Gesimse und Täfelungen in der 
Tiefe in gebrannter Erde ausgeführt. 

Blatt 119. zeigt die vorkommenden Basreliefs in den Fensterbrüstungen, in 
denen verschiedene Momente aus der Entwickelungs-Geschichte der Baukunst, aus 
deren Zerstörungs-Perioden und aus den verschiedenen werkthätigen Beschäftigun- 
geil derselben ausgedrückt sind. 

Um die Wirkung des Gebäudes der allgemeinen Bau -Schule aus einem 
nahen Standpunct noch anschaulicher zu zeigen, welcher für eine Architektur, die 
aus den Constructionen des Backsteins hervorgeht, und mit einer Anzahl in Thon 
gebrannter Ornamente verschen, wesentlich zum Verständnifs des Ganzen beiträgt, 
Lst auf Blatt 121. eine solche perspectivische Ansicht geliefert, aus der man insbeson- 
dere die Wirkung der Ornamente an den inneren Seiten der Fenster und Thüren 
beurtheilen kann, die eine mamiigfaltige Ausstattung des übrigens sehr einfach an- 
geordneten Gebäudes bilden. Blatt 122. giebt die Umfassung der zweiten Thür 
mit ihren in gebranntem Thon ausgeführten Basreliefs, indem es ganz interessant 
schien, zu zeigen, wie zwei nebeneinanderstehende, in Anordnung und Constiuc- 
tioii ganz gleich behantleltc Gegenstände durch bildende Kunst Abwechselung er- 
hielten, während ihr Charakter im Allgemeinen sich ganz gleich blieb. 

Die Anordnung der Thürflügel ist vollkommen dieselbe wie auf Blatt 120, 



nur mit dem Unterschiede, dafs die Köpfe in der Mitte der Felder wieder andere 
Meister der Architektur darstellen. 

Der Bau ist im Jahre 1835 vollendet und seiner Bestimmung übergeben 

worden. 

Blatt 123. 

Das neue Wachtbaus iu Dresden. 

Der Auftrag zum Entwürfe dieses Gebäudes, welches auf Blatt 123. darge- 
stellt ist, wurde mir gemacht, nachdem bereits in früherer Zeit die Fundamente 
für dasselbe gelegt worden waren; es ward daher Bedingung, diese Fundamente 
für den neuen Entwurf zu benutzen. Die Freiheit ward dadurch sehr beschränkt, und 
die neuerdings gestellten Bedingungen für das Innere mufsten durch sehr künstiche 
Einrichtungen gewonnen werden, wenn sich die Architektur des Aeufseren im rei- 
nen und einfachen Styl neben dem Königlichen Schlosse zeigen sollte, welches be- 
sonders verlangt ward, und endlich war für die Ansicht des Gebäudes die Wahl 
eines vortheilhafteren Platzes nicht mehr möglich. Letzteres besonders würde sehr 
wünschenswerth gewesen sein und ist es um so mehr geworden, da das Gebäude 
mit besonderer Sorgfalt durchweg in vorzüglich bearbeitetem Sandstein ausge- 
führt worden ist, und bei jedem Fremden den Wunsch erregt, dafs es in der 
schönen Hauptgegend der Stadt, in der Nähe der grofsen Eibbrücke, möchte ge- 
sehen werden können. Viele Fiäume zur Aufbewahrung von Militair-Effecten über 
dem grofsen Saal der Wache machten Fenster von oben, in der Dachfläche, noth- 
wendig. damit das ionische Gebälk über dem Porticus ungestört von Fenster-Oeffnun- 
«^en bleiben konnte und die drei Hauptthüren hinter den Säulen sich ebenfalls un- 
gestört in der Wandfläche zeigten. Die beiden Nebenflügel des Gebäudes verlang- 
ten im Inneren eine kleinlichere Anordnung von Zimmern in zweien Geschossen, 
sie konnten mit dem grofsartigen Porticus nur durch architektonische Vereinigung 
jedes oberen und unteren Fensters in einem steinernen Hauptgevvände und durch 
ein Giebelfeld an jeder Seite über der ganzen Tiefe des Flügels in üebereinstim- 
mung gebracht werden. 



einem innern Hofe erhalten, und Blatt 125. giebt die Ansichten des Gebäudes nach 
dem Markte sowohl, als nach den angrenzenden Stralsen. Der Balcon der Haupt- 
front gehört dem grofsen Bürgersaale an, in welchem Versammlungen von 800 bis 
1000 Personen gehalten werden sollen. 



Blatt 134. 12S. 

Entwurf zu einem neuen Rathliaus in Zittau. 

Das alte am Markt zu Zittau belegene Rathhaus, dessen Erbauung in das Jahr 
1354 fällt, und das durch spätere Bauten bis zum Jahre 1610 bedeutend erweitert 
und verbessert wurde, ging, wie die Johannes -Kirche, bei dem Bombardement im 
Jahre 1757 gänzlich zu Grunde. Seit dieser Zeit fehlte es zwar nicht an Vorschlä- 
gen, die Ruinen abzutragen und ein neues Rathhaus aufzuführen, doch setzten die 
folgenden Kriegszeiten dem Vorhaben mannigfaltige Hindernisse entgegen. 

Kaum war indefs der Bau der Johannes -Kirche eingeleitet und der glück- 
liche Fortgang desselben aufser Zweifel gestellt, so erwachte auch aufs Neue die 
Lust zum Rathhaus-Bau und gab zu dem vorliegenden Entwürfe Veranlassung. 

Dabei war die Bedingung gestellt, dafs die vorhandenen, mit starken Ge- 
wölben versehenen Kellereien, so wie ein Thurm, der sich wahrscheinlich noch aus 
dem Jahre 1354 herschreibt, erhalten werden möchten, und dafs eine Durchfahrt, 
die den Markt mit einer hinter dem Rathhause belegenen Strafse verbindet, an ihrer 

Stelle belassen werde. 

In dem Grundrisse des Erdgeschosses auf Blatt 124. sind die zu erhaltenden 
Theilc mit schwach schraffirten Linien angegeben. Der Umstand, dafs die Durch- 
fahrt nicht die Mitte der Hauptfront einnimmt, ward Veranlassung, dafs der nach 
einer INebenstrafse belegene Theil des Gebäudes in seiner Architektur verschieden 
vom Hauptbau gehalten, und durch einen kleinen, mit einem Balcon abschliefsen- 
den Vorbau ausgezeichnet wurde. Dies führte gleichzeitig den Vortheil herbei, dafs 
der alte Thurm in Zusammenhang mit dem Neubau gebracht werden konnte, und 
er nur einer neuen Bekrönung bedurfte, um mit dem ganzen Gebäude in Ueber- 

einstimmung zu treten. 

Die verlangten Räimilichkeiten sollten in drei Etagen untergebracht werden, 
denen noch ein Erdgeschols hinzuzufügen war, damit das Gebäude über das Pflaster 
des Marktes, welches nach der Mitte desselben hin viel höher als die beizubehal- 
tenden Kellergewölbe liegt, gehörig heraustrete. 

Sämmtliche Grundrisse sind auf Blatt 12.7. dargestellt. Es enthält das Erd- 
geschols: die W^ohnung des Kellerwirthes, die Depositen- Gewölbe und die Feuer- 
wache; die erste Etage: ein Vergnügungslocal und sämmtliche Kassen. In der zwei- 
ten Etage fanden die Bureaux, die Archive und Registraturen ihren Platz, während 
in der dritten Etage die Versammlungssäle eingerichtet wurden. 

Die Profile auf demselben Blatte zeigen, wie alle Dächer ihren Abfall nach 



Blatt tze. 

Das Palais des Grafen Redern in Berlin, 

An der Ecke des Pariser Platzes und der Strafse unter den Linden stand 
dies Palais in seiner vormaligen Form, wie sie auf Blatt 126. unten links dargestellt 
ist. Aus dieser dürftigen und verhältnilslosen Architektur ohne wesentliche Ver- 
änderung der Mauern ein Gebäude von Charakter zu erschaffen, war die Auf- 
gabe, welche der Besitzer stellte. Der Grundrifs auf demselben Blatte, oben rechts, 
zeigt in grauem Tone das alte beibehaltene Mauerwerk, in schwarzem Tone die 
nothwendig gewordenen neuen Aenderungen. Zu diesen gehören indefs vorzüg- 
lich noch die vier grofsen Fenster, welche durch das zweite und dritte Geschofs 
reichen, das ganz neu aufgelührte dritte Geschofs und das kräftige Gesims mit 
seiner Attica, so wie eine neue Anordnung des Hauptportals mit einer Vornische. 
Das dritte Geschofs ist nur Dachgeschols. Das Dach fällt hinter demselben nach 
dem Hofe zu ab, wo das Palais nur zwei Geschosse hat. In dem Profil, auf Blatt 126. 
oben links, ist diese Einrichtung dargestellt. 

Im Hauptgeschosse, von welchem hier der Grundrifs aufgenommen ist, lie- 
gen an der Vorderfronte der Reihe nach: 

1) ein chirch zwei Geschosse gehender gewölbter Salon mit nischeu förmiger 
Endigung, worin ein grolser Di van angebracht ist, und mit einem grofsen, 
die ganze Höhe des Salons ausfüllenden Fenster. Links in der Mitte des 
Blattes ist eine perspectivische Ansicht dieses Salons gegeben. 

2) Dann folgen zwei Staatszimmer; 

3) ein Eintritts-Raum in Verbindung mit einem Tanzsaal. In der Mitte des 
Blattes, rechts, ist eine perspectivische Ansicht dieses Vorraums gegeben, 
welcher gleichfalls gewölbt durch zwei Geschosse geht, und von einem 
grofsen Fenster, welches auf den Balcon des Portals führt, erleuchtet wird. 

4) An der Seitenfront folgt ein Zimmer mit Familienbildern, ein Bildersaal, 
ein Speisesaal und ein Bibliotheksaal, der in den Garten sieht. 



Blatt 1^9^. 128. 199. 130. 

Das Schlofs Kurnik im Grofslierzoglhum Posen, dem Grafen 

Dzialinski gehörig. 

Nach dem Willen des Besitzers sollte das Schlofs in Kurnik, welches im 
Ivten Jahrhundert erbaut wurde und mit Giebeln und hohen Mansardedächern 
versehen war, wie es die beiden auf Blatt 128. unten stehenden Figuren angeben, 
in eine frühere Architektur des Mittelalters umgeändert und für die landschaftliche 
Umgebung malerischer angeordnet werden. Es ward dabei die Berücksichtigung 
vorgeschrieben, den gröfsten Theil der Mauern beizubehalten, dem Aeufseren so- 
wohl als dem Inneren mehr Grofsartiges zu geben, und doch die Kosten des Baues 
nicht aufser Verhältnifs zu erhöhen. Die beiden oben auf demselben Blatte ange- 
gebenen Grundrisse, in denen alles Neue mit schwarzem, alles Alte mit grauem 
Tone gehalten ist, zeigen, wie weit die Einschränkung der neuen Theile möglich 
gemacht wilrde. Die wesentlichste Anordnung dieser neuen Anlage besteht darin, 
dafs ein geräumiges Vorhaus gewonnen wurde, aus welchem doppelarmige Treppen 
in eine helle Gallerie des zweiten Geschosses führen, und dafs man von da durch 
eine zwischen beiden Treppenarmen liegende Gallerie in den Salon gelangt, welcher 
sich über dem Vorhause befindet. Mit punctirten Linien ist hier die alte Front- 
wand, mit schwarzem Tone die neue Fensterwand angegeben. Nächst dieser Ein- 
richtung ist eine zweite von wesentlichem Einflufs auf das Gebäude angenommen 
worden, welche in der Anlage zweier kleinen Regenhöfe besteht, die sich zu bei- 
den Seiten der Haupttreppe befinden. Auf demselben Blatte 128. ist die Ansicht 
der Dächer, von oben betrachtet, aufgetragen, in welcher jene beiden kleinefi Regen- 
höfe mit dunklem Tone angegeben sind, und woraus hervorgeht, dafs alle Dach- 
flächen in diese Höfchen ihren Abfall haben. Die drei daneben aufgetragenen 
Dachprofile geben dies noch näher an. Hiernach läuft eine flache mit Metall einge- 
deckte Dachung in verschiedener Breite hinter dem Zinnenkranz des Schlosses 
und bildet einen Umgang; von dieser ab fallen Ziegeldächer in stärkerem Winkel 
in die Regenhöfe hinab. 



7V- 



B 



Auf Blatt 129. zeigt sich in den Durchschnitten nach der Richtung iÖ Fund 
CD die Vorrichtung, um diese Regenhöfe trocken zu erhalten. Es ist nämlich 
unmittelbar mit denselben ein unterirdischer gewölbter Kanal verhunden, welcher 
das Wasser in den Schlolsgrahen abführt, aufscrdem sind die Höfe in der unteren 
Region und auch oben, da wo Schlaf- und Wohnzimmer anstofsen, mit einer Doppel- 
niauer \rrsehen, und deren Zwischenraum mittelst kleiner Oeffnungen in bestän- 
(H«'om scharfen Luftzuge gehalten. Bei der oben envähnten Einrichtung der Dächer, 
welche eine Erhölumg aller Frontwände des Schlosses noihwendig machte, ist eine 
vollständige Dach-Etage gewonnen. Einige Vorsprunge in den Fa^aden des alten 
Schlosses gaben Motive her, um die verschiedenen Thürmchen, Thürme und Bal- 
corie in der neuen Umänderung zu gestalten, welche in den Fa^aden auf Blatt 130. 
und in der perspectivischen Ansicht auf Blatt 127.- ersichtlich wertlen. 

Rings um das Schlofs ist die Terrasse, welche zwischen demselben und dem 
SclilüfsTaben bleibt, mit Orangenbäumen und Blumenpflanzung mannigfaltig ge- 
schmückt, und eine steinerae Brücke wölbt sich über das Wasser zum Hauptportal 
hinüber. Das äufsere Ufer des Schlofsgrabens ist in malerischen Krümnumgen und 
Abhängen gehalten, wodurch sich die ganze Partie des Schlosses dem rings umher 
liegenden Parke anschlicfst. Aus der perspectivischen Ansicht gehen diese Anord- 
nungen deutlich liervor. ^ ^ 



Blatt 131. 132. 133. 134. 135. 

Entwürfe zu dem Palastbau für Seine Königl. Hoheit deu Prinzen 

Ton Preufeen, iu Berlin. 

Erster Entwarf. 
Bei der Auffordenmg zum Entwürfe (ur einen Palast Seiner Königl. Hoheit 
des Prinzen von Preufsen, in Berlin, boten sich mehrere geeignete Orte in der 
Stadt dar. Auf den beiden Blättern 131. und 132. ist der Platz ^BCD z>veier ver- 
käuflichen Grundstücke dafiir gewählt, welche am Pariser Platz und an der Pro- 
menade unter den Linden liegen, und einen hinreichenden Raum för einen schönen 
Palast gewähren, so wie zugleich vorhandene Baulichkeiten darbieten, um die Woh- 
nungen des Prinzlichen Hofstaats, aufserdem die Stallungen, Wagenremisen, Gelasse 
für Brennmaterial aufzunehmen. INeben allem diesen-bicibt noch ein schöner Garten- 
raum, welcher in diesem Entwürfe genutzt ist iur einen offnen Circus, in welchem 
ein Wettlauf der Pferde, ahgehalten werden kann. Pflanzenhäuser, Blumenparterres 
und Pflanzungen aller Art, so wie eine Wcinlaube längs dem Flusse an der hin- 
teren Front des Gartens, umgeben diese Anlage. Der Palast selbst wird auf dem 
Plitzc des jetzigen Eckhauses errichtet, und erhält die Front D'B (Blatt 131;) gegen 
die Linden. Diese ist auf Blatt 132. aufgetragen, wo man zugleich die Einfahrt 
nn in das Grundstück sieht, welche den Palast mit d^m INelienhause für den 
Hofstaat verbindet. Der Pahist umschliefst von drei Seiten eine« Hof, dessen vierte 
Seite vom nachbariichen Grundstück begrenzt wird. Unter den weiten Bogen- 
hallen des Verbindungs-Gebäudes ist der Eingang in den Palast, und zugleich lassen 
diese Bogenhallen vom Pariser Platz aus eine hehere Einsicht in tlon Garten zu, 
wprin besonders der Circus. oder Hyppodrom, schöne Wirkung macht. Da die 
Fagadc der Halle, ^o wie die des ganzen Palastes gegen Mittag gewendet ist, wäre 
der Raum über, derselben sehr geeignet, einen Wintergarten darauf anzulegen, 
welcher zur Ergötzlichkeit der Pnuzlichen Wohnung mit dieser in genauer Ver- 
bindung liegen würde. Die Wohn-, Schlaf- und Ankleidezimmer der Prinzlichen 
Wohmuig liefen an der Südseite des Palastes, die Gesellschaftslocale an der Nord- 
und Westseite. In dem Nebengebäude für den Hofstaat ist wenig zu ändern, nur 
durch Wegschaffung des ÄLiusarde-Daches und Aulsetzung eines dritten ^eschosses 
wurde demselben ein besseres äulseres Ansehen und gröfsere Räumlichkeit im 
, Innern gegeben. Hinter diesem Gebäude s\nd die Remisen und St^dlungen ange- 
legt, welche sich zum Tlieil schon nadi der Form des in der Mitte des Gartens 
liegenden Hvppodroms biegen und diese Form noch weiter bezeichnen. Hinter 
den Stallungen Lst ein Düngeriiof angeordnet. Die nördliche Seite des Circus schhefst 
mit einem terrassirten Halbkreis, der mit zwei Pavillons und einer Weinlaube ge- 
krönt ist, um einen Aufenthalt für Zuschatier zu gewähren bei dem WetUaul der 
Pferde. Auf Blatt 132. ist eine Ansicht der ganzen Bauanlagc vom Pariser Platz 
aus gegeben, die Facade UE gegen die Linden, ferner ein Plan des Grundstucks 
imd des Pari.ser Platzes, und ein Detail der P.ilast facade in gröfserem Maalsstabe. 
Blatt 131. zeigt einen Grundrils und ein Proiil durch die ganze Anlage mit dem 
Garten. 

Zweiter Entwurf. 
Die Voriiebc iiir den Platz neben dem alteir Bibliothek-Gebäude unter den 
Linden vcranlafste mehrere Erörterungen, um diesen beschränkten Raum zv er- 



weitern und sein .beengtes trübes Ansehen für eine Palast- Anlage heiterer zu 
machen. Bei diesen Erörterungen kam der Gedanke zur Sprache : das alte Biblio- 
thek-Gebäude ganz fort zu schaffen, und eine zweckrnäfsigere Einrichtung für die 
Königl. Bibliothek in einem neuen Gebäude zu gewinnen. Dcmgemäfs entstand 
das auf Blatt 1.33. und 134. dargestellte Project des Palastes, dessen einfache Er- 
örtcriMig der einzelnen Räume hier folgen und die Uebersicht der beabsichtigten 
Zwecke entwickeln wird. 

Fig. L auf Blatt 133. giebt das erste Geschofs des Palastes im Grundrifs. 
ah ist die Front der Strafse unter den Linden, 
de die Front gegen die Behrenstrafse, - '. 

ad die Front gegen den Opernplatz. 

ff g-., h deuten Hofräuma an, von denen /*, h nur fiir den Abzug des Regen- 
wassers von den Dächern angelegt sind und gemauerte Abzugskanäle haben, die 
das Wasser durch die Fundamente des Gebäudes abführen. 

' m ist die Einfahrt, durch welche man zuerst in eine Säulengallerie gelangt, 
die in einen Weg von gleicher Breite bis nach dem Ausgang n in der Behren- 
strafse führt Bei grofsen Festen gewährt diese Einrichtung eine trockene Unter- 
fahrt und verhindert die Begegnung der Wagen in dem Portal und der Durch- 
fahrts-Gallerie. lors ist ein Gebäude, durch welches die Durchfahrt führt, wo- 
neben Remisen angelegt sind, über denen Zimmer in einem Halbgeschors für 
Dienerschaft liegen; eine besondere Treppe an der Durchfahrt führt zu diesen. 
Ein Eingang aus der Durchfahrt in den Stall tuvwxt/, den seitwärts ein Hof um- 
giebt, ist der Bec^emlichkeit für die Anspannung günstig. 

An den Fronten Ä-i, ia, am liegen die Zimmer des Prinzen, darüber die 
kleinen Appartements der Prinzes^n. Im übrigen Palast und in einem dazu gehö- 
rigen, schon vorhandenen Hause auf dem Grundstücke oetu, sind Wohnungen 
(i'ir den Hofstaat und die Dienerschaft eingerichtet. 

• Die Haupttreppe «« ist unfern des Eingangsportals zur Seite der Durch- 
fahrt angelegt, erhält ihr Licht durch die beiden daneben liegenden kleinen Höfe, 
in welchen gemalte Glasfenster die Einsicht verblenden. Das darüber liegende Ge- 
schofs, von ähnlicher Einrichtung als das hier im Grundrifs gegebene, ist nicht ge- 
zeichnet, dagegen ist: 

Fig. IL, das dritte Ilauptgeschofs angegeben. In diesem liegen die i'estlocale, 
und mit diesem ist zugleich im Grundrifs alles angedeutet, was zu den Gartenver- 
gnügungen gehört. Dies Geschofs rückt rings umher gegen die beiden unteren 
Geschosse bedeutend zurück, so dafs ein 5 Fufs breiter Altan um das ganze Ge- 
bäude gewonnen wird, der mit Blumen bestellt, gartenartig bei h mit der grofsen 
Platform zusammenhängt und aus aflen Zimmern einen angenehmen Zusammen- 
hang unmittelbar mit dem Garten gewährt; denn man hat nicht allein aus der lan- 
gen GaUerie, ftir grofse Tafel, einen Ausgaug in den Salon rss'r, der als warmes 
Pflanzenhaus dient und zum Festlocal mit benutzt werden kann, aus welchem Trep- 
pen hinunter in den Garten führen, sondern man geht auf die über der Durch- 
fahrt, den Remisen und Wohnungen der Dienerschaft liegende Platform rt'uv', 
von wo man den untenliegenden Garten überschaut und zugleich die Aussicht auf 
den Platz des Opernhauses hat. Diese Platform wird noch angenehmer durch die 
längs derselben sich hinziehende bedeckte Arcadenhalle y.i-, an welche sich von bei- 
den Seiten Weinlauben yt' und xo' schliefsen, in welche man durch zwei ge- 
schlossene Cabinets gelangt. Am Ende an der Behrenstrafse schliefst diese Anlage 
ein gi-ofser Salon v'x'ol, aus dem die breite Treppe y'z' in den untern Garten führt 
und durch ihre stufenartige Hauptanlnge das Amphitheatralisqhe des Gartens gegen 
den Opernplatz noch kräftiger bezeichnet. Das Hauptgeschofs des Palastes gewinnt 
durch diese iu der Höhe angeordnete Gartenanlage mitten in der Stadt den Cha- 
rakter einer Anlage an einem Bergabhange, und diese Höhe gewährt zugleich eine 
gewisse Abgeschiedenheit vom Getümmel der Strafsen. welche den Genuls unge- 
störter macht Der Opernplatz würde einen bedeutenden Gewmn durch diesen 
auiphitheatralischen Garten erhalten. Das düstere Ansehen, durch das hohe Biblio- 
thek Gebäude veranlafst, würde sich in ein freundliches, heiteres umwandeln, und 
die Krönun- des Ganzen durch die leichte Arcadenhalle auf der Höhe würde Alles 
von der dahinteriiegenden Stadt bedecken und nichts von unangenehmen Hmter- 
bäusern und Giebeln sichtbar werden lassen. Die Ansicht des Ganzen ist auf 
Blatt 134 dargestellt, wo besonders bemerklich gemacht ist, wie die Platform mit 
der Gartengürtung auf dem Altan um den Palast in gleicher Höhe liegt und zu- 
^.mmen stimmt. Der Peristyl des Opernhauses, die ganze Breite des Opernplatzes, 
die fernen beiden Thürme auf dem Gensdarmenmarkte, sind zugleich aut diesem 
Blatte mit aufgenommen worden. Die innere Vertheilung dieses Hauptgeschosses 
besteht iu einer langen Speisegallerie mit Cabinets an jedem Ende und einem 
breiten Tanzsaal, mehreren grofsen Zimmern für Entree Empfang. Spiel und für 
rnnversation und in einem Pracht- Schlafzimmer mit daran hegendem Bade etc. 
Ueber diesem Geschosse wäre dann noch ein kleines viertes für weibliche Bedie- 
nung Garderoben, Silberkammern, Weifszeugkammern etc. Endhch ist eine Plat- 



form auf dem Dache des Palastes angebracht, von der man eine Uebersicht über 
die Stadt hin geniefst. 

Dritter Entwurf. 

Blatt 135. giebt einen Entwurf ftir den Bau dieses Palastes auf derselben 
Stelle, welche der vorige Entwurf einnimmt, jedoch mit der Beschränkung, dafs 
das alte Bibliothek-Gebäude stehen bleiben und nicht zum Garten umgestaltet würde. 
Dieser Umstand war es, der eine besondere Anordnung des ganzen Gebäudes noth- 
wendig zu machen schien. • 

Die kurze Seite ab nämlich, zwischen der Front acde an der Strafse unter . 
den Linden und dem alten Bibliothek-Gebäude hgit, war alis Tiefe für einen Pa- 
last zu unbedeutend für die äufsere Ansicht, die Verbindung mit der Architektur 
des Bibliothek-Gebäudes schwierig, und die Palast-Architektur mufste gegen die des 
Bibliothek-Gebäudes bei der geringen Ausdehnung nothwendig sehr verlieren. Es 
ward deshalb angeordnet, hier ein thurmartiges Gebäude, bei welchem die geringe 
Breite im Verhältnifs der Höhe charakteristisch ist, als Schlufs des Palastes aufzu- 
führen. Diese Form sonderte auch entschieden den Palast vom Bibliothek- Ge- 
bäude. Auf der entgegengesetzten Seite mufste nothwendig der Palast auf gleiche 
Weise seinen Schlufs erhalten, und dazwischen konnte nur die Mitte durch etwas 
Imposantes bezeichnet werden, ein Peristyl mit Frontispice, reich mit Sculpturen 
verziert, welches sich mit einem Paar niedrigen Anschlüssen den Thürmen ver- 
band, bildete so das Hauptgeschofs des Palastes über zwei unteren Geschossen, die 
den Unterbau formirten. Dafs eine Trennung zwischen dem Thurm und dem 
Bibliothek-Gebäude bei b gebildet werden mufste, um die Form des Thurmes 
ganz rein und isolirt hervortreten zn lassen, war eine für die Architektur noth- 
wendige Bedingung; ein mit Blumen besetzter Altan zwischen den Thürmen cd 
giebt dem Ganzen ein freundliches Ansehen, "was durch die verschiedenen Hohen 
der einzelnen Theile in der obern Fiegion noch vermehrt wird, die zugleich jedem 
Theile sein angemessenes Verhältnifs zutheilen. Die Darstellung des Entwurfs be- 
schränkt sich auf das Hauptgeschofs, wo die grofsen Säle ihren Platz gewinnen, 
und um und zwischen denselben kleinere Zimmer, Passagen und die Haupttreppe 
ihren Platz finden. Die unteren beiden Geschosse enthalten Wohnungen des Prin- 
zen und des Hofstaats, so wie die Einl^ihrt, welche bei Festlichkeiten nothwendig 
ist und über einen gartenartigen Hof durch einen Flügel in die kleine Seitengasse 
ausmündet.- Ein Wintergarten ikml im Ilauptgeschofs ist längs des daselbst be- 
findlichen langen Saals für die Tafeln angelegt; man findet auch den Eingang in 
denselben von dem Saal hinter der Haupttreppe, die ihr Licht von oben empfängt. 
Für Stallung ist in n gesorgt, und. der Hof o und das Gebäude p an der Behren- 
strafse gewähren Piaum für die anderen Erfordernisse des Hofstaats. 

Die Ansicht auf diesem Blatte zeigt den Anschlufs an das Bibliothek- Ge- 
bäude, und die Art der gänzlichen Trennung in der Architektur beider Gebäude, 
die im Piilast durch Säulenstellung nicht weniger monumental als im Bibliothek- 
Gebäude gehalten ist, damit zugleich der Platz zwischen so vielen Prachtgebäuden 
würdig ausgefüllt würde und die Beschränktheit verberge. 



Blatt 136. 



Schlofsbau auf dem Babelsberg bei Potsdam, für Seine KöiiigL 

Hoheit den Prinzen von Preufsen. 

• ■ 

Potsdams Gegend, in einem flachen Lande wie die Mark- Brandenburg, 
zeichnet sich durch Anhöhen, vorzüglich aber durch einen Pieichthum von Wasser 
aus, welcher durch eine Kette von Seen, die durch den Havelflufs gebildet wer- 
den, erzeugt wird. Der Babelsbei-g, an einem dieser Seen gelegen, giebt einen der 
schönsten Puncte der Gegend, welcher nun erst, dmxh die Anlage dieses Schlosses, 
dem Publikum zugänglich gemacht worden ist, da vorher kein Weg auf diese An- 
höhe führte, und die Beschwerlichkeit des Hinaufkommens alle Kenntnifs dieser 
schönen Situation abschnitt. Die reichen Umgebungen Potsdams, vorzüglich die 
Lage des gegenüberliegenden Glienicke mit seiner Villa des Prinzen Karl, die neue 
massivö Brücke über erti sehr breites Verbindungswasser jener oben erwähnten 
Kette, und die dahinter sich ausbreitenden Wasserflächen von waldigen Höhen 
umgeben, machen die Lage dieses Schlosses höchst reizend. — Schon durch die fürs 
Erste mu' zur Ausführung gekommene Hälfte ab cd des hier gegebenen Planes hat 
der bis dahin ganz wüste Berg eine bedeutende Verschönerung gewonnen; der dem- 
nächst noch daran zu bauende Theil, besonders derEckthurm, wird aber dem Ganzen 
erst die Vollendung und den Charakter des Reichthums der Formen geben, und zu- 
gleich auf der Platform des höchsten Thurmes eine Aussicht auf die andere Seite des 
Berges gewinnen lassen, welche Aussicht durch fortgesetzte Wasserflächen und 



.,^\P^X 



Ausbreitung der gaüzen Stadt Potsdam daran einen grofsen Zuwachs an Schön- 
heit erhalten mufs. 

Der Eingang in das Schlofs ist unter der Terrasse h und a, aber man steigt 
auch bei/ auf Terrassen und geht durch die Thür des achteckigen, gewölbten 
Saals in das Innere. Der Rergabhang ist an der hintern Seite des Schlosses weg- 
gegraben, um den unteren Räumen Licht und Luft zu verschaffen; hier erscheint 
das Gebäude von \ier Geschossen zu sein, wovon das obere im Dachraum ist. Der 
Corridor k führt zu mehreren Zimmern fiir den Hofstaat und in den Thurra i, 
wo ein Billardzimmer und mehrere Logierzimmer in fünf Geschossen angebracht 
sind. In g ist ein Orange- und Blumenhaus, zu welchem man durch die mit 
Blumen geschmückte Gallcrie A gelangt. 



Blatt 13V. 138. 139. 

Entwurf zu dem Schlosse Seiner Königl. Hoheit des Prinzen 
Karl von Preufsen, in Glienicke bei Potsdam. 

Seit geraumer Zeit war in Glienicke eine herrschaltliche Wohnung, welche 
wegen ihrer angenehmen Lage in der Nähe von Potsdam und nicht zu weit von 
Berlin, in anmuthigcr Umgebung zwischen den Seen des Havelflusses und vielen 
Pflanzungen, den Souuner-Aufeuthalt mehrerer höher Staatsbeamten, und zuletzt 
den des verstorbenen Staatskanzlers Fürsten von Hardenberg bildete, bis sie nach 
dessen Tode von Seiner Königl. Hoheit dem Prinzen Karl von Preufsen erstanden, 
durch Ankauf umliegender fremder Grundstücke erweitert und durch deren Um- 
gestaltung im Wesentlichen verschönert ward. Diese Verschönerungen wurden 
jährlich fortgesetzt, und die hier gegebene Anlage, die bis zum Jahre 1837 statt 
fand, prangt nunmehr durch grofee Pavillons in griechischem Styl, durch Ein- 
gangs-Portale und andere angenehme Umgebungen in reichem Schmucke. 

Der Grundrifs zeigt die Disposition des Ganzen, wo ein Hof, vom Schlöfschen 
und den Stallungen umgeben, gartenartig angeordnet, mit schönen aus Eisen construir- 
ten Laubengängen, mit Springbrunnen und Bronzestatuen geziert, ein Haupt-Agrement 
der Wohnung bildet, welche, im Gegensatz der Ansicht auf dieses Innere, Heimliche 
des Hofes, ihre Fenster auf die Fernsicht der schönen Gegend richtet und den 
doppehen Genufs erzeugt. Ein unterer Saal gewährt ein kühles Speisezimmer, 
daneben hat man ein Billardzimmer und ein Badezimmer; dann folgen Küchen 
und Räume für die Dienerschaft und Hofbeamten, welche sich auch noch in den 
Flügel des Stallgebäudes ausdehnen. Hinter dem St.iUgebäude erhebt sich ein zier- 
licher Ubrthurm, der das Ganze krönt. Auf der Seitenansicht (Blatt 139.) sieht 
man in den Hof hinein und durch einen Peristyl auf der entgegengesetzten Seite 
hl den Garten. Wie wesentlich der Thurm ist, zeigt diese Ansicht. Das Bemisen- 
gebäude des zweiten Hofes tritt hier gleichfalls heraus. Ein besonderer AulVifs des 
letztern, so wie des Thurmes und der Laube an der Ecke vor dem gartenartigen 
Hofe, sind hier der Deutlichkeit wegen angegeben, eben so wie auf Blatt L37. der 
alte Zustand des Gebäudes von zwei Seiten und die Aufrisse des restaurirten Zu- 
standes derselben Seiten angedeutet sind. Abgesondert von dem Hauptschlosse liegt 
hart an dem Abhang nach dem See ein kleines Casino, dessen Form auf Blatt 138. 
dargestellt ist. Sein früherer Zustand ist zugleich kleiner daselbst angegeben. Wein- 
lauben umgeben von beiden Seiten das Gebäude und lassen die Treppen der An- 
höhe unter ihrem Laubdache ansteigen; das Ganze ist aufserdcm mit kleinen Bronze- 
statuen, Schalen, Wasserausgüssen, Springbrunnen etc. geziert. Zur Seite ist in den 
See ein SeeschilT mit seinen Masten, zur Belebung der Gegend, gelegt, und überall 
ist der belebte See mit den zierlichen Gondeln des Prinzen geschmückt. Man steigt 
von hier auf die oberen Regionen der anmuthigen Gartenanlage, die, durch Bassins 
und andere Werke ausgestattet, überall die lieblichsten Fernsichten in die reich an 
Wasser ausgestattete Gegend gewähren. 



auch im Innern waren mancherlei Aendenmgen nothwendig, um Wohnlichkeit zu 
erzeugen. Eine bequeme Treppe in Eisen mit aufgelegten marmornen Stufen, in a, 
giebt dem Aufgange viel Imposantes, und die Empfangs-, Wohn- und Schlafzim- 
mer wurden, mittelst eines übereck angebrachten Durchgangs h, besser verbunden 
und besser getrennt, indem nunmehr von dem Receptionszimmer / die Fremden 
in das W^ohnzimmer c geführt werden können, ohne das Schlafzimmer d zu be- 
rühren. Durch ein angrenzendes Cabinet e gelangen sie dann in den Winter- 
garten Ä. 

Auf der andern Seite des Palastes liegen die Locale der Representation; man 
tritt von der Treppe in das Vorzimmer t, von da in den Empf^mgssaal k, wo man 
dann entweder zur Prinzessin nach/ gelangt, oder ins Speisezimmer / tritt, von 
wo man durchs Cabinet ?», oder unmittelbar in den Tanzsaal n, sofort in die 
Gallerie o und den Salon p gelangt. Ein Corridor q dient der Bedienung, die 
hier mittelst einer kleinen Treppe aus der Küche Speisen herauf bringen kann. 
Im untern Geschofs, wo sich die W^ohnung des Prinzen befindet, ist aufserdem 
ein Appartement fiir die jungen Prinzen und Prinzessinnen eingerichtet, besonders 
aber ein Saal, der die vortreffliche und reiche Waffensammlung des Prinzen auf- 
nimmt, wozu diese Locale analog decorirt sind. Von der andern Seite des Palastes 
sind die anstehenden Häuser gekauft und fiir die Wohnungen der hohen Ilof- 
beamt^n eingerichtet, und dahinter liegen die Stallungen mit ihrem geräumigen 
Hofe. Das gesammte Balkenwerk dieses ehemaligen Ordens-Palais war verfault, und 
um die Geschosse höher zu machen, wurden die neuen Balkenlagen auf Unter- 
züge gestreckt, die auf steinernen Consolen ruhten, durch w^elche Vorrichtung die 
Wände nicht uimöthiger Weise durchlöchert wurden. 



Blau t40. 

Entwurf zu einem Paläste für Seine Königl. Hoheit den Prinzen 

Karl von Preufsen, in Berlin. 

Auf diesem Blatt ist die Disposition de^s Grundrisses und der Aufrifs mit 
einigen Details vorgestellt. Der alte Zust<and dieses Gebäudes ist gleichfalls ange- 
geben. Es bildete früher das Wohngebäude fiir den Comthur der Johanniter- 
Ritter und hiefs das Ordens -Palais. Durch Wegnahme des hohen Daches und 
durch einige Hauptveränderungen an der Fa^;ade erhielt es seine gegenwärtige Ge- 
stalt, geraäCs seiner neuen Bestimmung, als Palast Seiner Königl. Hoheit. Aber 



Egells zur gröfsten Zufriedenheit ausgefiihrt. Auf Blatt 142. ist das Detail der Kup- 
pel und der Vorrichtung des Drehens genau dargestellt worden. Dieses Blatt zeigt 
auch einen Durchschnitt der Sternwarte und eine geometrisch aufgetragene Seiten- 
ansicht des Gebäudes, endlich auch das vordere Giebelfeld desselben mit seiner 
Ausschmückung. Die Figuren des Helios, der Sonnenrosse und AVassergottheiten 
sind von Herrn Geifs in Zink gegossen, ebenso die Acroterien des Giebels. Der 
Bau ist mit der Anordnung des Platzes, dem Eingangsportal, dem Wohnhause 
des Gehülfen und einem kleinen Gebäude für magnetische Beobachtungen, hinter 
der Sternwarte, im Jahre 1836 beendigt worden. 



Blatt 141. 142. 

* 

Die neue Sternwarte in Berlin. 

Auf Blatt 141. und 142. ist der Entwurf zur neuen Sternwarte in Berlin 
dargestellt, deren Bau seit geraumer Zeit für die Wissenschaft gewünscht ward, 
weil die Unzulänglichkeit der alten Sternwarte in dem hohen Thurm in der Do- 
rotheen-Strafse, für die Beobachtungen und für die Aufstellung eines in neuerer 
Zeit erworbenen grofsen Frauenhofer sehen Befractors augenscheinlich wurde, man 
auch die Platform desselben zur Aufstellung des Telegraphen benutzte. 

Es wurde zu diesem neuen Bau ein Grundstück mit grofsem Gartenplatz 
zwischen der Linden- und rricdnchstrafse, dem Königl. Kammergerichtsgebäude 
gegenüber, erworben, von welcher Seite her auch der Eingang angelegt ward, und 
in dessen Mitte der Neubau aufgeführt. Das Gebäude enthält aufser den Piäumen 
der Sternwarte nur die Wohnung des Professors der Astronomie, welcher zugleich 
Director der Sternwarte ist. Das genaue Orientiren des Gebäudes hat seine eigen- 
thümliche Lage zum Platze bestimmt. 

Grofse massive Massen, auf welchen die verschiedenen Instrumente mit voll- 
kommener Sicherheit aufgestellt werden können, füllen gröfstentheils die unteren 
Räume der Sternwarte; diese Massen sind von engen Kanälen in verschiedener 
Richtung durchschnitten, um durch den Luftzug das Mauerwerk von der Feuch- 
tigkeit zu befreien, und ein früheres, vollkommenes Zusammentrocknen der Mauer- 
fugen zu befördern. Das Isoliren dieser Mauermassen von den Umfangsmauern 
der Räume, und die dadurch entstehenden geschlossenen Luftschichten tragen vor- 
züglich bei, die Einwirkung von Wärme, Kälte und Nässe auf Ausdehnung und 
Zusamraenziehung dieser Massen zu beseitigen, und die Unbeweglichkeit der darauf 
gestellten Instrumente zu sichern. Zu diesem Behuf ist auch die Einrichtung ge- 
troffen, die hölzernen Fufsböden um die Instrumente völlig von diesen durch kleine 
Zwischenräume entfernt zu halten, wodurch jede Erschütterung derselben unmög- 
lich wird. — In den Zimmern, welche nach drei Seiten um das mittlere Octogon 
heraustreten, sind die Passage-Instrumente aufgestellt. Um das Octogon läuft ein 
gewölbter Corridor zur Verbindung dieser Zimmer, der W^ohnung und der Treppe 
zur beweglichen Kuppel, welche, für den grofsen Frauenhofer'schen Refractor be- 
stimmt, über diesem Octogon das ganze Gebäude krönt. Um diese bewegliche, 
zum leichten Drehen eingerichtete Kuppel ist auf dem Gewölbe des Corridors eine 
Platform angelegt, auf welcher ebenfalls Beobachtungen mit transportablen kleine- 
ren Instrumenten angestellt werden können, Das leichte Drehen einer bedeutend 
grofsen Kuppel von 24 Fufs Durchmesser war eine Aufgabe, der mancherlei 
Schwierigkeiten in den Weg traten. Die Kuppel selbst ward, um sie leichter zu 
machen, aus Eisen construirt; sie läuft auf einer Eisenbahn mittelst Rollen, und 
vrird durch eine Kurbel und damit zusammenhängendes Fiäderwerk, welches in 
einen verzahnten Kreis greift, leicht gedreht. Der ganze Mechanismus zum Drehen 
der Kuppel und zum Oeffnen des Meridianschnittes, letzteres mittelst Schrauben- 
gänge, und das Eisengestell der Kuppel selbst ward durch den Mechanikus Herrn 



Blatt 143. 144. 145. 146. 

Der Um- und Ausbau der St. Johannes -Kirche zu Zittau, im 

Königreich Sachsen. 

Der vorliegende Entwurf hat zum Zweck, den unvollendet gebliebenen Bau 
der St Johannes-Kirche zu Zittau, zu welchem im Jahre 1766 der Grund auf eben 
der Stelle gelegt wurde, wo früher die am 23. Juli 1757 eingeäscherte Kirche sich 
befunden hatte, mit möglichster Benutzung des Vorhandenen, völlig herzustellen. 
Es ist daher von Letzterem auf den vorliegenden Blättern so viel gegeben, als zum 
näheren Verstand nifs nöthig wurde. 

Der Grundrifs auf Blatt 143. giebt unschraffirt die zur neuen Einrichtung 
unbrauchbar gewordenen, schraffirt und schwarz angelegt aber diejenigen Bau- 
tlieile, welche theils in den neuen Entwurf hineinzuziehen, theils neu anzulegen 
waren. Durch Kreuzschraffirung wird der linksseitige Thurm angedeutet, der als 
alleiniger üeberrest der eingeäscherten älteren Kirche zum Theil erhalten worden 
war. Von ihm ward der neue rechtsseitige Thurm in der letzten Hälfte des vori- 
gen Jahrhunderts um ein Bedeutendes entfernter gestellt, als dies bei der abge- 
brannten Kirche der Fall war, und dadurch der Fehler begangen, dafs derselbe 
theils auf alten, theils auf neuen Fundamenten errichtet wurde. Dieser Umstand, 
die ovale Form des Kirchenschiffes und eine fehlerhafte Dachconstruction hatten 
zur Folge, dafs sich schon im Jahre 1798 Risse in den verschiedenen Theilen des 
Gebäudes, das Einstürzen mehrerer Bögen, welche die Pfeiler im Innern verban- 
den, und bedeutende Senkungen des neuen Thurmes zeigten. 

Viele zur Beseitigung des Uebels angewendeten Mittel, namentlich das Ver- 
binden beider Thürme durch Anker, welche durch fernere Senkungen des neuen 
Thurmes im Jahre 1803 wieder zerrissen wurden, führten noch gröfsere Nachtheile 
herbei, und so wurde, etwa um das Jahr J804, der Bau verlassen, ehe noch der 
innere Ausbau vollendet worden war. Die Beschaffenheit des letzteren, so wie den 
liinteren Giebel, zeigt Blatt 144 im oberen Theile nach kleinerem Maafsstabe, die 
Front mit dem alten und neuen Thurme aber Blatt 145. auf der linksseitigen 
Hälfte. Aus dieser Darstellung ist auch ersichtlich, welche verschiedenen Lagen die 
einzelnen Theile des Baues gegen einander angenommen hatten, die nothwendig 
auch bedeutende Risse in der Fagade herbeiführten, welche indefs in der Zeich- 
nung nicht angegeben sind. 

Bei Wiederaufnahme des Baues, im Jahre 1833, schien der neue Thurm in 
seinem Sinken ganz zur Piuhe gekommen zu sein, ihn aber zu erhöhen oder we- 
sentlich zu ändern, blieb immer bedenklich. Er ist in dem neuen Entwürfe des- 
halb bis auf die geringe Abänderung der unverhältnifsmäfsig langen Fenster, die 
der Höhe nach getheilt sind, ganz beibehalten worden. Zur Kirchenfa^ade zwischen 
beiden Thürmen, welche, wie schon erwähnt, durch Risse ganz unbrauchbar war, 
und deren Fundament selbst sich als unzulänglich zeigte, ist ein vermittelnder Styl 
der Architektur gewählt, auch die Partie des Eingangs möglichst grofsartig gehal- 
ten. Hierdurch ward es möglich, den andern, gröfstentheils noch mit seinen mittel- 
alterlichen Formen dastehenden Thurm, ganz wie er ist, zu erhalten, und in die- 
sem seinem ursprünglichen Charakter zu ergänzen. Blatt 146. zeigt diese Anord- 
nung, durch welche das Gebäude einen geschichtlichen Reiz bewahrt, ein maleri- 
sches äufsere Ansehen gewinnt, und durch diese beiden Vortheile sehr wohl den 
einer langweiligen Piegelmäfsigkeit aufwiegt, zu der man es doch mit den schlech- 
ten Formen des vorigen Jahrhunderts nur hätte bringen können, wenn die un- 
verhältnifsmäfsig grofsen Kosten für eine streng symmetrische Umgestaltung dieses 
alten Thurmes nach dem neuen, hätten daran gewandt werden sollen. 

Die Seitenfa^aden blieben bis auf eine geringe Aenderung in den Bögen der 
Fenster, die in einen Halbkreis umgeschafTen worden, und bis auf die Erhöhung, 
welche die neue Dachconstruction erforderte, ganz umgeändert. Es war daher 
nicht nöthig, von ihnen eine besondere Zeichnung zu geben, da aus Blatt 143. bis 
145. ihre Einrichtung deutlich hervorgeht. 

Die schon oben gerügte fehlerhafte Grundlage des Innern erheischte eine 
neue Eintheilung für die Stellung der Pfeilei-, um Solidität und reineren Styl zu 



4i 



I 



eewinncn, wie solches aus den schwarz angelegten Stellen des Gnuulrisses und aus 
dem Längenprofil auf Blatt 143. ersichtlich wird. Hierbei ist darauf Bedacht ge- 
nommen, durch zweckmafsige Vertheilung der Kirchenstühle so viel Platz zu ge- 
winnen, dafs die z>\cite Empore, welche im Profd auf dem oberen Theile von 
Blatt 144. noch angegeben ist, ganz wegfallen konnte, wodurch an Kosten und 
schöner Wirkung ein bedeutender Gewinn entstand. 

Die neue Dachconstruction, zum Ersatz der sehr fehlerhaften, im oberen Ab- 
schnitt von Blatt 144. angegebenen, ist aus den neuen Längen- und Querprofilen er- 
sichtlich. Die First konnte um ein Bedeutendes niedriger gelegt, und so, mit Aus- 
schlufs der Hängewerke, zu allen Verbandstücken altes Holz verwandt, an Deck- 
material aber noch Vieles erübrigt v\'^ei'den. Statt der Wahne wurden an der Thurm- 
seite sowohl, wie an der des Altars, gerade Giebelfa^aden angenommen, die auf 
Blatt 144. bis 146. näher ersichtlich sind, und dem Gebäude nicht nur ein würdi- 
ges Ansehen geben, sondern auch die Dachconstruction bedeutend vereinfachen 
und zugleich stabiler machen. 

Die Bauausführung nahm im Jahre 18S4 ihren Anfang, und wurde von 
mehreren dazu envählten Mitgliedern des Zittauer Stadtrathes beaufsichtigt Den- 
selben war der in Berlin angestellte Bau-Inspector Hr. Helfft, welcher vor Anfer- 
tigung der Entwürfe den Zustand der Kirche untersucht hatte, auch während des 
Baues zugesellt, und ertheilte sowohl an Ort und Stelle, als auch durch fortgesetzte 
Correspondenz, alle nöthigen, auf die Ausführung bezüglichen Bestimmungen. 
Gleich in dem ersten Baujahre konnte das neue Dacli wieder aufgebracht, und 
1837 die vollständig erneuerte Kirche eingeweiht werden. Hierzu ward der 23. Juli 
gewählt, und es schienen gleichsam achtzig lange Jahre in eine Stunde zusammen- 
gerückt, als nach feierlichem Gottesdienste der zwölfte Glockenschlag von dem 
wiederhergestellten Thurme erfolgte. Denn vor achtzig Jahren war an demselben 
Tage die elfte Stunde die letzte gewesen, welche von dem schon brennenden 
Tempel hcrniederklang. 



Blatt 147. 148. 



Das neue Sladlthor am Charite- Gebäude in Berlin. 

Auf den Blättei-n 147. und 148. ist die architektonische Anlage dieses neuen 
Thores mit seinen Details dargestellt. Von der Stralse unter den Linden führt die 
Passage der verlängerten Wilhelmsstrafse in gerader Richtung auf dies Thor, wo- 
durch der Stidt an Communication nach aufsen ein grofscr Vortheil erwachsen 
ist Die architektonische Anordnung der Thor-Anlage ist höchst einfach von mir 
entworfen worden, und die Ausführung in Backstein ohne Abputz erfolgt. Die 
beiden Thorgebäude, für die Wache und den Thorzoll, haben Dachungen, welche 
in einen kleinen Hof abfallen und das Aeufsere. wo die Dächer nicht gesehen werden, 
von aller Traufe befreien. Die Höfe, welche sich hinter die Stadtmauer verstecken, 
enthalten noch mehrere kleinere Bauten, welche man dei- Ansicht entziehen wollte. 
Der Platz am Thore ist mit schönen Privatliäusern umgeben. 



Blatt 149. ISO. 151. 152. 

Die neuen Packhof§- Gebäude in Berlin. 

Durch den Bau des Museums ward der Schifffahrt in Berlin ein anderer 
Lauf gegeben; ein alter Flu fsarm ward ausgefüllt und gab den Platz für jenes Ge- 
bäude her, dagegen ward ein schmaler Kanal, der Kupfergraben, so erweitert, dals 
die gesammte SchiflTahrt durch diesen Kanal gehen kann. Längs demselben hm 
ziehen sich Grundstücke, die bereits bei dem Bau des Museums erworben werden 
mufsteh, theils um die Verbreiterung des Kupfergrabens möglich zu machen, von 
welcher jener Bau abhängig war, theils schon in der Absicht, hier emmal eme an- 
gemessene Packhofs- Anlage für Berlin auszuführen. Diese Anlage ist nun im Jahre 
m2 in den wesenüichsten Theilen vollendet und in Gebrauch genommen worden. 
Die vier Blätter 149. bis 152. geben die Pläne. Aufrisse, Durchschnitte und Per- 
spectiven dieser Bau- Anlage. . , , . 

Zwei Gebäude in fast quadratischer Gnmdform, jedes mit emem kleinen 
inneren Hof versehen, sind durch einen schmalen laugen Bau von geringerer Hone 
verbunden, wodurch gegen den Flufs ein Gartenraum, an der entgegengesetzten 
Seite eine Stralse lum Packhofe hin gebildet wird. Das Gebäude zunächst dem 



Museum enthält die Wohnung des General- Steuer -Directors, die Niederlage und 
Kasse für das Stempelpapier und die Bureaux der General -Steuer-Direction. Das 
zweite Gebäude am Packhofe enthält die Wohnung des Packhofs -Directors und 
anderer Officianten, den grofsen Revisions-Saal und die gesammten Räume der 
Packhofs -Verwaltuug, die sich auch in das lange Verbindungsgebäude hineinziehen. 

Am Ende des Packhofs ist ein Magazin von fünf Geschossen angelegt, in 
w^elchem Waaren aller Art gelagert werden können. Ein gallerieartiger Schuppen 
zieht sich von dem Magazin längs dem Packhofsplatze am Wasser hin; hier wer- 
den die ausgeschifften Waaren zunächst untergebracht, weshalb daselbst die nöthi- 
gen Krahne angelegt sind. 

Im Herbst 1833 wurde noch ein Bassin an der anderen Seite des Packhofs- 
platzes ausgegraben, auch die Fundamente zu neuen Gebäuden gelegt, um das 
schnellere Ausschiffen der Waaren zu fördern. Auch ist daselbst im Jahre 1834 
ein Magazin für die Lagerung von Salz erbaut worden. 

Das Gebäude zunächst dem Museum ist mit einem Fronton versehen, in 
welchem eine Ausfüllung von Bildhauer -Arbeit die Bestimmung der ganzen An- 
lage andeutet 



Blatt 153. 154. 



Die Capelle im kaiserlichen Garten zu Peterhof bei St. Petersburg. 

Blatt 153. giebt die Ansicht, Blatt 154. den Durchschnitt dieser Capelle, wozu 
die Aufgabe sehr abnorm gestellt war; das Gebäude in möglichst kleinem Maafs- 
stabe sollte in reichem Mittelalter -Styl gehalten, doch innerlich für den griechischen 
Gottesdienst angelegt werden. Eine quadratische Grundform, der bekannte Ab- 
schlufs des Altars in der griechischen Kirche, drei Portale und vier Eckthürmchen, 
in denen die Abflulsrinnen für das Regenwasser liegen, war die Anordnung, welche 
aus dieser Aufgabe hervorging. Für das Klima von St. Petersburg ward eine Heiz- 
anstalt in einem unteren Gewölbe eingerichtet, durch welche der ganze Fufsboden 
erwärmt werden kann, und welche noch so viel Wärme in die Räume der Rin- 
nen der vier Thürmchen läfst, um diese, wenn bei Wechsel von Thau- und Frost- 
wetter Eisstopfung eintreten sollte, aufthauen zu lassen. 

Es wurde angenommen, dafs die Hauptmasse in accurat geformten Back- 
steinen mit glasürten Aufsenseiten aufgeführt, sämmtliches Leistenwerk, die Spitzen, 
Ornamente und Figuren von gegossenem Eisen darauf befestigt werden sollten. 
Harmonisches Farbenspiel würde das Eisenwerk zuletzt mit dem Ganzen in Zusam- 
menhang bringen. 



Fliesen construirt, welche, nach der bei den altrömischen Backstein -Monumenten 
vorkommenden Art, in drei über einander liegenden, nicht in einander verbunde- 
nen Gewölblagen, eine Stärke von 6 Fufs erhalten haben. Bei der jetzt verringer- 
ten Ausdehnung des Baues ist die runde Oeffnung zwischen diesen Gewölben mit 
einer flachen Calotte geschlossen worden. Die Kirche in ihrer jetzigen Form em- 
pfängt ihre Hauptbeleuchtung von zwei Halbkreisfenstern, deren jedes einen Durch- 
messer von 50 Fufs hat, und deren sämmtliches Stabwerk in gegossenem Eisen 
ausgeführt ist. Das Stabwerk besteht in einer Pilasterstellung, über welcher sich 
geflügelte Engelsgestalten erheben, von Laubzügen in drei Regionen des Raumes 
durchzogen. — Bei der Eindeckung des Daches dieser Kirche wurden zuerst die 
von dem Fabrikanten Herrn Geifs in Berlin gegossenen Zinkziegel in Anwendung 
gebracht, welche sich als ein vorzügliches Deckungs-Material zu bewähren scheinen; 
sie verlangen nicht Schalung, sondern nur ein Lattung, jeder einzelne Ziegel, wel- 
cher schon durch seine Falze in der ganzen Masse fest verbunden liegt, wird noch 
besonders mittelst einer an denselben angegossenen Lasche von unten an der Latte 
durch einen Nagel festgehalten. Der Zinkgufs hat aufserdem noch bei den sehr 
grofsen und reich verzierten Rinnleisten des Hauptgesimses eine vortheilhafte An- 
wendung gefunden, so wie die Sculpturen an den Geländern der Emporen und 
an den Säulencapitälen im Innern der Kirche in dieser Masse ausgeführt sind. 

Die specielle Beaufsichtigung und Leitung des ganzen Baues war dem Königl. 
Hof- Bau-Inspector Persius überwiesen worden. 



Blatt 155. 156. 151. 158. 

Die St. Nicolai -Kirche zu Potsdam. 

Der Gang des Baues der St. Nicolai -Kirche in Potsdam, welcher auf den 
Blättern 155. bis 158. dargestellt ist, erlitt durch die zu verschiedenen Zeiten ge- 
forderten Veränderungen, Ausdehnungen und Verminderungen der daftir bereits 
im Jahre 1829 entworfenen Pläne mancherlei Schicksale. Im Juli des Jahres 1830 
begann der Bau nach dem vorliegenden Plane, jedoch war zur Sprache gekom- 
men: die Kuppel fortzulassen und die untere Masse der Kirche durch zwei kleinere 
Thürme zu krönen. Eine Darlegimg von mancherlei wichtigen Gründen beseitigte 
die Ausführung der Thürmchen, konnte aber die geeignetere Art, das Gebäude zu 
schliefsen, mittelst der hier im Entwürfe vorUegenden Kuppel vor der Hand nicht 
zur Ausführung befördern. Es ward jedoch Allerhöchsten Orts genehmigt, dafs 
die grofse Hauptmasse der Kirche durch ein grofses Fronton gekrönt würde, wel- 
ches mit einem Basreliei; die Auferstehung Christi darstellend, gefüllt und mit Acro- 
terien verziert ward, und so sich dem Entwürfe näherte, welcher ftir diese Kirche 
bereits in einer noch früheren Zeit entstand, und auf Blatt 73. dieser Sammlung 
aufgeführt ist. Der Bau wurde im Jahre 1834 im Rohen ganz vollendet, mit dem 
Gesims gekrönt, der Porticus aufgestellt, so dafs an die innere und äufsere Aus- 
schmückung im' nächsten Jahr die Hand gelegt werden konnte, bei der dann auch 
die Aufstellung der Basreliefs in beiden Frontispicen zur Ausführung gekommen ist. 

Die Constructionen der Gewölbe dieser Kirche in Backstein möchten zu den 
bedeutendsten gehören, die wir in Deutschland in diesem Material besitzen. Die 
Spannung der vier grofsen Tonnengewölbe, zwischen denen die Zwickel für die 
Rundung der Kuppel ausgewölbt sind, beträgt 60 Fufs. Diese Gewölbe, denen die 
Last der Kuppel anvertraut werden soll, sind aus Steinen in der Form von grofsen 



Blatt 159. 160. 161. 162. 

Die vier neu erbauten Kirchen vor dem Rosenthaler Thor, in Moabit, 
auf dem Wedding und auf dem Gesundbrunnen bei Berlin. 

Auf Blatt 93. bis 106. dieser Entwürfe sind bereits fünf gröfsere Projecte für 
Kirchen mitgetheilt worden, von denen zwei, für die Plätze auf dem Wedding und 
vor dem Rosenthaler Thore, gewählt wurden. Für letztere waren die Fundamente 
schon gelegt, als plötzlich andere Entscheidungen erfolgten, und statt zwei zu er- 
bauender gröfseren Kirchen vier kleinere nach den hier gegebenen Plänen ausge- 
führt werden mufsten, deren Kostenbetrag sich aber nicht höher belaufen durfte, 
als der für die beiden früher bestimmten. Es mufsten diese Bauwerke hiernach 
in gröfster Eile neu entworfen, das eine derselben, ungeachlet seiner Verkleinerung, 
den bereits liegenden Fundamenten nach Möglichkeit angepafst, und, um den oben- 
gedachten Bedingungen entsprechen zu können, in der Art der Ausführung, be- 
sonders aber der Ausschmückung, auf's äufserste eingeschränkt werden. Der Aller; 
höchst beliebte, beinahe gleichartige Grundplan aller vier Kirchen hatte noch die 
Schwierigkeit, die gewünschte Variation in der äufseren Form herbeizuführen. Auf 
diese Weise entstanden diese vier Gebäude, welche im Jahre 1834 ganz vollendet 
wurden. Die Kirche vor dem Rosenthaler Thore, als die gröfste unter den vieren, 
ist mit doppelt über einander stehenden Emporen construirt, die, nach der schon 
früher in diesem Werke erwähnten Art, sowohl von unten als von oben gesehen, 
eine amphitheatralische Form erhalten haben, und dadurch alles Licht der Seiten- 
fenster frei in das Mittelschiff einfallen und dasselbe vollkommen hell beleuchten 
lassen. Einige figürliche Wandmalereien in der Altarnische und die Glasmalereien 
der drei daselbst angebrachten Fenster bilden den Schmuck dieser Kirche. 

Die Kirche in Moabit hat die eigenthümliche Einrichtung, ohne Balkenlage 
construirt zu sein. Man sieht von unten in den verzierten Dachverband hinein, 
welcher seine schrägen mit Täfelung versehenen Flächen von verzierten Bogen- 
Constructionen unterstützen läfst, wodurch das Innere an Höhe gewinnt und eine 
freiere Wirkung erzeugt. Die drei Fenster in der Altarnische sind auch hier mit 
Glasmalerei geziert; durch die ganze Architektur der innern Kirche spielen einige 
Farben, um den Holz -Constructionen Leichtigkeit zu geben, und dieselben mit den 
Stein -Constructionen in gefiillige üebereinstimmung zu bringen. Der Bau dieser 
vier Kirchen hat etwas über vier Jahr erfordert. 

Aus den auf Blatt 159. und 160. aufgetragenen Durchschnitten geht die Wir- 
kung der Architektur des Inneren dieser kleinen Kirchen nicht genugsam hervor, 
weshalb auf den Blättern 161. und 162. die perspectivischen Ansichten des Inneren 
besonders aufgetragen wurden. 

In der Kirche zu Moabit ist die fehlende Balkendecke und die bis an die 
schrägen Dachflächen hinaufreichende, dem Beschauer sichtbare Construction des 
Holzes, und wie sich dasselbe überall an den Massivbau der Kirchenwände und der 
Altarnische anschliefst, während es ein in sich geschlossenes, selbstständiges Ganze 
bildet, das Charakteristische dieser Architektur. 

In gleicher Art bildet die Holz- Construction der.doppelt übereinander ange- 
ordneten Emporen und der Balkendecke in der Kirche vor dem Rosenthaler Thore 

10 



ein für sich bestehendes Ganze, wobei es nur Zweck werden konnte, den beque- 
men Anschhifs an die massiven Theile des Kirchengebäudes zu iinden, und auf 
diese Weise Styl in einer, wie es die geringen Mittel geboten, an sich nur dürftig 
ausgestatteten Architektur zu erhalten. 

Denkt man sich zu diesen hier aufgetragenen Linienzeichnungen die Local- 
tinte des braunen Holzes, die lichte Steinfarbe an den Wänden mit ihren mäfsig 
geOirbten Begrenzungsstreifen, das Lazurblau in der Kuppel der Altamische und 
an einigen Ornamenten auf dem Holze, und die colorirten Figuren an den Wän- 
den der Kuppel und den gemalten Fenstern der Alt<irnische, so wird man den 
Eindruck, den das Innere dieser beiden Gebäude her>'orbringt, vollständig ergän- 
zen können. 



Blatt 163. 164. 165. 166. 169. 169. 

Sechs Entwürfe zu einem Denkmale für Friedrich den Grofsen. 

Auf Blatt 35. dieser Entwürfe ward das Project für ein Denkmal Friedrichs 
des Grofsen mitgelheilt. Seit der Bearbeitung desselben sind mehrere Jahre ver- 
flossen, ohne dafs es zu einer Ausführung gekommen ist; indefs ward im Jahre 
1829 der Gegenstand von neuem zur Sprache gebracht, und der Gedanke: dafe 
sich eine trajanische Säule für dies Denkmal vorzugsweise eignen möchte, gewann 
Theilnahme. Um bei dieser Gelegenheit der Entscheidung über einen Gegenstand 
von dem gröfsten allgemeinen Interesse und von besonderer Wichtigkeit für die 
Kunst erschöpfend zu Werke zu gehen, habe ich es versucht, die möglichen Gat- 
tungen, die sich für ein Denkmal dieser Art eignen möchten, zusammenzustellen. 
Mit Einschlufs des auf Blatt 35. gegebenen Entwurfs finden sich auf den Blättern 
163. bis 168. diese Bearbeitungen. 

Blatt 163. giebt in seiner unteren Abiheilung den Plan desjenigen Theils 
der Stadt Berlin, in welchem sich die geeignetsten Plätze für die Errichtung eines 
Denkmals Friedrichs des Grofsen befinden. In der Axe der Promenade unter den 
Linden und der Axe des Universitätsgebäudes, in ^, ist der Grundrifs des in der 
oberen Abtheilung perspectivisch dargestellten Entwurfs eingetragen: 

Eine trajanische Säule stellt hier umgeben von einem Porticus, ähnlich 
der ui'sprünglichen Aufstellung des Originals zu Rom im Forum des Kai- 
sers. Die obere Platform des Porticus gewährt rings um die Säule höhere 
Standpunctc, aus denen das Auge die oberen plastischen Kunstwerke der 
Säule zu erreichen im Stande ist. Vier Treppen in den Ecken des Por- 
ticus führen auf diese Platformen, die dem Volke an gewissen Festtagen 
geöffnet werden könnten, wodurch sich dann das Denkmal auf eine im- 
posante Weise beleben würde. Die Fahrstralsen des Platzes führen durch 
den Porticus, ihre Eingänge sind mit Candelabern bezeichnet, in deren 
Schalen G.isflammen brennen. Die Säule, von der bronzenen Statue des 
Königs gekrönt, ist umwickelt mit dem Bande, das die Thaten des Königs 
m bronzenen Basreliefs darstellt. Das Fufsgestell ist gleichfalls mit bron- 
zenen Täfelungen umgeben, die plastisch verziert sind; der Sode dessel- 
ben, so wie der Plintus der Säule, zeigen die Masse eines polirten Gra- 
nits. Der Porticus ist aus schlesischem Marmor construirt gedacht. An 
den Massen der Ecken, in welchen die Treppen liegen, sieht man Nischen 
mit sitzenden Statuen historischer Personen, die eine Beziehung auf die 
grofsen Eigenschaften des Königs haben. — Der Platz ß würde glcich- 
r falls geeignet sein, ein Monument dieser Art aufzunehmen. 
Der Platz C ist wegen seiner vortheilhaflen Lage, indem er ganz der Sonne 
zugekehrt ist und der belebten Strafse der Schlofsfreiheit gegenüber liegt, vorzüglich 
für ein Denkmal geeignet. Der Entwurf auf Blatt 35. würde hier mit "NVirkung 
aufgestellt werden können. Der im Plane eingetragene Grundrils bezieht sich auf 
den Entwurf, welcher perspectivisch auf Blatt 164. dargestellt ist: 

Eine kolossale Reitei*statue des Königs in vergoldeter Bronze erhebt sich 
auf einem Fufsgestell von weifsem Marmor, welches in mehreren Zonen 
mit Basreliefs und Inschriften aus vergoldeten Buchstaben umgeben ist. 
Von drei Seiten umschliefst ein Porticus das Fufsgestell der Statue, die 
vordere offene Seite läfst frei in den dadurch gebildeten Hof hineinsehen. 
An zwei Seiten ist der Porticus zwiefach, nach innen und nach aufsen. 
Die theilende Mittclwand gewährt Schutz gegen Wind und Wetter und 
gegen den Stand der Sonne nach den verschiedenen Tageszeiten; sie ist 
mit Wandmalereien zu verzieren. Der Porticus ist aus schlesischem Mar- 
mor constniirt gedacht; die Spitzen der Giebelfelder werden von Sieges- 
göttinnen gekrönt, Adler füllen die Felder selbst. Bei Eintritt unter den 



Prostylos des Porticus wird man von fruchtbringenden Genien begrüfst, 

die, auf Thronen sitzend, in Marmor gearbeitet sind. Dies Denkmal würde 

dicht am Wasser stehen. Die Ansicht zeigt einen Pfeiler der Schlofsbrücke 

mit der darauf projectirten Gruppe. Im Hintergrunde über den Dächern 

des Porticus sieht man die oberen Theile des Museums hervorragen. 

Auf Blatt 165. ist es versucht worden, den Gedanken einer Siegessäule mit 

einer Reiterstatue in Verbindung zu bringen. Gegen eine trajanische Säule mit 

dem emporgewickelten Basrelief- Bande und der Bildnifs-Stitue über dem Capital 

ist einzuwenden: 

erstens: dafs die Portrait- Statue viel zu hoch steht, und da ihr Maafsstab 
wegen des Verhältnisses zur Säule nie sehr grols werden kann, so wird 
das deutliche Erkennen der Formen nicht erreicht; 
zweitens: dafs der aufserordentliche Umfang der plastischen Arbeiten auf 
dem gewickelten Bande ungeniefsbar wird, theils wegen der vom Auge 
nicht zu erreichenden Höhe, in welcher sie sich befinden, theils wegen 
der Unbequemlichkeit, ihren Zusammenhang nur zu fassen, indem man 
sich zwanzig- und mehrmal um die Säule bewegen mufs; 
drittens: dafs sich nur immer ein kleiner Theil des Basreliefs auf der Mitte 
der Säule unverkürzt und unverschoben zeigt, zu beiden Seiten aber die 
erhobene Arbeit durch die Rundung des Säulenkörpers unverständlich 
wird, und nur dahin wirkt, den äuCseren Contour der Säule, in welchem 
deren gröfste Schönheit liegen soll, zu verderben und durch unendlich 
\iele unregelmäfsige Buckel zu entstellen. 
Aus diesen Gründen scheint es angemessener, der Siegessäule die Form 
eines viereckigen Pfeilers zu geben; die plastischen Darstellungen daran in wage- 
i*echt abgetheilten Regionen, imd zwar so weit vertieft, als die Höhe des Fieliefs 
über der Grundfläche beträgt, anzubringen, damit der äufsere Contour des Pfeilers 
davon nie überschnitten und verdorben werden könne; endlich diese Siegessäule 
mit einer Siegesgöttin zu krönen, deren geflügelte Gestalt sich silhouettenartig ge- 
gen die Luft deutlich macht, und an der man die speciellsten Formen, wie beim 
Portrait, nicht nöthig hat aufzusuchen. Diese werden sich nun an einer unten vor 
dem Pfeiler aufgestellten Fieiterstatue bequem erkennen lassen. 

Ein Zusammenhang der Fufsgestelle für den Pfeiler und für die Statue wird 
durch Uebereinstimmung der plastischen Arbeiten an beiden Körpern erreicht, und 
durch die architektonische Anordnmig einer dazwischen stehenden Pforte, durch 
die man zum Eingang auf die innere Säulentreppe gelangt. Das Ganze umgiebt 
ein Doppelporticus von drei Seiten, der aber nicht, wie im Project auf Blatt 164., 
mit Dächern und Frontispicen versehen ist, sondern mit einer Platform, auf der 
man die oberen Sculpturen des Pfeilers besser beschauen kann. An den Ecken 
führen die Treppen zu dieser Platform. Das Regenwasser wird von derselben in 
Flöhren abgeführt, die in der doppelten Mittelwand angebracht sind. Eine vergol- 
dete Brüstung von untermischten bronzenen Ornamenten und Figuren umgiebt die 
Platform. Wandbilder schmücken die Mittelwand des Porticus. 

Blatt 166. enthält einen Entwurf, welcher gleichfalls für den Platz C (Blatt 
164.) berechnet ist. 

Dieselbe Quadriga, welche auf Blatt 35. gegeben wurde, ist hier als Krönung 
einer Architektur aufgestellt, wie am berühmten Mausoleum zu Halicarnassus, nur 
mit dem Unterschiede, dafs statt einer Pyramide, welche sich dort über dem Por- 
ticus erhob, und auf deren Spitze die Quadriga stand, hier eine breite Masse mit 
verticalen Wänden hervortritt, und die Gruppe der Quadriga in einem gröfseren 
Verhältnifs zum Ganzen aufnimmt. Die ganze Architektur dieses Entwurfs sollte 
von schlesischem Marmor ausgeführt werden, während die Gruppe der Quadriga 
in Bronze gegossen wäre. Im Inneren entstände hinter dem Porticus ein gewölb- 
ter Raum, in welchem die Schriften und andere Reliquien des gi'ofsen Mannes 
aufbewahrt würden. 

An den vier Ecken des Denkmals sind Pfeiler aufgestellt, deren Flächen In- 
schriften enthalten; über den Capitälen erheben sich Siegesgöttinnen in Bronze. 

Blatt 167. enthält einen Entwurf, welcher berechnet ist, auf dem Platze Z> 
(Blatt 164.) das jetzige alte Gebäude der Schlofs-Apotheke zu decken, und hier den 
Hintergrund der grofsen Prachtstrafse vom Brandenburger Thore bis zum König- 
lichen Schlosse zu bilden, welcher jetzt bei dem unansehnlichen Gebäude der alten 
Schlofs-Apotheke sehr vermifst wird. • 

Die Aufstellung des ganzen Entwurfs, welcher auf Blatt 35. gegeben wurde, 
ist hier durch Hinzufügung einer bedeutenden architektonischen Umgebung berei- 
chert worden. Eine korinthische Säulenhalle füllt gemächlich die ganze Breite des 
Platzes zwischen dem Lustgarten und dem Schlosse, zieht sich in der Mitte um 
zwei Intercolumnien zurück, und bildet hier einen Platz, auf welchem das oben- 
genannte Denkmal der Quadriga mit seinem aus Pilastem gebildeten Untersatz auf- 
gestellt würde. Hinter dem Porticus ist auf hohem Unterbau eine tempelartige 
Halle errichtet, deren Frontispice die Höhe des benachbarten Schlosses noch über- 



steigen. In dieser Halle ist die Reliquienkammer eingerichtet. Der Penpteros ge- 
währt von allen Seiten eine Uebersicht der Stadt. An den Seiten erheben sich hin- 
ter dem Porticus grofse Mauermassen, welche oberhalb Terrassen bilden, in wel- 
chen ein Xystus von Bäumen mäfsiger Gröfse gepflanzt ist, deren Gipfel die Höhe 
der Schlofs- Balustrade erreichen, und unter welchen die Promenade durch die 
oberen Säulengänge zu beiden Seiten weiter fortgeführt wird. 

Die Hinterwand des grofsen unteren Porticus ist mit Bildern verziert. Zu 
dem erhabenen Mittelplatze, auf welchem die Quadriga steht, führen Stufen, an 
deren Anfang Candelaber aufgestellt sind, welche mittelst grofser Gasflammen das 
Denkmal in der Nacht erleuchten. 

Blatt 168. giebt ein Denkmal, welches einigermafsen nach der Form der 
alten Septizonien gebildet ist, und den Vortheil gewährt, dafs es bei seiner bedeu- 
tenden Höbe und seiner Ausdehnung nach der Breite eine grofse Wirkung aus 
der Ferne machen, und der Ansicht der ganzen Stadt einen bedeutenden Schmuck 
verleihen würde. Das Ganze bildet in drei Hauptgeschossen zwölf offene korin- 
thische Hallen, dei*en W^•inde mit Malerei bedeckt sind. Auf einer breiten Treppe 
gelangt man zur Eingangshalle, in welcher die bronzene Statue des Königs, auf 
einem Throne sitzend, die grofse Nische des Hintergrundes ausfüllt. Thüren in 
den Diagonalwänden verbinden jedesmal die vier Säulenhallen jedes Geschosses. 
Eine geräumige Treppe führt im Innern des Thurms zu den oberen Geschossen. 
Fu fsböden und Gebälke der Hallen bestehen aus freigesehener Eisenconstruction, 
bei welcher jeder Theil eine in sich vollendete architektonische Form zeigt und 
angemessen verziert ist. Damit rings um das thurmartige Gebäude keine Traufe 
entsteht, sind die Fufsböden sämmtlicher Geschosse gegen die Mitte geneigt, und 
lassen dahin das Regenwasser abfliefsen, zu welchem Zwecke die Vorrichtungen 
und nöthigen Räume angeordnet wurden. Das dritte Geschofs wird überstiegen 
durch ein geschlossenes viertes als Krönung, welches von geringerer Ausdehnung 
ist und innerlich die gewölbte Reliquienkammer umfafst. Eine Siegesgöttin erhebt 
sich über demselben. 

Goldene Gitterwerke von untermischten Verzierungen und figürlichen Vor- 
stellungen bilden die Brüstungen der verschiedenen Platformen und Hallen des 
Monumentes. Inschriften und bezügliche Figurengruppen schmücken den Unterbau. 



Blatt 169. IVO. IVl. 13%. 193. M4. 

Charlottenhof bei Potsdam, Seiner Migestät dem Könige 
Friedrieh Wilhelm IV. von Preussen gehörig. 

Die Gärtnerwohnimg. 
Eine Hauptanlage auf dieser Besitzung, deren Wohnhaus mit seiner Umge- 
bung sich bereits auf Blatt 109. bis 112. dieser Sammlung dargestellt findet, bildet 
das Gärtnerhaus, Blatt 169. bis 172., welches keine Umgestaltung eines älteren vor- 
handenen Baues, sondern ganz neu errichtet ist. Aus dem Situationsplan auf Blatt 169. 
und der darauf gegebenen Ansicht, so wie aus den Darstellungen auf Blatt 170, 171. 
und 172. geht der Zusammenhang und die Form der ganzen Anlage hervor. In 
einem malerischen Styl sollten sich in derselben mancherlei Gedanken idyllischer 
Art aus der reichen, stets ergiebigen Phantasie des erhabenen Besitzers aneinander- 
reihen und eine mannigfaltige Gruppe architektonischer Gegenstände bilden, die 
sich angenehm mit der umgebenden Natur verschmelzen konnte. Die eigentliche 
Wohnung des Gärtners, die architektonische Hauptmasse in dieser Gruppe stellt 
sich in dem Styl italienischer Landgebäude dar; über der einen Hälfte dieser Masse 
erhebt sich ein zweites Geschofs, in welchem mehrere angenehme Logierzimmer 
angelegt sind, daneben steigt ein mäfsig hoher Thurm noch höher aus der Masse 
hervor, in welchem sich ein zierliches Badecabinet befindet; mittelst einer kleinen 
steinernen Treppe, die an der Aussenseite fast schwebend angelegt ist, steigt man 
zu demselben hinauf In der Ansicht auf Blatt 170. ist diese Treppe angedeutet. 
An der vorderen und hinteren Seite führen Weinlauben, von steinernen Pfeilern 
getragen, in die Gärtnerwohnung. An der hinteren Front dehnen sich dieselben 
weiter aus und verbinden einen zierlichen Salon mit jener Hauptmasse; in diesem 
Salon, der ein eigenes tempelartiges Gebäude bildet, ist ein Billard zum Vergnügen 
der Herrschaft aufgestellt. Durch einen Peristyl von attischen Pilastern tritt man 
aus dem Salon auf einen hart an einem kleinen See gelegenen freien Platz, der 
musivisch ausgeziert und mit niedrigen Brüstungsmauern umgeben ist, auf welchen 
Blumenvasen aufgestellt sind. Am Ende dieses Platzes befindet sich eine Treppe, 
welche hinab zum Wasser führt, das hier in Form eines Kanals aus dem See un- 
ter einer langen bogenförmigen Laube, parallel mit den oben erwähnten Wein- 
lauben, an der Hinterfront der Gärtnerwohnung fortgeführt ist, und so einen ge- 



■ J 




räiimigen Gartenplatz mit der bisher beschriebenen Anlage begrenzt, in dessen 
Mitte ein Bassin mit einem hoch springenden ^Wasserstrahl zur Anmnth des Ortes 
beiträgt. Die vierte Seite dieses Gartens bildet eine offene Bogenhalle, welche im 
Winter, mit Fenstern versetzt und geheizt, für die Aufbewahrung der Pflanzen, be- 
sonders der Orangenbäume, benutzt wird. Neben dem obengedachten Thurme 
führt ein offener Bogen in diesen inneren Gartenplatz; vor diesem Bogen, 
zur Seite der Gärtnerwohnung, befindet man sich unter einem weitgestreckten 
Laubendache, welches von kleinen Säulchen, von einer Bacchusherme und von 
den angrenzenden Pilastern der Weinlauben am Hause getragen wird. Grofse 
Treppen führen unter dieser weiten Laube in die Höhe zur Terrasse über dem 
Bogen und der Bogenhalle, wo man angenehme Uebersichten der Anlage geniefst. 
Ferner ist in einem der Winkel unter der weiten Laube ein Stibadium nach an- 
tiker Art angeordnet, zu welchem einige kleine Stufen führen, und wo man sich 
an einer von Bänken umgebenen grofsen Tischplatte befindet, die auf einem co- 
rinthischen Capital ruht und in ihrer Mitte eine Vertiefung hat, aus der ein glocken- 
artig sanft sprudelndes Wasser emporquillt. Die Wände um diesen ,Tisch sind 
mit Basreliefs, mit Epheugerank und darüber aufgestellten mannigfachen antiken 
Bildwerken geschmückt, auch erheben sich darüber die Säulchen, welche die Laube 
von dieser Seite unterstützen; an den hinaufluhrenden kleinen Stufen nimmt ein 
antiker Sarkophag das Wasser auf, welches aus dem Maule eines Fisches, der sich 
auf einem Consol an dem Stamm der Bacchusherme streckt, hervorströmt und die 
anmuthige Frische des Platzes erhöht. Hinter der mit Säulen gekrönten Wand 
liegt noch ein besonderes kleines Gebäude von einigen Zimmern und ein mit dem 
üppigsten Rankgewächs laubenartig bedeckter Hof für den Viehstind der kleinen 

Meierei. 

Auf dem Hofe hinter der Bogenhalle war das kleine Atrium projectirt mit 
dem Zugang von der Bogenhalle aus, in dessen Hintergrunde sich die Statue der 
Venus von Capua in einer Nische zeigt. Auf Blatt 171. ist oben rechts die Ansicht 
dieses Atriums gegeben. Die ganze freundliche Anlage dieser kleinen Villa gestattet, 
nach dem Gefiihl, Vergröfserungen und neue Zusätze im selben Geiste der ver- 
schiedenen Baulichkeiten, und so wurde dieses Atrium später etwas ausgedehnter 
entworfen und mit noch anderen Erweitenmgen im Grundbau ausgeführt Mit 
einer kleinen Brücke von der Terrasse über der Bogenhalle ist auf jener Seite 
des durch das grüne Berceau flicfsenden Kanals eine Wohnung verbunden; sie ist, 
in leichtem Holzbau construirt, für den Maschinenmeister der Dampfmaschine, 



welche die Springbrunnen treibt, entworfen worden. Diese Anlage zeigt sich in 
ihrer Ansicht auf Blatt 172. Eine andere Hauptanlage schliefst sich aber auf der 
anderen Seite der Gärtnerwohnung an den Giebel des kleinen Salons bei EE an. 
Dies ist ein Plätzchen nahe am See, welches mit Blumen verziert ist. Eine halb- 
runde Ruhebank ist nach dem Wasser hin heraustretend angefügt, und die Mitte 
dieses Qartenplätzchens bildet ein Bassin mit dem bronzenen Bildwerk eines auf 
einem Delphin reitenden Knaben; des Delphins Nüstern und Rachen spritzen das 
Wasser in das Bassin. Zu jeder Seite des Plätzchens stehen zierliche dorische 
Tabernakel, wie sie Blatt 171. oben links angiebt, unter denen die bronzenen Büsten 
I. I. M. M. des hochseeligen Königs und der hochseeligen Königin auf Marmor- 
postamenten aufgestellt sind. In der Ansicht auf Blatt 169. an der rechten Seite 
und auf Blatt 172. zur linken Seite zeigt sich diese Anlage. 

Um diese kleine Villa ist ein italienischer Bauerngarten mit reichbestellten 
Fruchtbeeten gezogen, wo Artischocken, Cardi und andere grofse Pflanzen unter 
den an den Bäumen emporgerankten Weinreben üppig spriefsen. So bildet diese 
Anlage ein malerisch-gruppirtes Ganzes, welches mannigfaltige angenehme Ansichten, 
heimliche Ruheplätzchen, behagliche Zimmer und offene Räume für den Genufs 
des Landlebens darbietet, und seiner Natur nach immer fortgesetzter Ausdehnung 
und Bereicherung fähig ist, so dafs daran ein unausgesetztes Vergnügen der Pro- 
duction vorbehalten bleibt. 



Entwurf za einer Wohnung in antikem Styl. 

Die Beschränktheit des Raumes in dem Wohngebäude von Charlotte nhof, 
welches, wie schon früher (zu Blatt 109. bis 112.) erwähnt, durch mancherlei 
Aenderungen aus einem alten Gebäude erwuchs, theils auch die Absicht, einen Ge- 
danken zu einer gemächlichen Wohnung in antikem Styl auszufiihren, an welchen 
sich eine liebliche Idee aus den Briefen des jüngeren Plinius anschlofs, die eines 
reich ausstaffirten Hippodroms, veranlafste den auf Blatt 173. und 174. dargestellten 
Entwurf 

Das Ganze der Idee dieses Landhauses besteht aus zwei kühlen gewölbten 
Cabinets, von oben beleuchtet, in welche man aus einem Impluvium gelangt. An 
dieses Impluvium reihen sich mehrere Cabinets, vorzüglich aber im Fond ein Raum 
in Form eines alten Tablirium's mit seinen Fauces zur Seite, welches in einen klei- 
nen Hof führt, der von einem Wasserbecken mit springendem oder giefsendem 



Wasser geschmückt ist. Lange Gallerieen, zur Seite mit Statuen geziert und mit 
schönen Ruhebetten versehen, schliefsen hier das Gebäude ab; hinter letzteren liegt 
an jeder Seite ein zierlicher Garten längs der verzierten Mauer der langen Galle- 
rieen, und ein Gartensalon beherrscht diesen Garten von einer Seite vollständig; an 
der gegenüber befindlichen Seite sieht man durch eine von Laub beschattete Oeff- 
nung in die Säulengänge, welche ein grosses Viridarium umgeben. Hinter dem- 
selben folgt ein Pflanzenhaus, in dem man von einer erhöhten Tribüne auf die 
Gewächse hinunter blickt. Ein Paar Vestibüle mit peristylartigen Eingängen füh- 
ren zum Pflanzenhause. Eine gleiche Anordnung ist auf der anderen Seite des 
Viridariums; Hermen bilden hier die Stützen der Peristyle, der kleine Ehrenbogen 
zu Ende der Seitengärtchen ist mit Wasserbecken und sitzenden Figuren geziert, 
wie die Ansicht auf Blatt 173. angiebt. Die beiden seitwärts auf diesem Blatte be- 
findlichen Ansichten sind aus den Salons genommen, welche zu jeder Seite von 
den gewölbten Cabinets in den Garten hinausspringen und die Wohnzimmer der 
kleinen dort zur Seite gelegenen Appartements bilden. Der Grundrifs und der 
Aufrifs machen die ganze Anlage deutlich. Aus der Breite des Viridariums tritt an 
einer Seite ein grofses Bassin hervor, mit einer Nische, worauf Statuen stehen ; aus 
dem hintern Umgang führt hier ein Weg in den Wald, der mit einer trügerischen 
Abweichung zurück, rechts dennoch auf den nächsten Weg in den Hippodrom 
führt. Wenn man dagegen den Weg links verfolgt, so führt derselbe durch 
schlänglige Abweichungen erst spät zum Ziele, auch hat man noch die Verführung, 
an einer Stelle wieder zurück zum Landhause zu gelangen. Im Hippodrom endlich 
angelangt, sieht man sich von hohen Baumkronen umgeben, die in regelmäfsigen 
Reihen denselben bilden, und je weiter nach Innen immer niedriger werden. Im 
Innern lassen sie ein Feld, welches an der einen Seite mit einem Stibadium, wie 
es Plinius nennt, verziert ist. Hier liegen unter einer Weinlaube um ein tischartig 
erhobenes Wasserbassin mehrere Ruhebetten, welche dienen, ein Mahl einzuneh- 
men; auf der anderen Seite des Hippodroms befindet sich als Pendant des Stiba- 
diums ein Salon mit kleinem Peristyl, in dessen hinterer Nische man auf Ruhe- 
betten die Laubansicht durch die Fenster geniefst, während der Gesang der Vögel 
und das Plätschern der Fontainen, in dem Gebäude und um dasselbe herum, zum 
Schlummer einladet. Der Mittelplatz des Hippodroms, der von Candelabern gut 
beleuchtet wird, ist für einen gesellschaftlichen Tanz bestimmt, der die Scene be- 
lebt. Der Durchschnitt, zugleich Ansicht dieser Anordnung, auf Blatt 174., zeigt 
diese Anlage deutlich. 



Oedrackt bei A. W. Schade In Berlin, Grüustrafse 18. 



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Veilaö von EiiLBt 8: Kotiv m Beriiiv. 



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PEES^-FECTIVISCHE ANSICHT BE S JAfflDSCHILOSSES ANTONm IN DEB HEISMSCHAFT FMZTGOB^ICE, 



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Verlag von Ernst 8:Kotii iu Beilm. 



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Ikfaastab für die Durchs dniitU. 



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Verlag von Ernst fic Koni in Berlin. 



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Verlag von Ernst 8c Korn in Berlin. 



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Verlap von Ernst 8: Korn in Berlin. 



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Aussicht Ol den Gärten aus dem liaiidhiju.se hei ('harl<)ttenh<ii. 




Seitengarten des Landhauses}. 





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Aussicht in den Gailen aus dem Landhaus«- hei Chai lolienhot 



Vordere Factide des Landhauses bei Charlotten}» of im Garten unweit Sans Soucji bei fotsdam. 




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